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LGT Navigator: Konjunkturindikatoren dämpfen Börsenstimmung

LGT Navigator: Schwächer als antizipierte Zahlen vom US-Arbeitsmarkt sowie durchzogene Umfrageergebnisse aus der amerikanischen und europäischen Industrie vor dem Hintergrund der Lieferkettenengpässe trüben etwas den Ausblick für die Weltwirtschaft,

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verstärken aber auch die Hoffnung auf eine länger andauernde Unterstützung durch die Zentralbanken. Vor diesem Hintergrund erreichte insbesondere die Technologiebörse Nasdaq erneut Rekordwerte.

Gestützt durch die Nachfrage nach konjunktursensiblen US-Technologiewerten legte der Nasdaq Composite am Mittwoch um +0.33% zu. Der breit aufgestellte S&P 500 blieb unterdessen praktisch unverändert gegenüber dem Vortag und ging bei 4’524.09 Punkten (+0.03%) aus dem Handel. Der Dow Jones Industrial fiel hingegen um -0.14% auf 35’312.53 Punkte. An den asiatischen Aktienmärkten war heute Morgen kein einheitlicher Trend auszumachen. In Tokio notierte der Nikkei 225-Index rund +0.2% höher und in China legt der Shanghai Composite +0.5% zu. Für Europas Börsen signalisieren die Futures-Märkte moderate Verluste.

Schwächer als erwartetes Jobwachstum in der US-Privatwirtschaft

In den USA hat die Beschäftigung in der Privatwirtschaft im August weniger stark zugenommen als von Analysten prognostiziert. Im Vergleich zum Vormonat kamen +374’000 neue Stellen hinzu, womit der Zuwachs zwar stärker war als im Juli mit +326’000, aber deutlich schwächer als die Konsenserwartung von 625’000 neuen Jobs. Der Grossteil der neuen Stellen wurde im August gemäss Angaben des privaten US-Arbeitsmarktdienstleisters ADP im Dienstleistungssektor geschaffen. Der Bericht von ADP gilt als Indiz für den am Freitag anstehenden offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der jeweils für die Zentralbank und die Finanzmärkte von grosser Bedeutung ist.

Industriesektor weltweit im Schatten der Lieferkettenprobleme

Die Aktivität in der amerikanischen Industrie hat sich im August wieder beschleunigt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Branchenverbandes ISM (Institute for Supply Management) stieg von 59.5 Punkten im Juli auf 59.9 Zähler. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 58.6 Punkte gerechnet. Getragen wurde das besser als erwartete Ergebnis von einer deutlichen Zunahme an Neuaufträgen. Im Gegensatz zur Umfrage des ISM, zeigte der PMI des Londoner Marktforschungsinstituts IHS Markit einen Rückgang der Aktivität in der US-Industrie. Der Indikator gab im August auf 61.1 von 63.4 Punkten im Juli nach. Im Zentrum stehen die anhaltenden Probleme in den globalen Lieferketten.

Auch im Euroraum hat sich die Stimmung in der Industrie gemäss den neusten Umfrageergebnissen von IHS Markit im August zum zweiten Mal in Folge eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1.4 auf 61.4 Punkte zurück. Trotz des Rückgangs liegt der PMI auf hohem Niveau. Gemäss Markit-Chefökonom Chris Williamson waren einerseits die Zulieferer nicht in der Lage, ihre Produktion zu erhöhen und andererseits fehlten Transportkapazitäten. Im regionalen Vergleich war zu beobachten, dass sich die Stimmung in der Industrie in Deutschland und Frankreich eintrübte, während in Italien und Spanien sich eine leichte Verbesserung einstellte.

EZB darf Inflationsrisiken laut Bundesbankchef Weidmann nicht unterschätzen

Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist nach Aussage von Bundesbankchef und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann wegen der weiterhin schwachen Inflationsaussichten nach wie vor gerechtfertigt. Die Inflationsrisiken dürften aber nicht unterschätzt werden und die EZB sollte deshalb laut Weidmann die expansive Geldpolitik nicht für zu lange festschreiben. Die EZB wird in der kommenden Woche, am Donnerstag, den 9. September, über das weitere Vorgehen entscheiden und auch neue Inflationsprognosen veröffentlichen.

Wirtschaftskalender 2. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:30 CH Verbraucherpreise (August, J/J) +0.7%
09:00 CH BIP Q2 (Q/Q) -0.5%
11:00 EZ Erzeugerpreise (Juli, J/J) +10.2%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) +353’000
14:30 USA Handelsbilanz (Juli) USD -75.7 Mrd.
16:00 USA Aufträge dauerhafte Güter (Juli, M/M) +1.5%

 

Unternehmenskalender 2. September

Land Unternehmen Periode
USA Broadcom Q3
USA Ciena Q3
Quelle: BondWorld.ch