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LGT Navigator: Inflationsängste und Anleihenrenditen bestimmen weiterhin das Börsengeschehen

LGT Navigator: Die laufende Covid-19-Impfkampagne und damit zusammenhängende Hoffnungen auf eine weitere Erholung der Weltwirtschaft,

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sowie das jüngst beschlossene 1.9 Billionen schwere US-Dollar schwere US-Konjunkturprogramm verstärken die Befürchtung vor einem Anstieg der Inflation und in der Folge auch der  Zinsen. So drücken die höheren Renditen am Anleihenmarkt wieder stärker auf die Aktienkurse. Im Zentrum stehen in dieser Woche die geldpolitischen Richtungsentscheide der Zentralbanken in den USA, Japan und Grossbritannien.

Das Muster der vergangenen Wochen setzte sich an der Wall Street am Freitag fort. Ein erneuter Anstieg der Renditen bei US-Staatsanleihen setzte insbesondere die Technologiebörse Nasdaq erneut unter Druck. Während die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere auf über 1.6% kletterte, verlor der Nasdaq 100 zeitweise -1.7% und ging bei 12’937.29 Punkten (-0.89%) ins Wochenende. Damit setzte sich auch die Sektorenrotation hin zu Standardwerten, Zyklikern und Aktien der «Old Economy» fort, was dem Dow Jones Industrial zum fünften Tag in Folge neue Höchstwerte bescherte. Der Dow stieg am Freitag um +0.9% auf 32’778.64 Zähler und legte auf Wochensicht um mehr als vier Prozent zu. Der S&P 500 schloss bei 3’943.34 Punkten nur wenig verändert gegenüber dem Vortag (+0.1%). In Asien setzten chinesische Aktienindizes ihre Talfahrt fort, überschattetet von anhaltenden Liquiditätssorgen.

In der neuen Woche stehen vor allem die geldpolitischen Entscheide der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch sowie der Bank of Japan und der Bank of England am Donnerstag im Zentrum. Alle drei Zentralbanken werden angesichts des nach wie vor unsicheren Konjunkturausblicks vor dem Hintergrund der noch keineswegs überwundenen Pandemie wahrscheinlich ihren expansiven geldpolitischen Kurs bekräftigen.

Weitere Anzeichen eines erhöhten Preisauftriebs in den USA

Die Preise auf Herstellerebene haben sich in den Vereinigten Staaten im Februar weiter verschärft. Die Erzeugerpreise legte auf Jahressicht um +2.8% zu, wie das Arbeitsministerium in Washington berichtete. Das ist der stärkste Anstieg seit Oktober 2018. Ökonomen hatten im Schnitt mit einer Produzentenpreisteuerung von +2.7% gerechnet. In der Kernrate, also ohne Berücksichtigung der stärker schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel, betrug die Steigerungsrate +2.5%. Im Monatsvergleich stiegen die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten, um +0.5% und in der Kernrate um +0.2%. Die Erzeugerpreise fliessen zu einem späteren Zeitpunkt in die Preisentwicklung der Verbraucherpreise ein und werden daher als frühes Indiz für die Inflationsentwicklung genauestens beobachtet.

Optimistischere Konsumentenstimmung in den USA

Die Stimmung der amerikanischen Verbraucher hat sich im März gemäss den aktuellen Umfrageergebnissen der Universität Michigan verbessert. Das Konsumentenvertrauensbarometer erreichte dabei den höchsten Stand seit einem Jahr, was auf die fortschreitende Impfkampagne sowie die das Corona-Hilfspaket zurückzuführen sei. Laut der Uni Michigan war die Stimmungsaufhellung in allen Regionen weit verbreitet.

Positive News zu Covid-19-Impfstoffpipeline

Der Impfstoff-Kandidat des amerikanischen Herstellers Novavax soll nach Angaben des Unternehmens einen Schutz von rund 96% gegen das ursprüngliche Coronavirus ausweisen. Der proteinbasierte Impfstoff «NVX-CoV2373» soll auch gegen die britische Variante B.1.1.7 zu rund 86% effektiv sein. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bereits ein Prüfverfahren für den Impfstoff eingeleitet.

Geldpolitik der Bank of Japan auf dem Prüfstand

Die japanische Zentralbank dürfte anlässlich der Überprüfung ihrer politischen Instrumente klarere Richtlinien in Bezug auf das aus ihrer Sicht akzeptable Mass der Fluktuationen bei den langfristigen Zinssätzen festlegen. Die Bank of Japan dürfte damit bezwecken, die Entwicklung der langfristigen Zinsen im Auge zu behalten. Sie wird voraussichtlich keine schnelle Erhöhung der Zinsen tolerieren, da diese der Wirtschaftserholung schaden könnte Die Bank of Japan analysiert derzeit, wie sie ihr Stimulierungsprogramm nachhaltiger gestalten kann.

Preisauftrieb in Deutschland hat sich weiter beschleunigt

Die deutschen Verbraucherpreise sind im Februar auf Jahressicht um +1.3% gestiegen, womit sich die Inflation gegenüber der zum Jahresbeginn festgestellten Rate von +1.0% deutlich erhöht hat. Im Dezember war die Teuerungsrate in Deutschland mit -0.3% sogar noch im negativen Bereich. Hintergrund ist in erster Linie die zum Ende des letzten Jahres ausgelaufene temporäre Mehrwertsteuersenkung. Auf Monatsbasis ergab sich im Februar ein Preisauftrieb von +0.7%, getrieben von höheren Energiepreisen, insbesondere der Kraftstoffe (+2.4%). Mehr bezahlen mussten deutsche Konsumenten aber auch für Nahrungsmittel und Dienstleistungen, die auf Jahressicht um je +1.4% teurer wurden.

In Spanien ist hingegen kein Preisdruck spürbar

In Spanien ist die Inflationsrate im Februar wieder in den negativen Bereich gerutscht. Die Verbraucherpreise sanken im Jahresvergleich um -0.1%, wie das Statistikamt INE in Madrid berichtete. Im Januar waren die Verbraucherpreise erstmals seit Beginn der Coronakrise im Frühjahr 2020 wieder um +0.4% gestiegen.

Brexit hinterlässt starke Spuren in Grossbritanniens Aussenhandel

Die britische Wirtschaft hat zu Beginn des Jahres vor dem Hintergrund des Brexits und den Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts um -2.9% gegenüber dem Vormonat verzeichnet. Der Einbruch war damit aber dennoch deutlich geringer als von Ökonomen im Schnitt mit knapp -5% befürchtet. Besonders hart getroffen wurde der britische Aussenhandel. Die Ausfuhren gingen im Januar um -19.3% gegenüber dem Vormonat zurück, insbesondere im Handel mit der EU (-40.7%). Noch stärker war der Einbruch bei den Importen mit -21.6%. Einen Einbruch erlitt auch die britische Industrie. So sank die Industrieproduktion im Januar um -1.5% im Vergleich zum Vormonat. Im Jahresvergleich ging die Produktion zu Jahresbeginn sogar um -4.9% zurück.

Wirtschaftskalender 15. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
13:30 USA NY Fed Empire State Industrieindex (März) +12.1

 

Unternehmenskalender 15. März

Land Unternehmen Periode
DE Salzgitter Q4
SW H&M Q4

 

Quelle: BondWorld.ch