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LGT Navigator: Impfstofflieferengpässe dämpfen Konjunkturperspektiven

LGT Navigator: Nach einem zunächst freundlichen Wochenauftakt sorgten eine schlechter als erwartet ausgefallene Ifo-Umfrage sowie die Befürchtung,

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dass Lieferverzögerungen der Covid-19-Impfstoffe die Pandemiebekämpfung und damit auch die erhoffte Wirtschaftserholung schwächen könnten für eine tiefere Börsenstimmung. Positiv hingegen wirken die Aussicht auf ein weiteres US-Konjunkturpaket sowie anhaltende Unterstützung durch die US-Notenbank. Neben dem Fed-Zinsentscheid stehen in den nächsten Tagen weitere hochkarätige Unternehmensergebnisse, wie beispielsweise die von Microsoft oder Apple, an.

Befürchtungen, dass Verzögerungen der Covid-19-Impfkampagnen durch Lieferengpässe bei den Herstellern die Bekämpfung der Pandemie verlangsamen und damit auch die Konjunkturerholung gefährden könnten, drücken auf die Börsenstimmung. Zudem sorgen Anzeichen einer Verzögerung des geplanten US-Konjunkturpakets für eine erhöhte Zurückhaltung der Anleger. Chuck Schumer, der Mehrheitsführer im US-Senat, warnte, dass ein Konjunkturprogramm vor Mitte März unwahrscheinlich sei.

Die Aktienindizes an der New Yorker Börse tendierten zum Wochenauftakt seitwärts. Zu Handelsbeginn hatten die wichtigsten Technologieindizes aber noch neue Rekorde erzielt. Dann dominierten aber Gewinnmitnahmen und eine vorsichtigere Haltung der Anleger bevor heute und in den nächsten Tagen eine Reihe von Quartalsergebnissen veröffentlicht werden. Der Dow schloss -0.12% tiefer bei 30 960.0 Punkten, während der S&P 500 einen moderaten Tagesgewinn von +0.36% verbuchte und bei 3855.36 Zählern aus dem Rennen ging. Die Technologiebörsen schnitten gestern besser ab: Der marktbreite Nasdaq Composite legte um +0.69% zu und der Nasdaq 100 gewinnt +0.87%.

Nach negativen Vorgaben aus Asien, deuten die Futures-Märkte auf eine negative Börseneröffnung in Europa hin. Im Zentrum stehen Unternehmensergebnisse: Während UBS im Q4 die Gewinnerwartungen schlagen konnte, vermochte Novartis den Marktkonsens nur knapp zu erfüllen und zeigte sich im Ausblick für das laufende Jahr vorsichtig. Für Unsicherheit könnte einmal mehr das politische Geschehen in Italien sorgen. So gab letzte Nacht Italiens Regierungschef Giuseppe Conte seinen Rücktritt bekannt. Heute will Conte zunächst den Ministerrat informieren und anschliessend bei Staatspräsident Sergio Mattarella seinen Rücktritt offiziell einreichen.

Zweite Corona-Welle beendet vorläufig Wirtschafserholung in Deutschland

Die aktuellen Umfrageergebnisse des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo zeigten eine überraschend deutliche Eintrübung der Unternehmensstimmung in der deutschen Wirtschaft. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer fiel zu Jahresbeginn auf 90.1 Punkte von 92.2 Zählern im Dezember zurück. Ökonomen waren von einer nur leichten Abschwächung auf 91.9 Punkte ausgegangen. Dabei beurteilten die befragten Firmen sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen pessimistischer. Die Erholung der deutschen Wirtschaft sei durch die neuerliche Ausweitung der Corona-Pandemie vorläufig gestoppt worden, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

EZB verstärkt ihre Bemühungen im Klimaschutz

Die Europäische Zentralbank (EZB) verstärkt zusammen mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Anstrengungen in der Umweltpolitik. Die BIZ werde einen weiteren Fonds auflegen, der in Wertpapiere mit umweltschonendem Zweck investieren soll. Neben dem bereits bestehenden Fonds in US-Dollar wird der neue Fonds in Euro notiert und die EZB werde in den neuen Fonds investieren. Laut BIZ werde über die beiden Fonds zunächst ein Gesamtvolumen von rund USD 2 Mrd. verwaltet. Zudem ist laut EZB-Chefin Christine Lagarde ein «Zentrum für Klimawandel» geplant, um in Zukunft die Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zu stärken. Zwar seien die Zentralbanken nicht die Hauptakteure in dieser Thematik, jedoch könne der Klimawandel nicht einfach ignoriert werden. «Die Tatsache, dass wir nicht im Fahrersitz sitzen, bedeutet nicht, dass wir keine Rolle bei seiner Bekämpfung spielen», betonte Lagarde.

In der EU überholen Erneuerbare Energien die fossile Konkurrenz

Innerhalb der Europäischen Union (EU) hat die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien, wie Wind, Sonne, Wasserkraft und Biomasse im 2020 erstmals die Erzeugung aus fossilen Brennstoffen überholt. Gemäss einer aktuellen Studie der deutschen Denkfabrik Agora Energiewende und dem britischen Partner Ember lieferten Erneuerbare Energien 38% des EU-Stroms, fossile Energien, wie Gas und Kohle dagegen 37%. Dabei ging die Stromerzeugung durch Atomkraft um 10% auf einen rekordtiefen Anteil von noch 25% zurück.

China löst die USA als wichtigster Empfänger ausländischer Direktinvestitionen ab

Einem Bericht der Organisation für Handel und Entwicklung (Unctad) der UNO zufolge hat die Coronakrise dazu geführt, dass China die USA als grössten Empfänger von ausländischen Direktinvestitionen abgelöst hat. Die Direktinvestitionen aus dem Ausland in den USA gingen 2020 um knapp -50% gegenüber dem Vorjahr auf rund USD 134 Mrd. zurück. Gleichzeitig nahmen die Direktinvestitionen in China um +4% auf USD 163 Mrd. zu. Im letzten Jahr brachen die ausländischen Direktinvestitionen der Studie zufolge weltweit um -42% auf USD 859 Mrd. ein.

Wirtschaftskalender 26. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Arbeitslosenrate (November) 4.9%
15:00 USA S&P Häuserpreiseindex 20 grösste Städte (November, J/J) +7.9%

 

Unternehmenskalender 26. Januar

Land Unternehmen Periode
USA Microsoft Q4
USA Texas Instruments Q4
USA Johnson & Johnson Q4
USA Starbucks Q4
USA American Express Q4
USA General Electric Q4
USA 3M Q4

 

Quelle: BondWorld.ch