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LGT Navigator: Im Banne des Corona-Virus

LGT Navigator: Auch in der ersten Woche im Februar dürfte die Angst vor einer globalen Verbreitung des Coronavirus die Kapitalmärkte im Griff haben…..

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Nachdem die WHO die Virusausbreitung zu einer «gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite» erklärt hatte, gingen die US-Aktienindizes mit kräftigen Abschlägen von rund zwei Prozent ins Wochenende und am Anleihemarkt gerieten die Renditen langlaufender Wertpapiere unter Druck. In Asien setzten die Börsen heute den Abwärtstrend akzentuiert fort. In China brachen die Aktienindizes am ersten Handelstag nach den Neujahrsferien um bis zu -9% ein. Im Blickfeld der Anleger bleibt auch die laufende Unternehmensberichtssaison.

China Aktienmarkteinbruch

Die Furcht vor einer Epidemie des Corona-Virus drückt die Stimmung an den Börsen weiterhin. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief zwar den internationalen Gesundheitsnotstand aus, sprach sich gleichzeitig aber dafür aus, die Grenzen offen zu halten. Eine Wortwahl die wohl dazu dienen soll, keine Panik zu schüren. An Chinas Börsen herrscht nach der Rückkehr von den Neujahrsfeierlichkeiten Ausverkaufsstimmung. Die chinesische Regierung versucht inzwischen mit einer Reihe von Massahmen, wie einer unerwarteten Senkung des Leitzinses und zusätzlicher Liquidität die Märkte zu stützen.

Neben dem Corona-Virus ist derzeit der nun vollzogene Ausstieg Grossbritanniens aus der EU das zweite grosse Gesprächsthema an den Finanzmärkten. Rund dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum muss nun bis zum Jahresende ein Freihandelsabkommen geschlossen werden, um die Konsequenzen auf die Wirtschaft in Grenzen zu halten. Angesichts der bislang harten Haltung des britischen Premierministers Boris Johnson scheint ein schneller Verhandlungserfolg jedoch fraglich. Spannend wird nun sein, wie sich die Bank von England, vor allem auch unter der neuen Führung von Andrew Bailey, positionieren wird.

Amtsenthebungsverfahren gegen Trump kurz vor Abschluss

Das «Impeachment»-Verfahren gegen US-Präsident Donald Trump dürfte in dieser Woche zu einem abrupten Ende kommen. Am Mittwoch wird der US-Senat über die Anklagepunkte des Repräsentantenhauses entscheiden und mit praktisch hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit den Präsidenten dank der Mehrheit der Republikaner von allen Vorwürfen freisprechen. Zuvor waren die Demokraten am Freitag im Senat mit dem Versuch gescheitert, die Vorladung von Zeugen in dem Verfahren durchzusetzen. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer und die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zeigten sich enttäuscht und warfen dem Senat vor, sich zu Komplizen der Vertuschung des Präsidenten zu machen. Ohne richtigen Prozess mit Zeugen könne es keinen ehrlichen Freispruch geben. Trump dürfte dies kalt lassen, und der Präsident kann sich nun wieder voll auf seine Kampagne zur Wiederwahl im November fokussieren.

Noch vor dem erwarteten Freispruch im Senat Mitte der Woche wird am Dienstagabend mit Spannung Trumps «Rede zur Lage der Nation» vor beiden Kongresskammern erwartet. Zudem steht heute Abend im US-Bundesstaat Iowa die erste Vorwahl an, bei denen Demokraten und Republikaner bestimmen, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten.

US-Konsument bleibt der Fels in der Brandung

Die amerikanischen Verbraucher haben im Dezember erneut mehr Geld für den Konsum ausgegeben. Die Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben um +0.3% zum Vormonat. Experten hatten mit einem Anstieg in dieser Grössenordnung gerechnet, nachdem es im November ein Plus von +0.4% gegeben hatte. Die persönlichen Einkommen stiegen Ende des letzten Jahres um +0.2% (November +0.4%). In den USA entfallen rund zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts auf den Privatkonsum.

Fehlende Dynamik in der Eurozone

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum blieb im Schlussquartal 2019 schwach. Das Bruttoinlandsprodukt der 19 Länder erhöhte sich lediglich um +0.1% zum Vorquartal, während Analysten eine Zunahme um +0.2% prognostiziert hatten. Insbesondere in Frankreich und Italien schrumpfte die Wirtschaftsleistung in den letzten drei Monaten des Jahres. Im Gesamtjahr 2019 erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone um +1.2%. Währenddessen erhöhte sich der Inflationsdruck im Euroraum zu Jahresbeginn leicht von +1.3% auf +1.4%. Die Energiepreise legten im Januar kräftig um +1.8% zu und die Preise für Lebensmittel zogen gleichzeitig um +2.2% an. Insgesamt zeigt die Wirtschaft in der Eurozone vor dem Hintergrund der mannigfachen Unsicherheitsfaktoren aber nach wie vor keine beeindruckende Dynamik.

Wirtschaftskalender 3. Februar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:30CHEinkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe (Markit)50.20
09:50FREinkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe (Markit)51
09:55DEEinkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe (Markit)45.20
10:00EUEinkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe47.80
10:30GBEinkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe (Markit/ CIPS)49.80
15:45USEinkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe (Markit)51.70
16:00USEinkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe (ISM)47.20
Unternehmenskalender 3. Februar
LandUnternehmenPeriode
CHJulius BaerJ19
USAlphabetQ4

 

Quelle: BondWorld.ch