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LGT Navigator: Konjunktur- und Virussorgen holen Börsen wieder ein

LGT Navigator: Die Erwartung der US-Notenbank (Fed), die Leitzinsen aufgrund ihrer Konjunktureinschätzung auf lange Zeit bei null zu halten, hat die bisher optimistische Stimmung der Anleger stark getrübt und an den Börsen für Verluste gesorgt …

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Zudem ist die Angst vor einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle wieder stärker ins Bewusstsein der Investoren gelangt.

Nachdem die Fed zur Wochenmitte angesichts der schweren Rezession infolge der Corona-Pandemie die Kapitalmärkte darauf eingestellt hat, noch bis Ende 2021 das Zinsniveau auf Rekordtief zu halten, brach der Dow Jones Industrial an der New Yorker Börse gestern um -6.9% ein und schloss bei 25 128.17 Punkten – der stärkste Kurseinbruch seit März. Zum Wochenstart war der US-Leitindex noch mit 27 580 Punkten auf den höchsten Stand seit Ende Februar geklettert. Der marktbreite S&P 500 ging mit einem Minus von -5.89% bei 3 002.10 Punkten aus dem Tagesgeschäft. Die Äusserungen von US-Notenbankchef Jerome Powell, wonach weiterhin erhebliche konjunkturelle Risiken bestünden, und die quasi Nullzinsgarantie scheinen die Anleger ein Stück weit in die Realität zurückgeholt zu haben. Teilweise wieder stark steigende Infektionszahlen in einigen US-Bundesstaaten wie Florida, Texas, New Mexico, Utah und Arizona verdeutlichten zudem, dass die Pandemie keineswegs ausgestanden ist.

Die Asienbörsen sind am Freitag den negativen Vorgaben von der Wall Street gefolgt, allerdings fielen die Verluste viel moderater aus. In Tokio verlor der Nikkei 225-Index heute -0.8% und in Hongkong verliert der Hang Seng-Index -1.3%. Die Aktien-Futures signalisierten für Europas Börsen ebenfalls einen schwächeren Auftakt.

USA schliessen erneuten «Lockdown» aus

US-Finanzminister Steven Mnuchin machte deutlich, dass die US-Regierung einen weiteren Stillstand der US-Wirtschaft nicht zulassen werde. Mnuchin meinte gegenüber dem TV-Sender CNBC, dass sich die USA keinen erneuten «Shutdown» der Wirtschaft leisten könnten. Andererseits kündigte der Finanzminister weitere umfangreiche Hilfspakete im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie an.

Tendenz am US-Arbeitsmarkt scheint sich weiter zu verbessern

Nachdem Ende März noch fast sieben Millionen Amerikaner innerhalb einer Woche einen erstmaligen Antrag auf Arbeitslosenversicherungsgeld stellten und insgesamt mehr als 40 Mio. Jobs verloren gingen, scheint der Stellenabbau abzuebben. In der vergangenen Woche beantragten noch 1.542 Mio. Menschen Arbeitslosenhilfe, was in etwa den Erwartungen der Analysten entsprach. Dennoch ist die Zahl der Arbeitslosenanträge damit noch immer doppelt so hoch wie auf dem Höhepunkt der Rezession 2007 bis 2009. Fed-Chef Powell warnte, dass ein erheblicher Teil der Menschen auf längere Zeit arbeitslos bleiben würden.

Brexit-Spitzentreffen

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson sollen am kommenden Montag per Video-Konferenz miteinander sprechen und die festgefahrenen Brexit-Verhandlungen wieder in Gang bringen. Nachdem die Briten die EU am 31. Januar verlassen haben, gilt nun bis Ende des Jahres eine Übergangsfrist. Bis dann muss ein neues Freihandelsabkommen vereinbart werden. Streitpunkte sind vor allem Wettbewerbsregeln und Fischfangrechte.

Corona-Krise hinterlässt in Italiens Industrie massive Spuren

In Italien, der drittgrössten Volkswirtschaft im Euroraum, brach die Industrieproduktion im April angesichts des «Lockdowns» um nochmals -19.1% gegenüber dem Vormonat ein. Der Einbruch war damit aber geringer als von Ökonomen mit -24% befürchtet. Im März war Italiens Industrieausstoss so stark wie noch nie zurückgegangen, nämlich bereits um fast -30%. Auf Jahressicht ergab sich ein Rückgang um -42.5%. Den Prognosen der EU-Kommission zufolge dürfte Italiens Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um -9.5% einbrechen.

Wirtschaftskalender 12. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:30GBIndustrieproduktion Arpril (J/J)-8.2%
11:00EZIndustrieproduktion April (J/J)-12.9%
14:30USAImportpreise Mai (M/M)-2.6%
14:30USAImportpreise Mai (J/J)-6.8%
Unternehmenskalender 19. Juni
LandUnternehmenPeriode
USAOracleQ4

Quelle: BondWorld.ch