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LGT Navigator: Japans Notenbank legt im Kampf gegen Corona-Krise nochmals nach

LGT Navigator: Angesichts der massiven Schäden für die Wirtschaft durch den pandemiebedingten Stillstand kündigte die Bank of Japan heute Morgen weitere Konjunkturmassnahmen an……….

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In den nächsten Tagen beraten sich auch die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB). Die Corona-Krise steht nach wie vor im Mittelpunkt des Marktgeschehens und wird auch bei den weiteren Entscheiden der Zentralbanken im Fokus bleiben. In Tokio notiert der der 225 Werte umfassende Börsenindex zum Wochenstart +2.56%, nachdem am Freitag die US-Indizes nach einer turbulenten Woche im späten Handel kräftig zulegen konnten. Die Futures-Märkte signalisieren eine positive Börseneröffnung in Europa.

Corona-Krise und die wirtschaftliche Auswirkungen bleiben im Fokus

Die japanische Notenbank versucht, mit weiteren Massnahmen die wirtschaftlichen Verwerfungen der Corona-Krise einzudämmen und weitere Liquidität zur Verfügung zu stellen. Die Bank of Japan schloss sich den globalen Kontrahenten in ihrer beispiellosen Ausweitung der monetären Stimulierungsmassnahmen an und versprach, praktisch unbegrenzt Staatsanleihen und Unternehmenspapiere aufzukaufen. Am Mittwochabend steht nun die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) an und am Donnerstag die Sitzung des EZB-Rats.

Vertrauen der US-Konsumenten im Keller – New York legt Plan für stufenweise Lockerung vor

Die Stimmung der amerikanischen Konsumenten hat sich im April vor dem Hintergrund der massiven Auswirkungen der Krise mit anhaltend steigenden Arbeitslosenzahlen deutlich eingetrübt. Der an der Universität Michigan berechnete Verbrauchervertrauensindex brach von 89.1 Punkten im März auf 71.8 Zähler im April ein. Analysten hatten jedoch im Schnitt mit einem noch stärkeren Rückgang auf 67.0 Punkte gerechnet. Gleichzeitig berichtete die US-Industrie von einem massiven Auftragseinbruch im Zuge der Corona-Krise. Die Bestellungen gingen im März um -14.4% zurück. Ökonomen hatte einen Rückgang von knapp -12% prognostiziert. Die realwirtschaftlichen Daten dürften von nun an immer stärker durch die negativen Effekte der Corona-Krise, respektive des «Lockdowns» gezeichnet sein. Mit Spannung wird am Mittwoch eine erste Schätzung zur Entwicklung des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal erwartet. Der Marktkonsens geht zurzeit von einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund -4% aus.

Der Dow Jones Industrial beendete die vergangene Handelswoche mit einem Tagesplus von +1.11% bei 23 775.27 Punkten. Im Wochenverlauf summierte sich damit aber ein Verlust von knapp -2%. Der marktbreite S&P 500 legte am Freitag um +1.41% zu und der Nasdaq 100 ging mit einem Tagesgewinn von +1.68% in das Wochenende. Dies obwohl insbesondere die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der COVID-19-Pandemie in den USA nach wie vor hoch ist und aktuelle US-Konjunkturdaten deutlich das Ausmass der wirtschaftlichen Effekte des «Lockdowns» zeigen.

Für etwas Optimismus sorgte die Ankündigung von Andrew Cuomo, Gouverneur des besonders von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaates New York. Er legte einen stufenweisen Plan für die Rückkehr zur Normalität vor, betonte aber, dass das Leben und die Wirtschaft behutsam und intelligent wieder hochgefahren werden müssten.

Stimmung deutscher Unternehmer gemäss Ifo «katastrophal»

Die monatliche Unternehmensumfrage des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo verdeutlichte nochmals, wie stark die Corona-Krise die Wirtschaft in Mitleidenschaft zieht und wie stark die Stimmung in den rund 9 000 befragten deutschen Firmen getrübt ist. Das viel beachtete Ifo-Geschäftsklimabarometer fiel von 85.9 Punkten im März auf 74.3 Zähler im April zurück und notierte damit ein erneutes Rekordtief. Laut Ifo-Präsident Clemens Fuest sei die Stimmung in den Führungsetagen der Unternehmen derzeit «katastrophal» und die deutsche Wirtschaft sei von dem pandemiebedingten «Lockdown» mit voller Wucht getroffen worden. Die Unternehmen seien in ihrem Ausblick noch nie so pessimistisch gewesen, ergänzte Fuest.

EU ringt um umfassendes Konjunkturpaket

Nach dem ohne konkrete Ergebnisse beendeten EU-Gipfel in der letzten Woche ringt die EU-Spitze unter Hochdruck darum, Billionensummen für den Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft nach der Corona-Krise aufzubringen. Grundsätzlich hatten sich die Staats- und Regierungschefs auf ein erstes EUR 540 Mrd. Hilfspaket geeinigt und zusätzlich die Schaffung eines Wiederaufbaufonds vereinbart, über den noch zusätzlich EUR 1 Billion verteilt werden soll. Die Details und insbesondere die Finanzierung bleiben aber umstritten. Nun soll EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen bis Mitte Mai ein für alle Euroländer akzeptables Modell ausarbeiten. Italien, dass bisher die Schaffung von «Corona-Bonds» gefordert hatte, lobte die Grundsatzentscheidung für den Wiederaufbaufonds als Schritt in die richtige Richtung. Inzwischen mahnte EZB-Chefin Christine Lagarde, keine Zeit zu verlieren. Im schlechtesten von drei Szenarien könnte die Eurowirtschaft im laufenden Jahr wegen der Corona-Krise um bis zu -15% schrumpfen.

Brexit-Gespräche in der Sackgasse

Inmitten der Corona-Krise bleiben die Verhandlungen zwischen Grossbritannien und der Europäischen Union etwas auf der Strecke. «Die Zeit läuft davon», warnte EU-Chefunterhändler Michel Barnier. Die Briten hätten noch bis Juni Zeit, die Übergangsphase zu verlängern. Bisher seien laut Barnier nur begrenzte Fortschritte bei der Überwindung der nach wie vor bestehenden Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Ausgestaltung der zukünftigen Beziehungen nach dem Brexit erreicht worden. Die Regierung von Premierminister Boris Johnson hat sich eine Frist bis Jahresende gesetzt, um einen Vertrag über die Beziehungen mit der EU auszuhandeln.

Wirtschaftskalender 27. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEDetailhandelsumsätze (M/M)+6.5%
08:00DEDetailhandelsumsätze (J/J)+0.8%
Unternehmenskalender 27. April
LandUnternehmenPeriode
CHKühne + NagelQ1
DEAdidasQ1
DEBayerQ1

 

Quelle: BondWorld.ch