LGT

LGT Navigator: In Washington beginnt mit der Inauguration von Biden die Nach-Trump-Ära

LGT Navigator: Mit der heutigen Amtseinführung des gewählten demokratischen Präsidenten Joe Biden beginnt ein neues Kapital der amerikanischen Geschichte.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Die Herausforderungen und Erwartungen an das Team Biden/Harris sind angesichts der politischen Zerrissenheit des Landes inmitten einer Pandemie unglaublich hoch. An den Kapitalmärkten erwarten die Anleger weitere fiskalpolitische Impulse und eine berechenbarere und kompromissbereite US-Politik.

Nach dem feiertagsbedingt verspäteten Start in die neue Woche war die Stimmung an der New Yorker Börse vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten freundlich. Der Dow Jones Industrial legte um +0.38% auf 30’930.52 Punkte zu und bleibt damit nahe des erst am letzten Donnerstag erreichten Rekordhochs. Der S&P 500 stieg gleichzeitig um +0.81% auf 3’798.91 Zähler und der Technologieindex Nasdaq 100 verzeichnete gar einen Gewinn von +1.5% und ging bei 12’996.54 Punkten aus dem Tagesgeschäft. In Asien setzte sich der positive Trend an den meisten Handelsplätzen fort.

Die Kapitalmärkte setzen nun darauf, dass der heute vereidigte US-Präsident Joe Biden mit einem weiteren Konjunkturpaket im Umfang von fast zwei Billionen US-Dollar nicht nur versuchen wird, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, sondern auch die Amerikaner wieder näher zusammenzubringen. Gestützt wurde die Hoffnung auch durch Aussagen der designierten US-Finanzministerin Janet Yellen, die während der Anhörung vor dem Senatsausschuss für ein umfangreiches fiskalisches Hilfspaket plädierte. Einen Meilenstein in der Nach-Trump-Ära könnte bereits Bidens Inaugurations-Rede sein. Traditionell findet die Zeremonie an der Westseite des US-Kapitols um 12.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) statt, diesmal wegen der extremen Sicherheitsvorkehrungen wohl ohne grosses Publikum.

Im Fokus steht auch weiterhin die Quartalsberichterstattungssaison. Gestern übertraf Goldman Sachs dank eines florierenden Wertpapierhandels und starker Einnahmen im Investmentbanking die Markterwartungen, während Bank of America durch die niedrigen Zinsen und höhere Kosten wegen der Coronakrise im Schlussquartal 2020 belastetet wurde.

Längere Regierungskrise in Italien vorerst abgewendet

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte bleibt nach relativ knapp gewonnenen Vertrauensabstimmungen im Parlament im Amt. Conte rief nach den Abstimmungen zum Handeln auf, um den Gesundheitsnotstand und die Wirtschaftskrise zu überwinden. Auch nach der zunächst abgewendeten Regierungskrise dürfte die Ausarbeitung eines Plans zur Verteilung der rund EUR 210 Mrd. aus dem EU-Wiederaufbaufond wohl kaum glatt verlaufen. Insbesondere die Partei Italia Viva unter der Führung von Matteo Renzi war mit der Verteilung der Gelder nicht einverstanden.

Konjunkturerwartungen für Deutschland und den Euroraum laut ZEW deutlich verbessert

Die vom Mannheimer Forschungsinstituts ZEW befragten Finanzanalysten und Investoren zeigten sich in den aktuellen Umfrageerbnissen für Januar optimistischer im Hinblick auf die weitere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und der Eurozone, trotz der Unsicherheit rund um die Corona-Beschränkungen. Das Stimmungsbarometer legte gegenüber dem Vormonat kräftiger als erwartet um 6.8 auf 61.8 Punkte zu. Analysten hatten im Schnitt mit 59.4 Zählern gerechnet.

Anhaltend schwache Inflation in Deutschland

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind im Dezember weiter gesunken. Die Verbraucherpreise gingen im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um -0.7% zurück (EU-harmonisiert), wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Teuerungsrate ist in Deutschland bereits seit einigen Monaten negativ. Hintergrund für die im Jahresvergleich fallenden Konsumentenpreise ist vor allem auch die bis Ende 2020 gültige Mehrwertsteuersenkung zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise sowie die im Jahresvergleich tieferen Erdölpreise. Im Gesamtjahr 2020 sind die deutschen Verbraucherpreise um +0.4% zum Vorjahr gestiegen – der schwächste Anstieg seit der Finanzkrise 2009.

Wirtschaftskalender 20. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Verbraucherpreise (Dezember, J/J) +0.3%
08:00 GB Kern-Verbraucherpreise (Dezember, J/J) +1.1%
11:00 EZ Verbraucherpreise (Dezember, J/J) -0.3%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (Dezember, J/J) +0.2%
16:00 USA NAHB-Häusermarktindex (Januar) +86.0
16:00 KAN Bank of Canada Zinsentscheid +0.25%

 

Unternehmenskalender 20. Januar

Land Unternehmen Periode
USA Morgan Stanley Q4
USA Procter & Gamble Q4
USA Alcoa Q4

 

Quelle: BondWorld.ch