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LGT Navigator: Inflationssorgen schüren Goldnachfrage

LGT Navigator: An den US-Börsen haben die Sorgen vor einem Inflationsanstieg erneut die Oberhand gewonnen und zu Kursverlusten geführt.

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Anleger suchen Schutz in Gold, was sich in steigenden Preisen des Edelmetalls niederschlägt: Die Feinunze Gold ist so teuer wie zuletzt vor dreieinhalb Monaten. Der Vizechef der US-Notenbank bekräftigt derweil, dass das Fed am expansiven geldpolitischen Kurs festhalten wird.

Die amerikanischen Börsen sind mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Nachdem die wichtigsten Indizes die Vorwoche noch mit Gewinnen beendet hatten, belasteten die Sorgen um eine steigende Inflation sowie höhere Corona-Fallzahlen in Teilen der Welt das Börsengeschehen. Der S&P 500 büsste -0.3% auf 4’163.29 ein und der Dow Jones verlor -0.2% auf 34’327.79. Der Nasdaq Composite gab -0.4% auf 13’379.05 nach.

In Asien notieren die Börsen am Dienstag fester. Der Nikkei gewinnt in Tokio +2.3% und trotzt damit den jüngsten Konjunkturdaten. Japans Wirtschaft ist von Januar bis März annualisiert um -5.1% geschrumpft, nachdem sie in den beiden vorhergehenden Quartalen noch gewachsen war. Der Hang Seng in Hong Kong avanciert +1.2% und der Shanghai Composite notiert nahezu unverändert.

Höhenflug in Gold

Der Goldpreis ist zu Wochenbeginn auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten geklettert. Die Feinunze kostete am Dienstagmorgen USD 1’868.27 und war damit so teuer wie zuletzt Ende Januar. Analysten erklären die Verteuerung des Edelmetalls mit den steigenden Inflationserwartungen in den USA. Die Sorgen vor einer höheren Teuerung haben vergangenen Woche noch einmal Auftrieb erhalten, denn die US-Konsumentenpreise sind im April unerwartet stark gestiegen. Gold wird traditionell als Inflationsschutz eingesetzt.

Da die US-Notenbank wiederholt signalisiert hat, vorerst nicht an der Zinsschraube drehen zu wollen, bleiben die Opportunitätskosten für Investitionen in das gelbe Metall gering. Diese Haltung bekräftigte am Montag Richard Clarida, Chef der Distriktnotenbank Atlanta. Die Konjunkturfortschritte seien noch nicht so gross, dass ein Kurswechsel in der Geldpolitik angezeigt sei, erklärte er an einer Online-Konferenz. Zwar gebe es einen Aufwärtsdruck auf die Preise, doch der dürfte lediglich vorübergehend sein, sagte der Fed-Vize Zudem versicherte er, dass die US-Notenbank die Finanzmärkte vorwarnen werde, sollte sie eine Anpassung des Anleihenkaufprogramms vornehmen.

In den Fokus rückt nun das Protokoll zur letzten Zinssitzung der amerikanischen Währungshüter (Minutes), das am Mittwoch veröffentlicht wird. Investoren erhoffen sich daraus weitere Anhaltspunkte, wie die Notenbank die Inflationsentwicklung einschätzt.

EU und USA wollen Handelskonflikt beilegen

In den Streit um die Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU in die USA kommt Bewegung. So wollen die beiden Parteien den Konflikt bis Jahresende beilegen. Der Handelsstreit schwelt seit 2018, als der damalige US-Präsident Donald Trump die Einfuhren aus der EU mit Sonderabgaben belegte und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründete. Die EU hatte daraufhin Zölle auf amerikanische Importe erhoben, darunter auf Whiskey und Motorräder. Nun soll die von der EU geplante Verschärfung der Einfuhrzölle per 1. Juni vorerst ausgesetzt werden, um sich stattdessen auf die Beilegung des Konflikts zu konzentrieren.

Industriestimmung in New York verschlechtert sich

Die Stimmung in den Industrieunternehmen im Grossraum New York hat sich im Mai eingetrübt. Der Empire-State-Index, der die Industrieaktivität im Bundesstaat New York misst, ist verglichen zum Vormonat um 2 Punkte auf 24.3 Zähler gefallen, wie die Distriktnotenbank New York mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 23.9 Punkte gerechnet. Zwar hätten sich die Bestellungen und die Lieferungen weiter erholt, hiess es im Bericht. Doch seien die Preise für Rohstoffe und Vorprodukte kräftig gestiegen. Zudem haben sich die Lieferzeiten verlängert. Die Entwicklungen dürften die Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs sein, der weltweit zu einem Anstieg der Produktion führt.

Schweizer Produzentenpreise steigen

Die Produzenten- und Importpreise in der Schweiz sind im April gestiegen und haben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1.8% verteuert, wie das Bundesamt für Statistik meldete. Dies, nachdem die Preise zu Jahresbeginn noch gesunken waren. Für die Verteuerung sind insbesondere die weltweit steigenden Rohstoffpreise verantwortlich. Die Entwicklung könnte auch die Teuerung ankurbeln: Der Produzentenpreisindex gilt als Vorlaufindikator für die Konsumentenpreise, da die Hersteller höhere Kosten normalerweise auf die Verbraucher abwälzen.

Auch in Italien ziehen die Preise an. So ist die Inflationsrate im April im Vorjahresvergleich um +1% gestiegen, wie das Statistikamt Istat in Rom mitteilte, wobei sich vor allem die Energiepreise verteuert haben. Im März betrug der Anstieg noch +0.6%.

Wirtschaftskalender 18. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
11:00 EZ Bruttoinlandprodukt (Q1, J/J) -1.8%
14:30 USA Baugenehmigungen (April, M/M) +2.3%
14:30 USA Wohnbaubeginne (April, M/M) +19.4%

 

Unternehmenskalender 18. Mai

Land Unternehmen Periode
IT Generali Q1
FR Engie Q1
GB Vodafone Q1
USA Walmart Q1
USA Home Depot Q1

 

Quelle: BondWorld.ch