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LGT Navigator: Jüngste Panikattacke an der Börse lässt Anleger verunsichert zurück

LGT Navigator: Nach dem insbesondere an der Wall Street akzentuierten Einbruch an den Aktienmärkten am vergangenen Donnerstag konnten die Indizes an der New Yorker Börse am Freitag wieder etwas Boden gutmachen …

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Dennoch scheinen die Investoren die Sachlage erstmal neu zu beurteilen, und die Besorgnis in Bezug auf eine mögliche, zweite Pandemiewelle erhielt aktuell wieder Nahrung.

Zum Ende der letzten Woche vermochte die Wall Street sich ein wenig von dem panikartigen Kursrutsch am Vortag zu erholen. Nach einem nervösen Handelsverlauf schloss der Dow Jones Industrial +1.90% höher bei 25 605.54 Punkte. Über die gesamte Woche resultierte aber ein kräftiger Verlust von -5.6%. Ausgelöst hatte die abrupte Korrektur am letzten Donnerstag vor allem eine düstere Konjunktureinschätzung der US-Notenbank (Fed) sowie die wieder zunehmende Angst vor einer zweiten Corona-Welle. Für etwas Unterstützung sorgte am Freitag die Umfrage der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen. Das Konsumentenstimmungsbarometer war im Juni stärker als erwartet gestiegen. Der marktbreite S&P 500-Index schloss daraufhin mit einem Plus von +1.25% bei 3 041.31 Zählern und der technologielastige Nasdaq 100 legte um +0.79% auf 9 663.78 Punkte zu.

In Asien eröffneten die Aktienindizes aufgrund der Angst vor einer zweiten Infektionswelle sowie schwächer als erwarteter Konjunkturdaten aus China die neue Handelswoche schwächer. Chinas Industrieproduktion legte im Mai zwar wieder um +4.4% gegenüber dem Vorjahr zu, jedoch hatten Analysten nach der Wiedereröffnung der Wirtschaft mit einem Zuwachs um +5% gerechnet. Auch die Einzelhandelsumsätze deuteten mit einem kräftiger als antizipierten Rückgang um-2.8% auf eine schwache Inlandsnachfrage hin. An der Tokioter Börse verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index knapp -2%. In Hongkong, Shanghai und Shenzhen starteten die Aktienindizes ebenfalls mit Verlusten.

Im Fokus steht erneut US-Notenbankchef Jerome Powell der in dieser Woche zweimal Rede und Antwort steht: Am Dienstag vor dem Bankenausschuss des Senats und am Mittwoch vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses. Vergangene Woche hatte Powell sich sehr besorgt zur wirtschaftlichen Lage geäussert und mit Blick auf die Krise am Arbeitsmarkt betont, alles Nötige zur Konjunkturstützung zu tun.

Neuerlicher Covid-19-Ausbruch in Peking sorgt für Beunruhigung

Der grösste Ausbruch des Coronavirus seit vielen Wochen in der chinesischen Hauptstadt schürt die Angst vor einer zweiten Pandemiewelle. Im Zentrum steht dabei ein Grossmarkt für frische Nahrungsmittel, auf dem eine Vielzahl von Coronavirus-Ansteckungen nachgewiesen wurden. Virologen zufolge soll es sich dabei aber um einen anderen Typus des Coronavirus handeln. Derzeit werden die Ergebnisse aus Peking mit Analysen aus anderen Länder verglichen, um die Herkunft zu ermitteln. Die nationale Gesundheitskommission meldete am Samstag landesweit 57 bestätigte Infektionen, immerhin die höchste Zahl seit April. Nun sollen rund 10 000 Händler und Mitarbeiter des Xinfadi-Grossmarktes, der rund 90% des Gemüses und Obsts der Hauptstadt liefert, auf das Virus getestet werden. Gleichzeitig wurden im direkten Umfeld elf Wohnviertel abgeriegelt sowie neun Kindergärten und Grundschulen sowie sechs weitere Märkte geschlossen.

Amerikanische Verbraucher wieder leicht optimistischer

Die neusten Umfrageergebnisse der Universität Michigan deuten an, dass sich die Stimmung der US-Konsumenten trotz der dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise wieder etwas aufgehellt hat. So kletterte das Verbrauchervertrauensbarometer im Juni auf 78.9 von 72.3 Punkten im Mai. Die befragten Privathaushalte schätzten sowohl ihre gegenwärtige Lage als auch ihre Erwartungen zuversichtlicher ein als bei der letzten Umfrage vor einem Monat.

Corona-Krise zwingt britische Wirtschaft in die Knie

Grossbritanniens Bruttoinlandsprodukt ist im April vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und des «Lockdowns» um rund -20% gegenüber dem Vormonat eingebrochen. Ökonomen waren von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung auf Monatsbasis von -18.4% ausgegangen. Nach Aussage des britischen Statistikamts wird die Wirtschaft damit wieder auf das Niveau von 2002 zurückgeworfen. Der auf der Insel dominierende Dienstleistungssektor schrumpfte im April um -19% und die Industrie brach um rund -24% ein. Die OECD prognostiziert für die britische Wirtschaft im laufenden Jahr einen Einbruch des BIPs um -11.5% und eine Erholung im folgenden Jahr um +9%.

Wirtschaftskalender 15. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
14:30USANY Fed Empire State Manufacturing Index-48.5
Unternehmenskalender 19. Juni
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Quelle: BondWorld.ch