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LGT Navigator: Hoffen auf baldige De-Eskalation

LGT Navigator: Die Hoffnung auf eine Abflachung der Infektionskurve der Coronavirus-Ausbreitung und die Aussicht auf weitere Konjunkturhilfen sorgten an den Aktienbörsen zu Wochenbeginn für kräftige Gewinne……………

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An der New Yorker Börse schloss der Dow Jones Industrial mit einem eindrücklichen Tagesgewinn von +7.73%. Bereits zuvor war der europäische Leitindex EuroStoxx 50 mit einem Tagesplus von +5% in die neue Handelswoche gestartet. Noch bleibt die Lage insbesondere in den USA aber sehr angespannt und von einer generellen Entwarnung kann derzeit wohl nicht die Rede sein. Der Fokus der Anleger wird sich nun aber verstärkt darauf richten, wann der «Lockdown» in den wichtigsten Volkswirtschaften wieder gelockert oder gar aufgehoben werden kann.

Hoffen auf baldige De-Eskalation

In Europa scheint sich in den am härtesten getroffenen Ländern Italien und Spanien eine gewisse Entspannung einzustellen. In Spanien, das in Bezug auf die Covid-19-Infektionen inzwischen Italien als Spitzenreiter abgelöst hat, wurde am Montag immerhin den vierten Tag in Folge ein langsamerer Anstieg der Zahl der Todesopfer beobachtet. Insgesamt fielen in Spanien bei knapp 136 000 Infektionsfällen bisher über 13 000 Menschen der Pandemie zum Opfer. Italien hat aber mit rund 16 000 verstorbenen Covid-19-Patienten weiterhin weltweit die höchste Zahl an Toten. Trotzdem wollen einige Staaten wie beispielsweise Österreich oder Dänemark ihre Beschränkungen des öffentlichen Lebens schrittweise wieder lockern.

Weltweit ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen nun auf über 1.3 Mio. gestiegen und mehr als 74 000 Menschen sind an Covid-19 gestorben.

Äusserst angespannt und undurchsichtig bleibt die Lage vor allem in den USA. Für Optimismus an der Wall Street sorgte aber zumindest die vorsichtige Einschätzung von New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo, der für den besonders heftig vom Coronavirus getroffenen «Big Apple» etwas Licht am Ende des Tunnels sieht. Trotzdem betonte Cuomo, dass der «Lockdown» beibehalten werde und das Gesundheitssystem bereits jetzt an der Kapazitätsgrenze operiere. Dies werde auch in den kommenden Tagen so bleiben. Die zaghaften Anzeichen für ein mögliches Abflachen der Corona-Pandemie sorgten denn auch an der New Yorker Börse zu Wochenbeginn für ein Kursrally. Während der Dow Jones Industrial um +7.73% zulegte, schloss der marktbreite S&P 500 +7.03% höher bei 2 663.68 Punkten und der technologielastige Nasdaq 100 startete mit einem Plus von +7.35% in die Woche.

In Asien scheinen die Anleger jedoch bereits wieder etwas vorsichtiger zu agieren. So notiert in Tokio der Nikkei 225-Index lediglich +1% im Plus und auch der Hongkonger Hang Seng-Index gewinnt nur noch rund +0.5%.

Eurogruppe berät über weitere Nothilfe

Mit Spannung wird heute das Treffen der Eurogruppe zu EU-Finanzhilfen in der Corona-Krise erwartet. Während die hart getroffenen Südländer Italien und Spanien die Schaffung von “Corona-Bonds” fordern, wird eine gesamtschuldnerische Haftung vor allem von Deutschland abgelehnt. Eurogruppen-Chef Mario Centeno scheint die Nutzung von EIB- und ESM-Krediten sowie ein europäisches Kurzarbeitermodell ins Zentrum der Diskussion zu rücken. Frankreich hat unterdessen die Schaffung eines Notfallsfonds vorschlagen, der durch gemeinsame Bondemissionen finanziert werden soll. Insgesamt könnten die Massnahmen ein Gesamtvolumen von mehr als EUR 500 Mrd. haben.

Sentix-Konjunkturbarometer fällt wegen Rezessionsschock auf Rekordtief

Die monatlich vom deutschen Finanzmarktanalyseunternehmen Sentix befragten Investoren und Analysten beurteilen die Konjunkturaussichten für die Eurozone im April so pessimistisch wie noch nie in der Historie der Umfrage. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie brach das Stimmungsbarometer um 25.8 Zähler auf das Rekordtief von minus 42.9 Punkten ein. Die Umfragewerte deuten darauf hin, dass die Corona-Krise die Wirtschaft im Euroraum härter trifft als die Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren und die Weltwirtschaft bereits in einer tiefen Rezession steckt. Zudem werde die Rezession deutlich tiefer und länger gehen, als angenommen, kommentierte Sentix. Die aktuelle Umfrage wurde vom 2. bis 4. April durchgeführt.

Japan kündigt massives Konjunkturpaket an

Japans Regierung will angesichts der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Rezessionssorgen der heimischen Wirtschaft mit einem milliardenschweren Hilfspaket unter die Arme greifen. Die Regierung von Premierminister Shinzo Abe will im Kampf gegen die Krise alle Optionen in der Haushalts-, Geld- und Steuerpolitik ausschöpfen und kündigte ein Konjunkturpaket über umgerechnet EUR 915 Mrd. an – das grösste Konjunkturprogram in der Geschichte Japans. Zum Vergleich: in der globalen Finanzkrise 2009 hatte Japan ein Rettungspaket im Umfang von umgerechnet EUR 475 Mrd. geschnürt. Finanzieren will Japan den Konjunkturstimulus mit der Ausgabe von Anleihen, wodurch aber die ohnehin schon hohe Schuldenlast noch weiter steigen wird. Obwohl die Zahl der Infektionen in Japan mit rund 3 500 Personen und etwa 85 Todesfällen im internationalen Vergleich gering ist, verhängte die Regierung gestern in Tokio und sechs weiteren Präfekturen für einen Monat den Ausnahmezustand.

BMW meldet drastischen Absatzeinbruch

BMW verkaufte im Auftaktsquartal wegen der Corona-Krise weltweit -20.6% weniger Autos als noch im vergangenen Jahr. Am stärksten war der Rückgang in China mit einem Rückgang um knapp -31%. In Europa verkauft BMW im Q1 -18.3% weniger und in den USA sank der Absatz um -17.4%. In China und in Südkorea sind laut BMW-Vertriebschef Pieter Nota zumindest die ersten Anzeichen einer Erholung sichtbar.

Wirtschaftskalender 7. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEIndustrieproduktion (M/M)+3.0%
08:00DEIndustrieproduktion (J/J)-1.3%
Unternehmenskalender 14. April
LandUnternehmenPeriode
USJPMorgan ChaseQ1
USJohnson & JohnsonQ1

Quelle: BondWorld.ch