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LGT Navigator: Hohe Volatilität bei Techwerten dürfte andauern

LGT Navigator: Eine fulminante Korrektur der Technologieaktien, leicht nachgebende Anleiherenditen, Optimismus hinsichtlich der Covid-19-Impfkampagnen und weitere fiskalpolitische Unterstützung sorgten an der Wall Street und auch an den asiatischen Börsen für eine Erholung.

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Heute wird erwartet, dass das US-Repräsentantenhaus, das von Präsident Biden initiierte, fast zwei Billionen US-Dollar schwere Corona-Hilfspaket verabschiedet. Die Volatilität bei den Technologieaktien dürfte wohl nicht nur eine kurzzeitige Erscheinung bleiben.

Dank einer einstweiligen Entspannung am Anleihemarkt gelang den Indizes an der New Yorker Börse am Dienstag eine schnelle Erholung von den jüngsten Verlusten. Die noch am Vortag stark gebeutelte Technologiebörse Nasdaq legte dabei ein fulminantes Rally von rund +4% hin und die noch am Montag stark abverkauften Tech-Titel konnten teilweise die Vortagesverluste mehr als wett machen. So legte beispielsweise die Aktie von Tesla einen Kurssprung von fast 20% hin. Der marktbreite S&P 500 gewann am Dienstag +1.43% und ging bei 3875.44 Punkten aus dem Tagesgeschäft. Der Dow Jones Industrial schloss nach einem weiteren Rekord schlussendlich bei 31 832.74 Punkten (+0.10%) praktisch unverändert. In Asien setzte sich der Erholungstrend zunächst fort, verlor aber schnell an Schwung und für Europas Börsen signalisieren die Futures heute Morgen einen verhaltenen Handelsstart. Heute dürften die neusten Inflationsdaten aus den USA im Fokus der Kapitalmärkte stehen, bevor sich morgen die Aufmerksamkeit dann auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank richten wird.

EU und USA im Klimaschutz wieder auf einer Linie

Die neue Regierung von US-Präsident Joe Biden will beim Klimaschutz wieder eng mit der Europäischen Union zusammenarbeiten. «Wir sind entschlossen, unsere starke Allianz im Kampf gegen die Klimakrise zu erneuern», betonte Bidens Klimabeauftragter John Kerry in Brüssel. Die USA wollen ganz im Gegensatz zur vorherigen Trump-Administration sogar ehrgeizigere Zusagen für den Klimaschutz als im Pariser Abkommen von 2015 fordern. Biden hatte sofort nach Amtsantritt die Rückkehr in das Pariser Klimaabkommen verkündet, von dem Vorgänger Trump ausgetreten war. Die im Herbst geplante Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow sei nun die «letzte beste Chance», auf dem Pariser Abkommen aufzubauen, warnte Kerry. In einer gemeinsamen Erklärung wollen die USA bekräftigen, spätestens 2050 unterm Strich keine Treibhausgase mehr auszustossen. Die Europäische Union will Europa bis 2050 sogar zum ersten klimaneutralen Kontinent werden.

OECD hebt Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft an

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt sich in ihren gestern veröffentlichten neuen Prognosen für die Weltwirtschaft zuversichtlicher. So geht die OECD nach dem Corona-bedingten Einbruch im vergangenen Jahr nun im Jahr 2021 von einem globalen Wachstum von +5.6% aus. Im Dezember lautete die Prognose noch auf 4.2%. Für das kommende Jahr stellte die in Paris ansässige Organisation eine Wachstumsrate von +4% in Aussicht, anstatt wie bisher von +3.4%.

Euro-Wirtschaft litt im Schlussquartal 2020 stärker unter den Corona-Beschränkungen als angenommen

In der Eurozone ist die Wirtschaft im vierten Quartal des letzten Jahres stärker geschrumpft als bisher erwartet. Die Wirtschaftsleistung ging im Quartalsvergleich dem Statistikamt Eurostat um -0.7% zurück. Eine erste Schätzung war von -0.6% ausgegangen. Im dritten Quartal war die Euro-Wirtschaft nach dem Einbruch im Frühjahr noch um +12.5% gewachsen. Im Gesamtjahr 2020 sank die Wirtschaftsleistung im Euroraum um -6.6%.

Deutschlands Exportindustrie dank China mit unerwartet gutem Jahresstart

Die deutschen Exporte haben zu Jahresbeginn überraschend stark zugenommen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Ausfuhren um +1.4%, während Analysten im Schnitt einen Rückgang um -1.8% prognostiziert hatten. Während die Exporte in die EU-Staaten im Januar deutlich zurückgingen, nahmen die deutschen Ausfuhren nach China kräftig um +3.1% gegenüber der Vorjahresperiode zu. Einen signifikanten Rückgang verbuchten hingegen die deutschen Exporte in die USA (-6.2%) und in einem noch deutlich stärkeren Ausmass nach Grossbritannien (-29%). Wie heftig der Brexit auf den Handel durchschlägt, zeigt auch der Einbruch der britischen Exporte nach Deutschland, die zu Jahresbeginn um -56% eingebrochen sind!

Wirtschaftskalender 10. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Industrieproduktion (Januar, M/M) -0.8%
14:30 USA Verbraucherpreise (Februar, M/M) +0.3%
14:30 USA Verbraucherpreise (Februar, J/J) +1.4%
14:30 USA Kern-Verbraucherpreise (Februar, J/J) +1.4%

 

Unternehmenskalender 10. März

Land Unternehmen Periode
CH Geberit Q4
DE Adidas Q4
IT Pirelli Q4
USA Oracle  Q3

 

Quelle: BondWorld.ch