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LGT Navigator: Keine Entwarnung

LGT Navigator: Die mannigfachen Gegenmassnahmen der Notenbanken und milliardenschweren Hilfsversprechen vieler Regierungen scheinen die Nervosität der Anleger bisher nicht wirklich einzudämmen und für eine Bodenbildung an den Börsen zu sorgen………..

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LGT Navigator


Hatten sich die europäischen Aktienmärkte am Freitag noch den positiven Vorgaben aus Asien angeschlossen, schlossen die Indizes in New York erneut tief im roten Bereich. Auch in Asien zeigt sich heute ein uneinheitliches Bild. Für Europas Börsen signalisieren die Futures einen negativen Wochenstart.

Keine Entwarnung in der Corona-Krise

Die US-Aktienmärkte haben sich am Freitag der Erholungstendenz an den europäischen und asiatischen Börsen nicht angeschlossen und eine der schlimmsten Wochen in der Geschichte der Wall Street beendet. Der Dow Jones Industrial schloss am Freitag mit einem Minus von -4.55% und damit auf dem tiefsten Stand seit November 2016. In der letzten Woche verlor der Leitindex insgesamt -17% ­ der grösste Wochenverlust seit 2008. Auch der marktbreite S&P 500 schloss mit einer negativen Wochenbilanz von -15%. Die US-Aktien sind damit bereits um mehr als -30% von ihrem Höchststand Mitte Februar gefallen. Die Pandemie in den USA scheint aber erst richtig begonnen zu haben und es bleibt abzuwarten, ob die grösste Volkswirtschaft ein adäquates Mittel gegen die Krise findet. In Asien eröffneten die Aktienmärkte die neue Handelswoche mehrheitlich negativ. Während der Nikkei 225-Index in Tokio um rund +2% zulegen kann – der Aufholeffekt ist darauf zurückzuführen, dass eil die Tokioter Börse am Freitag geschlossen blieb – müssen die meisten Indizes, insbesondere an den chinesischen Aktienmärkten, erneut herbe Verluste hinnehmen. In Hongkong startet der Hang Seng-Index mit einem Einbruch von rund -4% in die neue Woche. Die Börsen in Shanghai und Shenzen verlieren gut -2%.

Aktuell registrieren wir weltweit 339 234 Coronavirus-Infektionsfälle mit 14 703 bestätigten Todesfällen. Erschreckend bleibt die Situation vor allem in Italien und Spanien. In Italien steigt die Anzahl der Todesfälle weiterhin stark an und beläuft sich aktuell auf 5476. Spanien meldete rund 1700 Todesfälle durch COVID-19.

Eine Billion US-Dollar oder mehr

Mit Spannung wird das Konjunkturpaket der USA gegen die Corona-Pandemie erwartet. Bereits heute könnte auf dem Capitol Hill in Washington eine Entscheidung fallen. Nach Aussagen von US-Finanzminister Steven Mnuchin gebe es eine grundsätzliche Einigung zwischen Republikanern und Demokraten. Wie hoch das Konjunkturpaket ausfallen wird, steht noch nicht fest. Es dürfte aber mindestens eine Billion Dollar (rund EUR 900 Mrd.) umfassen. Dabei sollen Privathaushalte Direktzahlungen über USD 1200 sowie USD 500 je Kind erhalten und mit Sonderkrediten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen entlastet werden. Aus dem Hilfspaket sollen auch rund USD 110 Mrd. in das Gesundheitswesen fliessen.

EZB-Chefin Lagarde: «Extrem gravierender wirtschaftlicher Schock»

Die Europäische Zentralbank (EZB) werde entschlossen handeln und alles innerhalb ihres Mandats tun, was erforderlich ist, um die Euro-Wirtschaft zu stützen. Im Handelsblatt schrieb EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass ein Grossteil der Wirtschaft vorübergehend lahmgelegt sei und die Existenz von Firmen und Arbeitsplätze gefährdet sei. Es handle sich um einen «extrem gravierenden wirtschaftlichen Schock, der eine ambitionierte, koordinierte und sofortige Reaktion der Politik an allen Fronten» erfordere. Die EZB werde sicherstellen, dass alle Sektoren der Volkswirtschaft von den jüngst getroffenen Massnahmen der Notenbank wie günstigere Finanzierungsbedingungen profitieren. Dies soll es der Wirtschaft im Euroraum ermöglichen, diesen Schock zu verkraften.

Auch Norwegens Zentralbank lockert Zinsen auf Rekordtief

Die norwegische Notenbank (Norges Bank) senkte am Freitag ebenfalls ihren Schlüsselzins erneut von +1.0% auf noch +0.25%, womit das Zinsniveau angesichts der Corona-Krise ein neues Rekordtief erreicht. Bereits am 13. März hatte die Norges Bank den Leitzins gesenkt. Die Notenbank erklärte zudem, dass sie eine weitere Zinssenkung nicht auszuschliesse. Die norwegische Krone hat seit Jahresbeginn deutlich abgewertet, was jedoch auch dem Einbruch der Ölpreise geschuldet ist.

Brüssel bietet London länger Brexit-Verhandlungsphase an

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen signalisierte der britischen Regierung die Möglichkeit wegen der Corona-Krise die Brexit-Verhandlungen zu verlängern. Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich nach dem Austritt aus der EU am 31. Januar eine Frist bis Ende 2020 gesetzt, um einen Vertrag über die künftigen Beziehungen mit der EU auszuhandeln. Von der Leyen betonte, die EU-Kommission sei verhandlungsbereit.

Wirtschaftskalender 23. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00CHErzeugerpreise (J/J)+0.8%
15:00USAbsatz bestehender Häuser (M/M)-1.3%
15:00USAbsatz bestehender Häuser (J/J)+5.5%
Unternehmenskalender 25. März
LandUnternehmenPeriode
DEE.ONJ19

 

Quelle: BondWorld.ch