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LGT Navigator: Jackson Hole-Zentralbankkonferenz im Fokus

LGT Navigator: An den Kapitalmärkten dürfte in der neuen Woche insbesondere das alljährliche Zentralbanken-Symposium im Zentrum des Interesses stehen.

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Neuste Konjunkturindikatoren aus den USA verbreiteten Optimismus ­ Einkaufsmanagerindizes und Daten vom Häusermarkt übertrafen die Erwartungen. Gestützt werden die Aktienmärkte zum Wochenbeginn aber vor allem durch die Hoffnung auf eine erfolgreiche Immunplasma-Therapie gegen Covid-19. In Europa dürften sich die steigenden Covid-19-Infektionszahlen, Reisewarnungen und die Sorge vor neuen Einschränkungen jedoch weiter belastend auswirken.

Virtuelles Jackson Hole-Zentralbankentreffen im Fokus

Das Treffen der Spitzenvertreter der Notenbank vom 27.-28. August wird erstmals in der 40-jährigen Geschichte nicht wie üblich in Jackson Hole, Wyoming, sondern wegen der Pandemie via Videokonferenz abgehalten. Das Stelldichein von Jerome Powell, Christine Lagarde & Co steht unter dem Motto «Navigieren durch das vor uns liegende Jahrzehnt und die Implikationen für die Geldpolitik».

An den asiatischen Aktienmärkten starteten die meisten Indizes mit Gewinnen in die neue Handelswoche. Positiv aufgenommen wurden Berichte über eine neue Behandlungsmöglichkeit für Coronavirus-Infektionen. So hat die amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA den Einsatz einer auf Blutplasma basierten Methode als Notfallbehandlung für Covid-19-Patienten zugelassen. Zudem soll die US-Regierung auch ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für einen vielversprechenden Impfstoffkandidaten des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca für den Einsatz in den USA zulassen. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Montagmorgen bei 22 979.56 (+0.26%) und in Hong Kong legt der Hang Seng-Index um +1.4% zu. Geholfen haben dabei auch die positiven Vorgaben der Wall Street. Der Dow Jones Industrial stieg vor dem Wochenende um +0.69% auf 27 930.33 Punkte und der breite S&P 500 kletterte um +0.34% auf 3 397.16 Zähler.

FDA erteilt Notfallgenehmigung für Covid-19-Immunplasma-Therapie

Bei der Behandlung mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält, sollen Patienten Plasma von Menschen erhalten, die nach einer natürlichen Infektion Antikörper gebildet hatten. Wie wirksam die Therapie sein wird, ist aber völlig unklar. Der Chef der US-Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA, Stephen Hahn, sprach von unvollständigen, aber bislang vielversprechenden Daten zur Wirksamkeit. Die Notfallgenehmigung entspreche zudem keiner formellen Zulassung, für die wesentlich höhere Hürden gälten. Dies hinderte US-Präsident Donald Trump aber nicht daran, die Nachricht persönlich anzukündigen, in der Hoffnung, im laufenden Wahlkampf zu punkten. Die Notfallgenehmigung sei ein «historischer Durchbruch» und die Therapie verspreche eine unglaubliche Erfolgsrate. so Trump. Heute startet nun auch der Parteitag der Republikaner, bei dem Trump als offizieller Kandidat für die Wahl am 3. November nominiert wird. Inzwischen sind in den USA rund 177 000 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben und etwa 5.7 Mio. Menschen haben sich mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert.

Kleiner Erfolg für Demokraten im US-Post-Streit

Die Briefwahl hat in den USA in Zeiten von Corona eine besondere Bedeutung. Während Republikaner versuchen, die Möglichkeit der brieflichen Stimmabgabe zu limitieren, setzen die Demokraten alles daran, dass eine Briefwahl reibungslos vonstattengehen kann. Nun konnten die Demokraten im Repräsentantenhaus, mit der Hilfe von 20 Republikanern, ein Gesetz zur Stärkung der staatlichen Post durchbringen, das der Post eine Finanzspritze über USD 25 Mrd. verspricht. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, erklärte aber postwendend, dass der Senat dem Gesetz nicht zustimmen werde und auch das Weisse Haus hatte bereits zuvor erklärt, dass Präsident Trump sein Veto einlegen werde.

Unternehmensstimmung im Euroraum trübt sich wieder deutlich ein

Die von IHS Markit befragten Firmen in der Eurozone zeigten sich den neusten Umfrageergebnissen zufolge wieder deutlich pessimistischer. Vor dem Hintergrund der weitverbreitet wieder ansteigenden Covid-19-Infektionszahlen gab der für den Industrie- und Dienstleistungsbereich zusammengefasste Einkaufsmanagerindex im August von 54.9 im Vormonat auf 51.6 Punkte nach. Analysten hatten mit einem nur moderaten Rückgang auf 54.6 Zähler gerechnet. Damit scheint die Erholung nach dem corona-bedingten massiven Einbruch wieder an Schwung zu verlieren. Laut IHS Markit steht die Euro-Wirtschaft derzeit an einem Scheideweg. Entweder das Wachstum beschleunigt sich nach der anfänglichen Belebung in den nächsten Monaten wieder oder es gerät weiter in Stocken. Dies hänge grösstenteils davon ab, ob sich die Corona-Pandemie eindämmen lasse.

Brexit-Gespräche in der Sackgasse

Die neu aufgenommenen Verhandlungen über ein Abkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase brachten bisher keinerlei Ergebnisse. EU-Chefunterhändler Michel Barnier zeigte sich frustriert und meinte, es werde wertvolle Zeit verschwendet und es habe bei den Gesprächen den Anschein gemacht, dass man rückwärts- statt vorwärtsgehe. Der britische Chefunterhändler David Frost warf der Europäischen Union hingegen vor, die Verhandlungen unnötig zu erschweren. Die Übergangsphase läuft Ende des Jahres aus und ein mögliches Abkommen muss zuvor vom Europaparlament, den EU-Staaten und dem britischen Parlament ratifiziert werden.

Wirtschaftskalender 24. August
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14:30USAChicago Fed Nationaler Aktivitätsindex (Juli)+4.11

 

Unternehmenskalender 25. August
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Quelle: BondWorld.ch