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LGT Navigator: Können Börsen Entlastungsrally fortsetzen? – Fed-Zinsentscheid im Fokus

LGT Navigator: Gute Konjunkturdaten aus den USA, China und Deutschland sowie Hoffnungen auf eine schnelle Zulassung eines Covid-19-Impfstoffes haben erneut für Kursgewinne an der Wall Street und an Asiens Börsen gesorgt.

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Heute werden Anleger ihr Augenmerk im Speziellen auf das Zinstreffen der US-Notenbank (Fed) legen. Im Zentrum steht auch weiterhin der Kampf im US-Kongress um das umstrittene Corona-Hilfspaket.

Die amerikanischen Aktienindizes setzten gestern ihre Erholung fort, angetrieben auch durch eine wieder verstärkte Nachfrage nach Technologiewerten nach der jüngsten Korrektur. Für Kaufstimmung sorgte auch die von US-Präsident Trump geschürte Hoffnung auf eine baldige Zulassung eines Corona-Impfstoffes sowie gute Konjunkturdaten. So hat sich der Empire-State-Index, der die Geschäftsbedingungen für Industrieunternehmen in der Region New York misst, unerwartet deutlich verbessert. Der Index stieg im September von 3.7 auf 17 Punkte, wie die Distriktnotenbank New York mitteilte. Analysten hatten einen Anstieg auf 6.9 Zähler prognostiziert. Der Dow Jones Industrial schloss nach den soliden Gewinnen zu Wochenbeginn praktisch unverändert, während der marktbreite S&P 500 um +0.5% auf 3 401.20 Punkte kletterte. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg gar um +1.43% auf 11 438.87 Zähler nach oben. Gute Wirtschaftsdaten waren auch aus China zu vermelden. So legten sowohl die Industrieproduktion als auch der Einzelhandelsumsatz stärker als erwartet zu. Die meisten asiatischen Aktien profitierten von der wieder freundlicheren Marktstimmung und weisen grösstenteils moderate Tagesgewinne aus. Gespannt erwarten Investoren nun den geldpolitischen Entscheid der US-Notenbank heute Abend.

Erste Standortbestimmung der US-Notenbank nach dem Strategiewechsel

Im Fokus der Finanzmärkte steht heute (20:00 Uhr MEZ) der Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed). Es ist die erste Sitzung, nachdem Fed-Chef Jerome Powell im Rahmen des Symposiums von Jackson Hole eine Strategieanapassung bekanntgegeben hat. Dabei haben sich die Währungshüter mehr Flexibilität im Hinblick auf die Inflationsentwicklung verschafft. Anleger erhoffen sich vom Zinstreffen erste Einblicke, was diese Anpassung für die künftige Geldpolitik bedeuten könnte. Eine Änderung des geldpolitischen Kurses wird allerdings nicht erwartet. Da der Streit im US-Kongress aber anhält und die Politik inmitten des Präsidentschaftswahlkampfs nicht in der Lage scheint, ein neues Fiskalpaket auf den Weg zu bringen, könnte die Fed gefordert sein, ihre Geldpolitik noch weiter zu expandieren.

Auf dem Capitol Hill ist keine Einigung in Sicht

Eine Gruppe von 25 Republikanern und 25 Demokraten versuchte am Dienstag mit einem parteiübergreifenden Kompromissvorschlag die Blockade zu brechen. Der Entwurf sieht Unterstützungsmassnahmen im Umfang von USD 1.5 Billionen vor. Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, betonte, dass die Demokraten bereit seien, die Anfang Oktober anstehende Sitzungspause zu verschieben, um mit den Republikanern doch noch eine Einigung zu erzielen.

Chinas Verbraucher geben mehr Geld aus

In China hat die Kauflaune im Sommer zugenommen. So haben chinesische Einzelhändler im August 0.5% mehr Einnahmen als im Vorjahr verbucht – es ist das erste Mal in diesem Jahr, dass im Vorjahresvergleich ein Umsatzwachstum erfolgte. Die Entwicklung ist ein Signal dafür, dass sich Chinas Volkswirtschaft langsam vom Corona-Schock erholt. Von Januar bis August hat der Detailhandel +8.6% weniger eingenommen. Onlinehändler haben im gleichen Zeitraum dagegen ein Umsatzplus von +15.8% verzeichnet.

Deutsche Finanzexperten sind optimistisch

In Deutschland blicken Finanzexperten wieder positiver in die Zukunft. Der ZEW-Konjunkturindex hat sich überraschend verbessert und ist im September um 5.9 Punkte auf 77.4 gestiegen. Damit notiert das Barometer auf dem höchsten Stand seit Mai 2000. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 69.5 Punkte gerechnet. Die Börsenprofis schätzen insbesondere die aktuelle Konjunkturlage in Deutschland besser ein. Im zweiten Quartal ist das deutsche Bruttoinlandprodukt um 9.7% geschrumpft. Marktbeobachter erwarten eine spürbare Erholung im zweiten Semester.

Weiter sinkender Inflationstrend im Euroraum

In den Euroländern Frankreich und Italien ist die Inflation im August deutlich gesunken. So sind die Preise in Italien im Vorjahresvergleich um -0.5% zurückgegangen. Im Vormonat lag die Inflationsrate noch bei +0.8%. In Frankreich betrug die Inflationsrate auf Jahresfrist noch +0.2%. Im Juli lag die Teuerung noch bei +0.9%.

Rohölbestände auf Rekordhoch

Die Industriestaaten lagern so viel Rohöl wie nie zuvor: Im Juli beliefen sich die Lagerbestände auf 3.23 Mrd. Fässer, wie die Internationale Energiebehörde (IEA) gemeldet hat. Grund dafür ist die Corona-Pandemie, die die Nachfrage nach dem schwarzen Gold dämpft. Die Flaute dürfte weiterhin anhalten. So hat die IEA ihre Prognose zum zweiten Mal nach unten korrigiert und rechnet für das laufende Jahr mit einer durchschnittlichen Nachfrage von 91.7 Mio. Fässern pro Tag. Das sind 200 000 Fässer weniger als bislang prognostiziert, und täglich 9.46 Mio. Fässer weniger als 2019.

Wirtschaftskalender 16. September
MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZHandelsbilanz (Juli)+EUR 17.14 Mrd.
14:30USADetailhandelsumsätze (August)+1.2%
16:00USANAHB-Immobilienmarktindex (September)+78.0
20:00USAFOMC Zinsentscheid 0.0-0.25%

 

Unternehmenskalender 24. September  
LandUnternehmenPeriode
USA NikeQ1

 

Quelle: BondWorld.ch