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LGT Navigator: Hoffnungen auf schnelle Entspannung bleiben fragil

LGT Navigator: Die jüngsten Hoffnungen auf ein Abebben der Pandemie bleiben angesichts der weiterhin angespannten Lage in Europa, aber vor allem im aktuellen Hotspot, den Vereinigten Staaten, fragil……………

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In den USA bleibt die Ansteckungsrate beängstigend. An der Wall Street knüpften die Indizes an den jüngsten Erholungskurs an, getragen von Spekulationen, wonach die US-Regierung die von der Corona-Krise schwer belastete Wirtschaft so schnell wie möglich wieder hochfahren möchte. An Europas Börsen wurde die Anlegerstimmung hingegen durch das vorläufige Scheitern der Gespräche der Euro-Finanzminister im Ringen um ein gemeinsames Hilfspaket für die Südländer getrübt.

Der Dow Jones Industrial, wie auch der breit gefasste S&P 500, legten um jeweils rund +3.5% zu, und auch der technologielastige Nasdaq-100-Index verbuchte ein solides Plus von +2.24%. Neben den Spekulationen über einen schnellen Abbau des wirtschaftlichen «Lockdowns» in den USA sorgten auch Aussagen von US-Finanzminister Steven Mnuchin für einen positiven Grundton an der Wall Street. Angesichts weiterhin schnell steigender Infektionszahlen und Todesraten in den USA kündigte der Finanzminister an, dass das in der letzten Woche verabschiedete Billionen-Dollar schwere Konjunkturpaket nochmals um USD 250 Mrd. aufgestockt werden könnte. Die Demokraten im US-Kongress forderten gar eine Aufstockung um USD 500 Mrd.

An Asiens Aktienmärkte zeigt sich vor den Osterfeiertagen erneut kein einheitliches Bild. In Tokio notiert der Leitindex -0.5% tiefer, während die wichtigsten Indizes in Festland China und auch in Hongkong moderat zulegen können. Für Europas Börsen deuten die Futures-Märkte eine leicht positive Eröffnung an. Im Zentrum stehen dürfte heute vor allem ein neuerlicher Anlauf der Euro-Finanzminister, eine gemeinsame Linie zu finden.

Eurogruppe nimmt neuen Anlauf

Nachdem gestern die Verhandlungen der Finanzminister der 19 Staaten der Eurozone und der übrigen EU-Staaten im Streit über milliardenschwere Hilfen gegen die Corona-Wirtschaftskrise gescheitert waren, soll heute ein neuer Anlauf genommen werden. Dabei geht es um ein Rettungspaket im Umfang von rund EUR 500 Mrd. für die von der Corona-Krise am stärksten getroffenen und hochverschuldeten Euro-Südländer. Streitpunkt sind vor allem die umstrittenen «Corona-Bonds», also gemeinsamer Anleihen. Die “Nordländer” beharren auf der Nutzung milliardenschwerer Hilfskredite aus dem Rettungsfonds ESM, die jedoch an harte Auflagen geknüpft sind.

WHO warnt davor, die Zügel zu früh zu lockern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor einer frühzeitigen Lockerung der in der Corona-Krise erlassenen Massnahmen, nachdem einige Länder eine erste vorsichtige Lockerung angekündigt hatten. Es sei nicht der richtige Zeitpunkt, um das Visier hochzuklappen, meinte WHO-Europa-Direktor Hans Kluge und ergänzte, dass der Kampf gegen die Corona-Krise verstärkt international abgestimmt ablaufen müsse. Zudem wies die WHO die harsche Kritik von US-Präsident Donald Trump sowie die Drohung, die Zahlungen der USA an die Gesundheitsorganisation einzustellen, zurück. Trump hatte der WHO Versagen vorgeworfen und drohte damit, die Beitragszahlungen auszusetzen – mit USD 400 Mio. im Jahr 2019 sind die USA der grösste Beitragszahler.

WTO geht von Einbruch des Welthandels um bis zu 32% aus

Im einem pessimistischen Szenario rechnet die Welthandelsorganisation WTO mit einem Rückgang des Welthandels von bis zu -32% im laufenden Jahr. In einem optimistischeren Szenario mit einer schnellen Erholung der Weltwirtschaft sieht die WTO einen Rückgang von rund -13%. Entscheidend sei es auch, bereits jetzt die wirtschaftspolitisch richtigen Weichen zu stellen und international zu kooperieren, kommentierte WTO-Chef Roberto Azevêdo

Bernie Sanders macht Weg frei für Bidens Präsidentschaftsticket

Der Vertreter des politisch linken Lagers in der demokratischen Partei, Bernie Sanders, zog seine Kandidatur für das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur zurück. Damit hat der ehemalige Vizepräsident Joe Biden nun freie Bahn und wird US-Präsident Donald Trump im November herausfordern. Um Trump zu stürzen, muss Sanders nun versuchen seine vielfach junge Anhängerschaft hinter Biden zu sammeln. Dies dürfte für die Demokraten ein entscheidender Faktor werden.

Wirtschaftskalender 9. & 10. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEExporte (M/M)0.0%
08:00DEImporte (M/M)+0.5%
10:00ITIndustrieproduktion (J/J)-0.1%
10:30GBIndustrieproduktion (J/J)-2.9%
14:30USAErzeugerpreise (J/J)+1.3%
14:30USAKern-Erzeugerpreise (J/J)+1.4%
03:30CNVerbraucherpreise (J/J)+5.2%
03:30CNErzeugerpreise (J/J)-0.4%
08:45FRIndustrieproduktion (J/J)-2.8%
14:30USAVerbraucherpreise (J/J)+2.3%
14:30USAKern-Verbraucherpreise (J/J)+2.4%
Unternehmenskalender 14. April
LandUnternehmenPeriode
USJPMorgan ChaseQ1
USJohnson & JohnsonQ1

Quelle: BondWorld.ch