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LGT Navigator: Inflationsdruck in den USA nimmt nochmals spürbar zu

LGT Navigator: Die neusten Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten sorgt an den Kapitalmärkten für eine wieder höhere Gewichtung des Inflationsrisikos.

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Der spürbar zunehmende Inflationsdruck könnte das Fed zu einer schnelleren und eventuell heftigeren geldpolitischen Wende zwingen. Inzwischen ist der Auftakt zur Unternehmensberichtssaison geglückt, mit stärker als erwarteten Gewinnausweisen der US-Grossbanken JPMorgan und Goldman Sachs.

An der Wall Street zeigten sich die Investoren am Dienstag angesichts eines weiteren Anstiegs der Inflationsrate in den USA etwas vorsichtiger. In der Folge schloss der Dow Jones Industrial -0.31% tiefer bei 34’888.79 Punkten, nachdem der Leitindex aber zuvor erneut die Marke von 35’000 Zählern getestet hatte. Der S&P 500 gab ebenfalls um -0.33% auf 4’369.21 Punkte nach und bleibt damit knapp unter den jüngsten Rekordwerten. Das gleiche Bild zeigte sich an der Technologiebörse Nasdaq. In Asien war zur Wochenmitte angesichts der leicht negativen Vorgaben aus Übersee und gestiegener Inflationsängste kein einheitlicher Trend zu beobachten. Im Fokus steht nun die «Earnings Season» der amerikanischen Blue-Chip-Konzerne. Mit Citigroup und Bank of America werden heute zwei weitere Finanzschwergewichte ihre Quartalsberichte präsentieren.

US-Teuerungsrate auf höchstem Stand seit August 2008

In den USA sind die Verbraucherpreise im Juni erneut kräftig gestiegen. Mit +5.4% erreichte die Inflationsrate auf Jahressicht ein 13-Jahreshoch. Analysten hatten mit einer gegenüber dem Vormonat unveränderten Teuerungsrate von +5.0% gerechnet. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Lebenshaltungskosten im Schnitt um +0.9%. Die Kernrate, also ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise, erhöhte sich auf Jahressicht von +3.8% auf +4.5%. Hier hatten Ökonomen einen Wert von +4.0% erwartet. Der zunehmende Inflationsdruck könnte die US-Notenbank stärker und schneller unter Druck setzen als dies von der Fed selbst und an den Finanzmärkten derzeit erwartet wird. Noch schätzt das Fed aber den zunehmenden Inflationsdruck als vorübergehend ein.

EZB-Chefin Lagarde will «hartnäckig» bleiben

In einem Interview mit der Financial Times betonte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass im aktuellen Umfeld vor allem Hartnäckigkeit gefragt sei. Es gehe nun darum, aufmerksam zu verfolgen wie sich die Gesamt- und die Kerninflation sowie die Inflationserwartungen entwickeln würden. Im Falle eines negativen Schocks müsse die EZB jedenfalls «besonders kraftvoll» agieren, so Lagarde.

Inflationsrate in Deutschland hat sich im Juni leicht abgeschwächt

In der grössten Volkswirtschaft Europas hat sich die Verbraucherpreisteuerung im Juni nach fünf Monaten mit steigender Tendenz erstmals wieder leicht abgeschwächt. Auf Jahressicht verteuerten sich die Lebenshaltungskosten in Deutschland um +2.3%. Im Mai hatte die Inflationsrate mit +2.5% den höchsten Stand seit fast zehn Jahren erreicht. Verantwortlich sind hauptsächlich Sonderfaktoren wie die seit Monaten aufgrund des Basiseffekts der Coronakrise überdurchschnittlich steigenden Energiepreise. Preistreiber ist auch die seit Januar erhobene CO2-Abgabe sowie die anfangs Jahr ausgelaufene Mehrwertsteuersenkung.

In Frankreich ist die Teuerungsrate im Juni auf Jahressicht von +1.8% im Mai auf +1.9% gestiegen.

Wirtschaftskalender 14. Juli

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Verbraucherpreise (Juni, J/J) +2.0%
09:00 SP Verbraucherpreise (Juni, J/J) +2.4%
11:00 EZ Industrieproduktion (Mai, M/M) +0.8%
14:30 USA Erzeugerpreise (Juni, J/J) +6.6%
20:00 USA Fed Beige Book  

 

Unternehmenskalender 14. Juli

Land Unternehmen Periode
USA Citigroup Q2
USA Bank of America Q2
USA Wells Fargo Q2 

 

Quelle: BondWorld.ch