LGT

LGT Navigator: Hoffnungen auf weitere Ausweitung der Fiskal- und Geldpolitik stützt Börsenstimmung

LGT Navigator: Zum Wochenstart scheint die Anlegerstimmung an den asiatischen Börsen vorsichtig optimistisch, gestützt durch die Erwartung weiterer fiskalpolitischer Impulse aus den USA und eine anhaltend unterstützende Zentralbankpolitik.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Mit Spannung wird diesbezüglich der Zinsentscheid der Fed zur Wochenmitte erwartet. An der Wall Street wurde der Wochenausklang am vergangenen Freitag durch Kursverluste bei Tech-Giganten getrübt, und in Europa sorgten neuste Einkaufsmanagerumfragewerte sowie die Corona-Lage für tiefere Bewertungen.

Kursverluste einiger Technologiewerte, allen voran bei IBM (vor dem Hintergrund eines schwächer als erwarteten Cloud-Geschäfts) und Intel (Gewinnmitnahmen nach starken Zahlen), sorgten für ein abruptes Ende der vorangegangenen Rekordjagd an der New Yorker Börse. Die beiden Aktien waren am Freitag um jeweils knapp -10% eingebrochen. Der Dow Jones Industrial schloss -0.57% tiefer bei 30’996.98 Punkten und verbuchte damit auf Wochensicht noch ein Plus von +0.6%. Der marktbreite S&P 500 gab um -0.3% auf 3’841.47 Zähler nach, während die Technologiebörse Nasdaq ebenfalls Verluste auswies. Der Nasdaq 100-Index beendete die letzte Woche mit einem Tagesverlust von -0.29% bei 13’366.40 Punkten. Tags zuvor hatten alle drei genannten Börsenbarometer noch neue Rekordmarken notiert.

Freundlicher präsentiert sich die Börsenlage heute Morgen in Asien. Für Zuversicht sorgt vor allem die Aussicht auf zusätzliche fiskalische Anreize der neuen US-Regierung und eine weiterhin sehr akkommodierende Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve). Die Aktien-Futures signalisieren unterdessen einen leicht positiven Wochenauftakt an Europas Börsen.

Im Zentrum des Interesses dürfte auch das virtuelle World Economic Forum (WEF) stehen, u.a. mit Angela Merkel, Emmanuel Macron oder Chinas Präsident Xi Jinping. Gleichzeitig findet auch die ILF-Konferenz «Green Banking and Green Central Banking» statt, u.a. mit Reden von EZB-Präsidentin Christine Lagarde oder Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.

Divergierende Einkaufsmanagerindikatoren aus Europa und den USA

Während im Euroraum die ersten Auswertungen der monatlichen Einkaufsmanagerumfragen auf einen Dämpfer in der Konjunkturerholung hindeuten, weist das amerikanische Pendant auf eine sich verstärkende Dynamik der US-Wirtschaft hin. Vor dem Hintergrund der vielerorts steigenden Covid-19-Infektionszahlen und den damit einhergehenden Restriktionen hat sich die Stimmung der Unternehmen in der Eurozone zu Jahresbeginn wieder deutlich eingetrübt. So fiel der Sammelindex (PMI) für die Privatwirtschaft, d.h. Industrie und Dienstleister zusammen, im Januar von 49.1 Punkten im Dezember auf 47.5 zurück. Der Londoner Marktforschungsfirma IHS Markit zufolge steht die Euro-Wirtschaft angesichts der verschärften Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor einer erneuten Rezession. Der PMI für die US-Privatwirtschaft verbesserte sich hingegen von 55.3 auf 58.0 Punkte und signalisiert damit eine angesichts der Pandemielage in den USA überraschende Resistenz der weltgrössten Volkswirtschaft.

EZB-Ökonomen rechnen 2021 mit geringerem Wachstum, aber 2022 mit kräftigerer Erholung

Die regelmässig von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Ökonomen zeigten sich in ihren Prognosen für das Wirtschaftswachstum im Euroraum im laufenden Jahr etwas vorsichtiger und andererseits für 2022 leicht zuversichtlicher. Wie die aktuelle Survey of Professional Forecasters zeigte, prognostizieren die von der EZB befragten Finanzexperten für 2021 ein BIP-Wachstum in der Eurozone von +4.4%, anstatt der bisher in Aussicht gestellten +5.3%. Für das darauffolgende Jahr 2022 rechnen die Ökonomen dann aber mit einem kräftigeren Wachstum von +3.7%, verglichen mit der bisherigen Prognose von +2.6%. Die Inflationsprognosen für den Euroraum blieben hingegen unverändert: Für 2021 und 2022 wird mit einer Teuerungsrate von +0.9% und +1.3% gerechnet und für 2023 mit +1.5%.

Amtsenthebungsverfahren gegen Trump an den US-Senat weitergereicht

Heute soll die Anklageschrift im Amtsenthebungsverfahren gegen Ex-Präsident Donald Trump im US-Senat eingereicht werden. Die Übermittlung der konkreten Anklagepunkte – «Anstiftung zum Aufruhr» in Folge des Sturms von Trump-Anhängern auf das US-Capitol vom 6. Januar – ist der nächste Schritt im Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Bisher versuchen die Republikaner im US-Senat den Beginn der Verhandlungen bis Mitte Februar hinauszuzögern, jedoch könnten die neuen Machtverhältnisse im der kleinen Parlamentskammer dies erschweren. Neu halten Demokraten und Republikaner jeweils 50 Sitze und bei einem Patt kann Vizepräsidentin Kamala Harris die entscheidende Stimme für die Demokraten einbringen. Im Amtsenthebungsverfahren ist aber eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig, um Trump effektiv zu verurteilen und damit in Zukunft jegliche politische Aktivität zu verunmöglichen.

Wirtschaftskalender 25. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 DE Ifo-Geschäftsklima (Januar) 92.1
14:30 USA Chicago Fed Nationaler Aktivitätsindex (Dezember) +0.27

 

Unternehmenskalender 26. Januar

Land Unternehmen Periode
USA Microsoft Q4
USA Texas Instruments Q4
USA Johnson & Johnson Q4
USA Starbucks Q4
USA American Express Q4
USA General Electric Q4
USA 3M Q4

 

Quelle: BondWorld.ch