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LGT Navigator: Konjunkturaussichten in Europa hellen sich auf

LGT Navigator: Aufgrund fehlender Impulse der US-Börsen tendierten Europas Aktienmärkte zum Schluss der letzten Woche leicht negativ, verbuchten aber zumeist eine positive Wochenbilanz …

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Investoren befinden sich nach wie vor im Spannungsfeld der Hoffnung auf eine baldige Konjunkturerholung und der Sorge, dass sich die Corona-Krise, insbesondere angesichts der aktuell kritischen Lage in den USA, deutlich länger hinziehen könnte. Unterstützung lieferten am Freitag besser als erwartet ausgefallene Einkaufsmanagerumfragewerte im Dienstleistungssektor in der Eurozone und Grossbritannien.

Während die amerikanischen Finanzmärkte am Freitag vor dem Nationalfeiertag geschlossen blieben, beendete der EuroStoxx 50-Index die Woche in ruhigem Handel mit einem Tagesverlust von -0.77% bei 3 294.38 Punkten. Auf Wochensicht konnte der europäische Benchmark damit aber um fast +3% zulegen. In Asien eröffnen die Börsen die neue Handelswoche mit satten Gewinnen. In Shanghai gewinnt der Shanghai Composite mehr als +4% und in Hong Kong avanciert der Hang Seng rund +3.5%. Dies, obschon die Gesundheitsorganisation WHO an diesem Wochenende einen Rekord bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet hat: Binnen 24 Stunden haben sich mehr als 210 000 Menschen mit dem Krankheitserreger angsteckt. Die meisten Fälle wurden in Nord- und Südamerika gezählt.

Neue Regierung in Frankreich

Bereits am heutigen Montag soll das Kabinett des neuen französischen Premierministers Jean Castex vorgestellt werden. Der Regierungswechsel soll Präsident Emmanuel Macron einen Neustart ermöglichen, nachdem seine Partei bei Kommunalwahlen herbe Verluste erlitten hat. Am Freitag war der bisherige Premier Edouard Philippe mit seinem gesamten Kabinett zurückgetreten, um den Weg für eine Neuausrichtung frei zu machen.

Weitere Indizien für eine Konjunkturerholung im Euroraum

Den finalen Umfragewerten des Londoner Marktforschungsinstitut IHS Markit zufolge hat sich die Stimmung der Unternehmen im Industrie- und Dienstleistungssektor in der Eurozone im Juni kräftig erholt. So verbesserte sich der für die Gesamtwirtschaft zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI Composite) von 31.9 Punkten im Mai auf 48.5 Zähler im Juni (erste Schätzung 47.3). Im April war das Stimmungsbarometer angesichts des breiten «Lockdowns» auf ein Rekordtief von 13.6 Punkten gefallen. In Deutschland und Frankreich war die Erholung insbesondere im Dienstleistungssektor noch etwas stärker, als angenommen. Deutlich verbessert haben sich auch die PMIs in Italien und Spanien. Nach Einschätzung von IHS Markit-Chefökonom Chris Williamson signalisieren die Daten, dass sich die Eurozone in bemerkenswertem Tempo aus ihrer pandemie-bedingten Notlage befreit hat.

Ifo und KOF prognostizieren langsame Erholung der Euro-Wirtschaft

In einer gemeinsamen Prognose gehen die beiden Wirtschaftsforschungsinstitute Ifo in München und KOF in Zürich von einer langsamen Konjunkturerholung im Euroraum aus. Die Prognose für das zweite Quartal sieht einen Einbruch des BIPs von -12.3% vor, nachdem das BIP bereits im ersten Quartal um -3.6% geschrumpft war. Danach soll das BIP im dritten Quartal wieder um +8.3% wachsen und im vierten Quartal nochmals um +2.8% zulegen.

Britische Dienstleister sollten das Schlimmste überstanden haben

Auch in Grossbritannien signalisierte die Einkaufsmanagerumfrage von IHS Markit eine signifikante Erholung. Der PMI für die Dienstleistungsbranche legte von 29.0 Zählern im Mai auf 47.1 Punkte im Juni zu. Damit hat sich der Indikator von seinem Tiefpunkt während der Corona-Krise sichtlich erholt und bleibt damit unweit der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Wirtschaftskalender 6. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:15SPIHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite Juni29.2
09:45ITIHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite Juni33.9
00:00USAFinanzmärkte geschlossen wegen Nationalfeiertag

Unternehmenskalender 14. Juli
LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ2
USACitigroupQ2

 

Quelle: BondWorld.ch