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LGT Navigator: Impfstoffe und der Faktor Hoffnung treiben Börsen weiter an

LGT Navigator: Die Hoffnungen auf ein absehbares Ende der Coronakrise dank dem breiten Einsatz von Impfstoffen sowie auf weitere Konjunkturpakete sorgen an den Börsen für einen weiterhin positiven Ausblick.

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Trotzdem bleibt die Stimmung angesichts der in Europa, den USA und teilweise auch wieder in Asien steigenden Corona-Infektionszahlen und der Sorge vor den wirtschaftlichen Konsequenzen erneuter «Lockdowns» fragil. Unsicherheit birgt auch weiterhin der Brexit-Showdown, der heute mit dem Besuch des britischen Premiers Johnson in Brüssel in eine neue Runde geht.

An der Wall Street kletterten die Indizes nach einem zähen Start im Verlauf des Handelstages erneut auf Rekordwerte. Der Dow Jones Industrial schloss um +0.35% höher bei 30 173.88 Punkten und der breite S&P 500 legte um +0.28% auf 3702.25 Zähler zu. Getrieben wurden die Aktienindizes insbesondere von dem weiterhin positiven Newsflow in Sachen Covid-19-Impfstoff. So konnte der Impfstoff von Pfizer/BioNTech eine weitere wichtige Hürde bei der Notfallzulassung in den USA nehmen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat anscheinend keine Bedenken gegen den Einsatz des Impfstoffes oder hinsichtlich der Sicherheit und der Wirksamkeit geäussert. Die FDA bestätigte, dass sich eine zweimalige Impfung als hochwirksam erwiesen habe. Die Datenlage sei jedoch noch ungenügend in Bezug auf die Sicherheit des Impfstoffs bei Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem, Schwangeren sowie Personen unter 16 Jahren.

Hoffnungen machen sich die Anleger auf im Hinblick auf das seit langem erwartete weitere Corona-Hilfspaket in den USA. US- Finanzminister Steven Mnuchin soll einen neuen Vorschlag vorgelegt haben und Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, sprach von Fortschritt bei den Verhandlungen.

Auch an den asiatischen Aktienmärkten setzte sich am Mittwoch die Rally fort und in Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund +1.3% höher bei 26 817.94 Punkten. Unterdessen sind in China die Verbraucherpreise im November überraschend gefallen. Im Jahresvergleich sanken die Konsumentenpreise um -0.5% – der erste Rückgang seit Oktober 2009. Im Oktober waren die Lebenshaltungskosten noch um +0.5% gestiegen. Der Rückgang im November war hauptsächlich auf die volatilen Lebensmittelpreise zurückzuführen, die im Jahresvergleich im November um -2% zurückgingen. Die Kerninflation, ohne Nahrungsmittel- und Energiekosten, blieb hingegen mit +0.5% unverändert gegenüber Oktober.

ZEW-Konjunkturerwartungen reflektieren Impfstoffhoffnungen

Die Aussicht auf ein Ende der Coronakrise dank der in einigen Ländern bereits begonnenen Covid-19-Impfungen haben dafür gesorgt, dass die vom Mannheimer Forschungsinstituts ZEW befragten Finanzmarktexperten sich wieder positiver in Bezug auf die Konjunkturaussichten für Deutschland und die Eurozone gezeigt haben. Das ZEW-Barometer verbesserte sich gegenüber dem Vormonat um 16 Punkte auf 55.0 Zähler und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die mit einem Anstieg auf 46.0 Zähler gerechnet hatten. Während sich der Ausblick der befragten Anleger und institutionellen Investoren dank der Impfstoffzulassungen aufgehellt hat, war die Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage vor dem Hintergrund neuer Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie pessimistischer als noch vor einem Monat.

Kräftige Wirtschaftserholung im Euroraum im Q3 bestätigt

Revidierten Angaben des europäischen Statistikamts Eurostat zufolge ist die Euro-Wirtschaft im dritten Quartal um +12.5% gegenüber dem Vorquartal gewachsen, womit die Erholung vom Corona-Schock im zweiten Quartal geringfügig schwächer ausfällt. Die vorherige Berechnung hatte ein BIP-Wachstum im Q3 von +12.6% ergeben, nach einem Einbruch im Q2 um -11.7%. Getragen wurde das Wachstum im Q3 vor allem vom Privatkonsum sowie den Unternehmensinvestitionen und dem Aussenhandel. Die Frage ist nun, ob sich die erhoffte weitere Wirtschaftserholung im Schlussquartal fortsetzt oder aufgrund der erneuten Ausbreitung des Coronavirus und den entsprechenden Gegenmassnahmen versandet. Im Jahresvergleich sank die Wirtschaftsleistung im Euroraum um -4.3%.

Grossbritannien laut Ifo-Studie beim Brexit deutlich im Nachteil

In einer aktuellen Studie geht das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo davon aus, dass die britische Wirtschaft unter dem Brexit stärker leiden wird, als die EU. 2019 habe Grossbritannien rund 50% seiner Importe und 47% der Exporte mit der EU abgewickelt, womit die EU der grösste Markt für das Vereinigte Königreich darstellt. Umgekehrt gingen aber nur 4% der EU-Exporte nach Grossbritannien und etwa 6% der EU-Importe stammten aus Grossbritannien. Mit Blick auf die deutsch-britischen Beziehungen stellte das Ifo fest, dass Deutschland nur bei neun Gütern völlig abhängig von Importen aus Grossbritannien ist, andererseits die Briten aber 53 Güter ausschliesslich aus Deutschland importieren.

Wirtschaftskalender 9. Dezember

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEExporte (Oktober, M/M)+2.3%
08:00DEImporte (Oktober, M/M)+0.2%
09:00FRGeschäftsklimaindex (November)96.9
09:00SPIndustrieproduktion (Oktober, J/J)-0.6%
15:00KANBank of Canada Zinsentscheid+0.25%

 

Unternehmenskalender 13. Dezember 2020

LandUnternehmenPeriode
USAOracleQ2

 

Quelle: BondWorld.ch