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LGT Navigator: Hoffnungen treiben kurzfristige Börsenerholung

LGT Navigator: An den Kapitalmärkten scheinen sich die Investoren vom Ölpreisschock etwas zu erholen……………

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Die Hoffnung auf eine Eindämmung der Corona-Pandemie und einer schrittweisen Aufhebung des wirtschaftlichen «Lockdowns» sowie hoffnungsvolle Nachrichten in Bezug auf einen Impfstoff gegen Covid-19 sorgten für eine leichte Erholung an den Aktienbörsen. Im Zentrum stehen heute neben der laufenden Unternehmensberichtssaison zum ersten Quartal auch der EU-Gipfel und die neusten US-Arbeitsmarktdaten.

Hoffnungen treiben kurzfristige Börsenerholung

An der Wall Street konnten sich die Indizes nach zwei verlustreichen Tagen wieder etwas erholen. Auftrieb gab vor allem die Erholung am Ölmarkt. Nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran nach einem Zwischenfall auf See drohte, die US-Marine werde iranische Schiffe zerstören, falls diese sich amerikanischen Schiffen in den Weg stellen sollten, stiegen die Ölpreise wieder leicht. Der Dow Jones Industrial beendete den Handel gestern mit einem Plus von knapp +2% und der marktbreite S&P 500 sowie der Technologiebörsenindex Nasdaq 100 legten um +2.2%, respektive +3.11% zu. Auch an den asiatischen Aktienmärkten sorgte die Erholung der Rohölpreise von historischen Tiefstständen für eine vorsichtig positive Stimmung. In Tokio notiert der Nikkei 225-Index rund +1.2% höher und die Futures-Märkte signalisieren eine positive Börseneröffnung in Europa.

Hoffnungen machen sich Anleger auch in Bezug auf einen potenziellen Impfstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Das deutsche Biotechunternehmen Biontech aus Mainz, welches zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer an einem Impfstoff arbeitet, erhielt gestern in Deutschland die Zulassung für eine klinische Studie und auch in den USA soll der Wirkstoff nach entsprechender Genehmigung bald klinisch geprüft werden.

Wöchentliche US-Arbeitsmarktdaten sollen weiteren Aufschluss geben

Die Corona-Krise mit dem einhergehenden praktischen Stillstand der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben schlug am amerikanischen Arbeitsmarkt wie eine Bombe ein und sorgte in kürzester Zeit für den Verlust von rund 22 Mio. Arbeitsplätzen. Mit Spannung erwarten Investoren nun die neusten wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung für die Woche bis zum 18. April. Die sogenannten Initial Jobless Claims gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts. Die Zahlen werden heute Nachmittag um 14:30 Uhr (MEZ) veröffentlicht und Analysten rechnen mit einem weiteren heftigen Anstieg der Erstanträge und in der Folge mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf deutlich über 10%. Im Februar hatte die Erwerbslosenrate noch bei 3.5% gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Vor diesem Hintergrund drängt US-Präsident Trump auf eine baldige Lockerung des wegen der Epidemie verhängten «Lockdowns». Mittlerweile zählen die USA nach Angaben der Universität Johns Hopkins mehr als 830 000 bestätigte Coronavirus-Infektionen und mehr als 45 000 Todesfälle.

EU-Gipfel im Fokus – EZB-Chefin Lagarde zieht rote Linie

Europas Notenbankchefin Christine Lagarde warnte im Vorfeld des heute beginnenden EU-Gipfels vor dem Hintergrund der Corona-Krise, dass die EZB aus rechtlichen Gründen nicht direkt Staatsanleihen von Euroländern erwerben dürfe. Damit würde die Notenbank eine rote Linie überschreiten. Die EU-Verträge sähen vor, dass Primärmarktkäufe von Staatsanleihen, respektive eine direkte Finanzierung der Regierungen, das Ziel gesunder Haushaltspolitik untergrabe, kommentierte die EZB-Vorsitzende. Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten werden heute über ein Hilfspaket beraten, mit dem die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abgefedert werden sollen. Die EU-Finanzminister hatten sich bereits grundsätzlich auf die Einrichtung eines Wiederaufbaufonds in Verbindung mit dem nächsten mittelfristigen Finanzrahmen der Europäischen Union geeinigt. Allerdings gehen die Vorstellungen über die Ausgestaltung weit auseinander.

Inzwischen hat sich die Stimmung der Konsumenten im Euroraum angesichts des Stillstands des öffentlichen Lebens wenig überraschend spürbar eingetrübt. Der von der EU-Kommission monatlich publizierte Verbrauchervertrauensindex fiel um 11.1 auf minus 22.7 Punkte und notiert damit knapp am bisherigen Rekordtief in der Finanzkrise 2009 und unter dem langjährigen Durchschnitt von minus 11 Zählern.

Credit Suisse meldet kräftige Gewinnsteigerung

Credit Suisse steigerte den Gewinn im ersten Quartal um +75% auf CHF 1.3 Mrd. und übertraf damit klar die Markterwartungen von rund CHF 1 Mrd. Gut lief es der Schweizer Grossbank insbesondere im Wertpapiergeschäft und in Asien. Die Handelsparte Global Markets lieferte einen Gewinn von CHF 1.7 Mrd. (+14% zum Vorjahr). Der neue CEO Thomas Gottstein warnte jedoch, dass die Bank in den nächsten Quartalen möglicherweise weitere Reserven bilden und Wertberichtigungen vornehmen müsse.

Daimler erleidet Gewinneinbruch

Der Stuttgarter Autobauer Daimler musste vor dem Hintergrund der Corona-Krise im Auftaktsquartal einen Gewinneinbruch hinnehmen und sieht von einer Prognose für das Gesamtjahr ab. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um -78% auf EUR 617 Mio. Gleichzeitig hiess es, ein Ausblick sei derzeit nicht möglich, da die Auswirkungen auf Nachfrage, Lieferketten und Produktion nicht sicher und detailliert eingeschätzt werden könnten. Das operative Ergebnis, Umsatz und Absatz würden im laufenden Jahr aber unter dem Niveau des Vorjahres liegen, kommentierte der Autokonzern.

Inflation in Grossbritannien im Rückwärtsgang

Die Lebenshaltungskosten im Vereinigten Königreich sind im März weiter gesunken. Die Inflationsrate schwächte sich im vergangenen Monat auf Jahressicht von +1.7% auf +1.5% ab. Hintergrund ist einerseits der Pandemie-bedingte «Lockdown» und andererseits die tieferen Energiekosten. Die britische Notenbank geht davon aus, dass die Teuerungsrate im Zuge der Virus-Krise und vor dem Hintergrund des jüngsten Ölpreisverfalls unter die Marke von +1.0% fallen wird. Der geringere Preisdruck gibt der Bank of England nochmals Spielraum falls nötig das Finanzierungsbedingungen weiter zu lockern, jedoch hat die BoE ihren Leitzins bereits auf das Rekordtief von noch +0.1% gesenkt und ihre Wertpapierkäufe in Folge der Corona-Krise ausgeweitet.

Wirtschaftskalender 29. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
20:00USFed-Zinsentscheid
Unternehmenskalender 23. April
LandUnternehmenPeriode
CHCredit SuisseQ1
NLUnileverQ1
USAIntelQ1
USATexas InstrumentsQ1
USANextera EnergyQ1
USACoca-ColaQ1

 

Quelle: BondWorld.ch