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LGT Navigator: Gigantisches Konjunkturpaket soll die US-Wirtschaft aus der Krise führen

LGT Navigator: Das US-Repräsentantenhaus gab gestern grünes Licht für das grösste Konjunkturpaket in der amerikanischen Geschichte.

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Das 1.9 Billionen Dollar umfassende Covid-19-Hilfsgesetz stellt für Präsident Joe Biden einen grossen politischen Sieg dar und soll die weltgrösste Volkswirtschaft aus der Coronakrise führen. Das gigantische Konjunkturpaket befeuert aber auch die jüngst verstärkt aufgekeimten Inflationssorgen an den Kapitalmärkten. Eine Stabilisierung der Renditen am Anleihenmarkt sorgten jedoch zur Wochenmitte für eine gewisse Beruhigung. Zudem sorgen die Erwartung einer nach wie vor expansiven Ausrichtung der Zentralbanken und Optimismus hinsichtlich einer erfolgreichen Eindämmung der Corona-Pandemie durch fortschreitende Impfkampagnen an den Aktienbörsen für eine wieder bessere Stimmung. Im Blick der Anleger steht heute vor allem der geldpolitische Entscheid der Europäischen Zentralbank.

Am New Yorker Aktienmarkt scheint sich die Angst vor schnell steigenden Zinsen vorerst etwas gelegt zu haben und die Stimmung war zur Wochenmitte wieder spürbar besser. Der Dow Jones Industrial verzeichnete am Mittwoch einen soliden Tagesgewinn von +1.46% und kletterte bis Börsenschluss auf 32’297.02 Punkte. Der marktbreite S&P 500 legte um +0.6% auf 3’898.81 Zähler zu. Die Sektorenrotation hin zu «Value»-Aktien mit Aufholpotenzial hielt aber auch gestern an. So musste die Technologie-Börse Nasdaq gleichzeitig leichte Verluste hinnehmen. Der Nasdaq 100 gab nach der fulminanten Vortageserholung um -0.33% auf 12’752.07 Punkte nach. Zuvor war in Europa der EuroStoxx 50 gestern erstmals seit dem Corona-Crash vor einem Jahr wieder knapp über die Marke von 3’800 Punkten geklettert. Die gestern veröffentlichten Inflationsdaten aus den USA zeigten zwar aufgrund höherer Energiepreise einen leicht verstärkten Preisauftrieb, blieben aber im Rahmen der Erwartungen und verstärkten damit die aktuellen Inflationsängste nicht noch zusätzlich.

Mit Spannung erwarteter Zinsentscheid der EZB

Mit Spannung erwarten Anleger heute den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (13:45 Uhr MEZ) und die nachfolgende Pressekonferenz von EZB-Chefin Christine Lagarde (14:30 Uhr). Im Zentrum steht die Frage, wie die EZB auf die verstärkten Inflationsängste an den Finanzmärkten und den Anstieg der Anleihenrenditen reagiert. Ebenfalls mit grossem Interesse dürfte der Entscheid der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) verfolgt werden, die heute voraussichtlich den Weg für einen vierten Corona-Impfstoff in der EU vom US-Hersteller Johnson & Johnson freimachen könnte.

Höhere Energiepreise befeuern Preisauftrieb in den USA

Ein kräftiger als erwarteter Anstieg der amerikanischen Verbraucherpreise könnte die jüngst eskalierten Inflationserwartungen zwar weiter anheizen, war jedoch von Ökonomen bereits so erwartet worden und schlug deshalb gestern an den Börsen keine grossen Wellen. Im Februar nahmen die Lebenshaltungskosten offiziellen Angaben zufolge um +0.4% gegenüber dem Vormonat zu und die Jahresteuerungsrate kletterte von +1.4% im Januar auf +1.7% und erreichten damit den höchsten Stand seit rund einem Jahr. Verantwortlich war u.a. ein Anstieg der Energiepreise um +3.9%, insbesondere der Benzinpreise um +6.4%. Ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise betrug die Kernrate im Februar +1.3% und lag damit unter dem Vormonatswert von +1.4%. Die US-Notenbank (Fed) verfolgt derzeit ein flexibles Inflationsziel, d.h. dass sie temporär auch eine Inflationsrate von über 2% dulden würde, wenn diese sich zuvor für einen längeren Zeitraum unter dieser Marke bewegt hat.

Frankreichs Industrie zeigt zu Jahresbeginn Stärke

Die Industrieproduktion in Frankreich ist im Januar stärker gestiegen als von Ökonomen erwartet. Die Produktion in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone legte gemäss dem Statistikamt Insee um +3.3% gegenüber dem Vormonat zu. Die Konsenserwartungen hatten +0.5% betragen. Auf Jahressicht ging die Industrieproduktion im Januar um -0.2% zurück, während Analysten einen Rückgang um -2.8% prognostiziert hatten.

Wirtschaftskalender 11. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:00 CH SECO-Konjunkturprognosen  
13:45 EZ EZB-Zinsentscheid  
14:30 EZ EZB-Pressekonferenz  
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 745’000

 

Unternehmenskalender 11. März

Land Unternehmen Periode
CH Meyer-Burger Q4
DE Hugo Boss Q4
DE Lanxess Q4
DE K+S Q4
DE Hanover Rück Q4
IT Generali Q4

 

Quelle: BondWorld.ch