LGT

LGT Navigator: Hoffnungen auf US-Konjunkturpaket treibt die Wall Street weiter an

LGT Navigator: Die Ende letzter Woche publizierte US-Arbeitsmarktstatistik zeigte zwar eine weiterlaufende Erholung, jedoch ein schwächer als erwartetes Beschäftigungswachstum im November.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Die zähe Erholung und die weiterhin höchst angespannte Pandemielage in den USA dürften den Druck auf Washington erhöhen, bald das langersehnte Corona-Konjunkturpaket auf den Weg zu bringen. Ins Zentrum des Interesses rückt nun auch die Schlussphase der hart umkämpften Brexit-Verhandlungen.

An der New Yorker Börse setzte sich am Freitag die Rekordrally trotz schwächer als erwarteter Arbeitsmarktdaten fort. Der Dow Jones Industrial schloss +0.83% höher bei 30218.26 Punkten und notierte damit einen weiteren Rekord. Der S&P 500 beendete die Woche ebenfalls auf einem Rekordhoch von 3699.12 Punkten (+0.88%). Getrieben werden die Kurse an der Wall Street derzeit vor allem von der wieder aufgekeimten Hoffnung auf eine baldige Einigung auf ein neues Corona-Hilfspaket. In Asien notieren die Aktienmärkte zum Wochenstart mit Verlusten. In Tokio verliert der Nikkei -0.8% und der Hang Seng büsst in Hongkong mehr als 1% ein. Der Shanghai Composite gibt 0.5% nach.

China profitiert von Erholung der weltweiten Nachfrage

China hat im November deutlich mehr exportiert als erwartet. So haben die Ausfuhren im November gegenüber dem Vorjahr um +21.1% zugenommen. Das ist das grösste Wachstum seit Februar 2018 und liegt klar über den Markterwartungen von 12%. Die Importe sind im Jahresvergleich um+ 4,5% gestiegen und haben damit etwas langsamer zugenommen als im Oktober.

Brexit im Fotofinish

Die Verhandlungen über den Austritt Grossbritanniens aus der EU dauern unterdessen an. Gespräche zwischen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und dem britischen Premier Boris Johnson am Samstag brachten keine Einigung. Nun wollen die beiden am Montagabend erneut versuchen, die Differenzen beizulegen. Sollte nicht rechtzeitig eine Einigung gelingen, drohen zum Jahreswechsel Zölle und weitere Handelshürden zwischen Grossbritannien und der EU.

Erholungstempo am US-Arbeitsmarkt langsamer als erhofft

Angesichts der weiterhin angespannten Pandemielage in den USA verläuft die Erholung am Arbeitsmarkt langsamer als erhofft. So wurden im November zwar 245 000 neue Arbeitsplätze geschaffen, damit aber die Erwartungen der Analysten von durchschnittlich +460 000 deutlich verfehlt. Zudem hat sich die Erholung damit im Vergleich zum Vormonat, als ein Beschäftigungszuwachs von 610 000 Stellen registriert wurde, klar abgekühlt. Gemäss dem Arbeitsministerium in Washington wurden wegen der Pandemie vor allem im Gesundheitssektor neue Stellen besetzt, jedoch gleichzeitig im Einzelhandel und im öffentlichen Bereich abgebaut. Immerhin sank die Arbeitslosenrate im November weiter von 6.9% im Oktober auf 6.7%. Damit ist die Erwerbslosenrate den siebten Monat in Folge gesunken, nachdem im April ein Rekordhoch von 14.7% erreicht worden war.

US-Handelsdefizit bleibt auf hohem Niveau

Die amerikanischen Exporte nahmen im Oktober um +2.2% gegenüber dem Vormonat zu. Die Importe stiegen aber gleichzeitig um +2.1% und so erhöhte sich das Defizit in der Handelsbilanz um +1.7% auf USD 63.1 Mrd. Das Defizit im Handel mit China erhöhte sich im Oktober auf mehr als USD 30 Mrd. Nachdem das hohe Aussenhandelsdefizit während der Amtszeit von Präsident Trump zu Streit vor allem mit China und Europa geführt hat, dürften die Handelskonflikte wohl auch in der neuen Ära des designierten US-Präsidenten Biden eine grosse Rolle spielen.

US-Senat gibt grünes Licht für Trumps Fed-Kandidaten

Der US-Senat in Washington bestätigte einen von Präsident Donald Trump nominierten Kandidaten für das Führungsgremium der Federal Reserve. In der kleinen Kammer des US-Parlaments votierte eine knappe Mehrheit von 48 gegen 47 Senatoren für die Berufung von Christopher Waller in das Board of Governors der Fed. Bisher war der Ökonom Waller als Forschungsdirektor der regionalen Notenbank von St. Louis tätig.

Solider Auftragseingang in der deutschen Industrie lässt hoffen

Die deutsche Industrie scheint sich weiterhin zu erholen. So haben die Unternehmen im Oktober neusten Daten zufolge zum sechsten Mal in Folge mehr Aufträge gesammelt und die Bestellungen haben wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Gegenüber dem Vormonat nahmen die Aufträge um +2.9% zu, wie das Statistische Bundesamt meldete. Damit war der Bestellungseingang deutlich stärker als von Analysten mit +1.5% erwartet. Zudem wurde der zuvor für September berichtete Zuwachs im Vormonat von +0.5% auf +1.1% revidiert. Auf Jahressicht erhöhte sich der Auftragseingang um +1.8% (Konsens +0.8%).

Wirtschaftskalender 7. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Industrieproduktion (Oktober, J/J) -7.3%
10:30 EZ Sentix Investorenstimmung (Dezember) -9.98

 

Unternehmenskalender 13. Dezember 2020
Land Unternehmen Periode
USA Oracle Q2

 

Quelle: BondWorld.ch