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LGT Navigator: Hinterlässt die Corona-Krise erste Spuren im US-Arbeitsmarkt?

LGT Navigator: Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten rücken angesichts der Corona-Krise in den Hintergrund. Da die Pandemie in den USA noch am Anfang zu stehen scheint,……..

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dürften sich die Spuren im heute Nachmittag erwarteten US-Arbeitsmarktbericht noch sehr in Grenzen halten. Nach anfänglichem Optimismus und einer Zwischenerholung an den Aktienmärkten vermochten Zinssenkungen und milliardenschwere Investitionsprogramme zur Eindämmung der Corona-Krise die Börsenkurse vorerst nicht mehr anzutreiben.

Da die Coronavirus-Pandemie sozusagen erst dabei ist, in den USA Fuss zu fassen, dürften die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt noch nicht ersichtlich sein. So erwarten Analysten auch im Februar ein anhaltend solides Stellenwachstum von +175 000. Im Januar betrug der Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen gar +225 000. Die in einer separaten Erhebung festgestellte Arbeitslosenquote dürfte mit 3.6% auf historisch tiefem Niveau verharren. Sollte der Arbeitsmarkt aber bereits Spuren der Corona-Krise zeigen, dürfte die US-Notenbank spätestens am 18. März anlässlich ihres regulären geldpolitischen Entscheids die Leitzinsen nochmals senken.

US-Parlament spricht Milliardengelder zur Bekämpfung des Coronavirus

Der US-Kongress stellt unterdessen für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus neue Finanzmittel in Höhe von USD 8.3 Mrd. bereit. Das Repräsentantenhaus und der Senat gaben gestern mit überwältigender Mehrheit grünes Licht für ein Nothilfegesetz. Mit dem Geld soll u.a. die Entwicklung von Therapien und Impfstoffen gefördert und präventive Massnahmen finanziert werden. Inzwischen hat mit Kalifornien einer der bevölkerungsstärksten Bundesstaaten in den USA den Notstand ausgerufen.

Börsen weltweit nach Zwischenhoch bereits wieder unter Druck

Nach einer kurzzeitigen Erholung hat die Angst vor den Folgen einer Pandemie die Kapitalmärkte wieder fest im Griff. Angesichts negativer Vorgaben von der Wall Street – der Dow Jones Industrial und der breiter gefasste S&P 500 Index schloss gut -3% tiefer – kamen auch die ostasiatischen Börsen zum Wochenschluss erneut unter Druck. In Tokio verliert der 225-Werte-umfassende Nikkei-Index knapp -3% und markierte zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit sechs Monaten. Gesucht sind nach wie vor «sichere Häfen» wie Gold, Staatsanleihen oder Schweizer Franken und japanischer Yen.

Auch China setzt Milliarden gegen die Corona-Krise ein

Chinas Regierung will den vom Virus-Ausbruch besonders betroffenen Branchen gezielt unter die Arme greifen. Geprüft werden beispielsweise Steuersenkungen, um insbesondere kleinere und mittelgrosse Unternehmen zu unterstützen. Insgesamt hat Peking bereits etwa EUR 14 Mrd. für die Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie bereitgestellt. Auch in den USA und Europa versuchen die Regierungen bereits Mittel freizumachen, um die nach wie vor äusserst schwer abschätzbaren Folgen einer Pandemie abzufedern. Das in Europa am schwersten betroffene Land Italien erwägt eine Aufstockung der Mittel um EUR 1.4 Mrd. auf EUR 5 Mrd. und will zudem in Brüssel eine zeitweilige Aussetzung des europäischen Stabilitätspakts erwirken, um mehr Finanzmittel zu mobilisieren.

OPEC erwägt Verringerung der Rohölförderung

Wegen der Corona-Krise könnten das Ölkartell OPEC eine deutliche Verringerung der aktuellen Rohölförderung beschliessen. Laut Bloomberg sollen sich die Minister bereits auf eine Kürzung der Tagesproduktion um 1.5 Mio. Barrel pro Tag geeinigt haben. Die wirtschaftlichen Folgen des sich ausbreitenden Coronavirus drücken die Nachfrage nach Rohöl und belasten die Erdölpreise. Seit Jahresbeginn sind die Ölpreise im Schnitt um mehr als -20% eingebrochen.

Wirtschaftskalender 6. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEAuftragseingang Industrie (J/J)-8.7%
09:00SPIndustrieproduktion (J/J)+1.7%
14:30USBeschäftigungswachstum+225’000
14:30USBeschäftigungswachstum Privatwirtschaft+206’000
14:30USArbeitslosenrate3.6%
14:30USDurchschnittliche Stundenlöhne (J/J)+3.1%
14:30USHandelsbilanz-USD 48.88 Mrd.
Unternehmenskalender 10. März
LandUnternehmenPeriode
CHAryztaH1
CHGeberitJ19
DEDeutsche PostJ19
ITTelecom ItaliaJ19

 

Quelle: BondWorld.ch