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LGT Navigator: Konjunkturdaten und deutsches Milliardenpaket stützen Zuversicht der Anleger

LGT Navigator: Die kräftige Aufwärtsbewegung an den Börsen seit Wochenbeginn setzte sich zur Wochenmitte fort …

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Die Investoren vertrauen dabei nach wie vor auf eine optimistische Risikobeurteilung, respektive gehen von einer schnellen und kräftigen Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise aus. Unterstützt wurde die Zuversicht durch etwas besser als befürchtet ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA, Europa und China. Trotzdem dürften Anleger gut beraten sein, die Risiken, wie beispielsweise die anhaltenden Spannungen zwischen China und den USA, nicht aus den Augen zu verlieren.

Neuste Daten vom US-Arbeitsmarkt unterstreichen zwar nochmals, wie hart die weltgrösste Volkswirtschaft von der Corona-Krise getroffen wurde, jedoch scheint sich eine gewisse Stabilisierung abzuzeichnen. Dies bestärkt Investoren in ihrer Annahme, dass das Schlimmste überstanden sein dürfte und eine baldige Erholung einsetzen wird. Dem Personaldienstleister ADP zufolge, gingen in der US-Privatwirtschaft im Mai 2.76 Mio. Jobs verloren. Ökonomen hatten jedoch einen deutlich höheren Stellenabbau von bis zu 9 Mio. Arbeitsplätzen befürchtet. Im April waren fast 20 Mio. Stellen verloren gegangen. Laut ADP zogen sich die Jobverluste durch alle Sektoren und betrafen sowohl grosse wie auch kleine Unternehmen. Die ADP-Daten gelten als Indikator für die am Freitag anstehende offizielle Arbeitsmarktstatistik für Mai. Die Frage wird sein, ob die Unternehmen bei einer Konjunkturerholung auch wieder massiv Personal einstellen werden, oder angesichts des Corona-Schocks und der Angst vor einer zweiten Infektionswelle eher zur Vorsicht neigen.

Deutschland will die Wirtschaft mit einem EUR 130 Mrd. schweren Konjunkturpaket für die Jahre 2020 und 2021 aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit holen. Nach einem Verhandlungsmarathon einigten sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD auf ein Massnahmenpaket, dass die Unternehmen entlasten und den Privatkonsum anregen soll. Unter anderem wird der Mehrwertsteuersatz befristet auf sechs Monate von 19% auf 16%, resp. der reduzierte Betrag von 7% auf 5%, gesenkt.

An der Wall Street setzte sich die Erholungsrally fort und der Dow Jones Industrial legte um rund +2% zu und schloss bei 26 269.89 Punkten. Der marktbreite S&P 500 stieg um +1.36% auf 3 122.87 Zähler. An den asiatischen Börsen verlor die Rally an Schwung und so verzeichnet die Tokioter Börse heute Morgen ein nur moderates Plus von +0.36%. Hintergrund der Zurückhaltung sind die verstärkten Spannungen zwischen den USA und China. So hat die US-Regierung angekündigt, Passagierflüge chinesischer Fluggesellschaften in die USA zu untersagen, nachdem Peking US-Airlines die Wiedereinreise nach China verwehrt hatte.

Anzeichen einer Stabilisierung in US-Dienstleistungsbranche

Im amerikanischen Dienstleistungssektor scheint sich die Situation nach der Lockerung des «Lockdowns» etwas zu stabilisieren. Der vom Institute for Supply Management (ISM) monatlich publizierte Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor verbesserte sich von 41.8 auf 45.4 Punkte. Analysten hatten mit 44.0 Zählern gerechnet. Der PMI liegt damit aber weiterhin klar unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert damit eine anhaltende Kontraktion des Sektors. Ein ähnliches Bild zeigte der gleichzeitig veröffentlichte Einkaufsmanagerindex des Londoner Instituts IHS Markit. Der PMI für die US-Dienstleister erholte sich von dem im Vormonat registrierten Rekordtief von 26.7 Punkten auf 37.5 Zähler. Der Sammelindex für die Privatwirtschaft, d.h. Industrie und Dienstleister, kletterte vom Tiefpunkt von 27.0 auf 37.0 Punkte. IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson kommentierte, dass die Frühindikatoren zwar nach wie vor auf einen starken Abschwung der US-Wirtschaft hindeuten, sich jedoch die Geschwindigkeit durch die Lockerungen der Pandemie-Massnahmen verringert habe.

Kräftige Erholung in Chinas Dienstleistungsgewerbe lässt hoffen

In China hat sich die Stimmung der Dienstleistungsunternehmen im Mai überraschend deutlich erholt. Der von der chinesischen Mediengruppe Caixin in Zusammenarbeit mit IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor zeigte im Mai einen dramatischen Anstieg auf 55.0 Punkte, von 10.6 Zählern im Monat zuvor, und signalisiert damit bereits wieder ein Wachstum des Wirtschaftsbereichs.

Auch im Euroraum ist Licht am Ende des Tunnels auszumachen

In der Eurozone scheint sich die Wirtschaftsaktivität im Mai deutlich erholt zu haben. Darauf deuteten die Einkaufsmanagerumfragewerte von IHS Markit hin. Der Sammelindex für die Privatwirtschaft stieg im Mai, vom Rekordtief im April von 13.6, auf 31.9 Punkte. Die konjunkturelle Talfahrt habe sich erfreulicherweise in allen von der Umfrage erfassten Euroländern deutlich verlangsamt, meinte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Wirtschaftskalender 4. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:30CHVerbraucherpreise (J/J)-1.0%
09:15SPMarkit Einkaufsmanagerindex Composite9.2
09:45ITMarkit Einkaufsmanagerindex Composite10.9
09:50FRMarkit Einkaufsmanagerindex Composite30.5
09:55DEMarkit Einkaufsmanagerindex Composite31.4
10:00EZMarkit Einkaufsmanagerindex Composite30.5
11:00EZDetailhandelsumsätze Arpil (M/M)-11.2%
13:45EZEZB-Zinsentscheid-0.5%
14:30USAHandelsbilanz-USD 44.42 Mrd.
14:30USAProduktivität Q1 (ex-Agrar, Q/Q)-2.5%
Unternehmenskalender 19. Juni
LandUnternehmenPeriode
USAOracleQ4

Quelle: BondWorld.ch