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LGT Navigator: Konjunkturoptimismus treibt Börsen an

LGT Navigator: Positive Wirtschaftsdaten sorgten am Freitag an der Wall Street und heute Morgen in Asien für Optimismus und steigende Aktienkurse.

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Für Antrieb sorgt auch die Aussicht auf eine weiterhin expansive geldpolitische Ausrichtung der Fed und der Bank of Japan. Beide Zentralbanken geben im Laufe der Woche ihren Zinsentscheid bekannt. Zudem scheinen die Börsen die geplanten Steuererhöhungen für wohlhabende Amerikaner zur Finanzierung der immensen Fiskalpakete gut zu verdauen. Vor diesem Hintergrund erreichte der S&P 500 Index zum Ende der letzten Woche einen neuen Rekordwert.

Vor dem Hintergrund robuster Konjunkturdaten setzten Anleger verstärkt auf positive Impulse. Der marktbreite S&P 500 erreichte am Freitag einen neuen Höchststand bei 4’194 Punkten, nachdem tags zuvor noch die von US-Präsident Biden geplanten Steuererhöhungen für Verluste gesorgt hatten. Der S&P 500 schloss +1.09% höher bei 4’180.17 Zählern. Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg um +0.67% auf 34’043.49 Punkte, gab aber auf Wochensicht um knapp ein halbes Prozent nach. An der Technologiebörse Nasdaq legten die Indizes zum Ende der vergangenen Woche um rund +1.3% zu. Positiv zu Buche schlugen solide Wirtschaftsdaten. Einerseits signalisieren die neusten Einkaufsmanagerumfragen einen anhaltenden Erholungstrend der Wirtschaft – nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Aktuelle Daten zeigten zudem, dass die Verkäufe neuer Häuser in den USA im März deutlich stärker als erwartet gestiegen sind. Im Vergleich zum Vormonat nahmen die Neubauverkäufe um +20.7% zu. Auf das Jahr hochgerechnet wurden im März 1.02 Mio. neue Häuser verkauft – der höchste Wert seit 2006.

In Asien setzte sich der positive Trend an den Aktienmärkten zum Wochenstart mehrheitlich fort. Im Zentrum steht nun vor allem der geldpolitische Entscheid der Bank of Japan am Dienstag und der US-Notenbank am Mittwochabend. Die BoJ und die Federal Reserve dürften dabei ihre expansive Ausrichtung weiterhin bekräftigen, könnten aber auch Signale setzen, wann angesichts einer fortschreitenden Erholung der Weltwirtschaft mit einer Zinswende zu rechnen sein könnte. Ebenfalls mit grossem Interesse dürfte US-Präsident Joe Bidens erste Rede zur Lage der Nation am Donnerstag verfolgt werden.

Wirtschaftstrend in den USA und Euroraum gewinnt an Dynamik

Die Stimmung der Unternehmen in der Privatwirtschaft hat sich in den USA und in der Eurozone im April gemäss den neusten Umfragewerten des Londoner Instituts IHS Markit aufgehellt. Im amerikanischen Dienstleistungs- und Industriesektor beschleunigte sich das Wachstum im laufenden Monat. Dementsprechend stieg der für beide Wirtschaftsbereiche zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI Composite) von IHS Markit von 59.7 Punkten im März auf 62.2 Zähler im April. Mit 60.6 und 63.1 Punkten notieren die einzelnen PMIs für den US-Industrie- und den Dienstleistungssektor signifikant über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Laut IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson ist die US-Wirtschaft stark ins zweite Quartal gestartet und der Aufschwung ist breit abgestützt.

Im Euroraum signalisierte der Einkaufsmanagerindex (Composite PMI) von IHS Markit mit einem Anstieg von 53.2 Punkten im März auf 53.7 Zähler im April eine Verbesserung der Einschätzung der befragten Unternehmen in der Privatwirtschaft und das stärkste Wachstum seit Juli 2020. Analysten hatten angesichts der vielerorts verschärften Massnahmen mit einer Eintrübung auf 52.9 Punkte gerechnet. Positiv zu werten ist insbesondere, dass der PMI für den durch die Pandemie besonders gebeutelten Dienstleistungssektor mit 50.3 (nach 49.6 im März) wieder ein Wachstum andeutet. Gemäss IHS-Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson zeige die Eurozone erfreulicherweise Stärke.

EZB-Prognosen gehen im laufenden Jahr von deutlich höherer Inflation aus

Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) regelmässig befragten Ökonomen (Survey of Professional Forecasters) prognostizieren für 2021 einen deutlich verstärkten Inflationsdruck. Die Teuerungsrate der Verbraucherpreise im Euroraum wird demnach im laufenden Jahr +1.6% betragen (bisherige Prognose +0.9%), dann aber 2022 wieder auf durchschnittlich +1.3% (unverändert) zurückgehen. Für 2023 wird mit einer unveränderten Inflationsrate von +1.5% gerechnet. In Bezug auf die Kernteuerung, also ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak, lautete die Voraussage für das laufende Jahr +1.1% (bisher +0.8%), für 2022 +1.1% (unverändert), und für 2023 +1.4% (bisher +1.3%). Gleichzeitig korrigierten die Volkswirte ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone für 2021 leicht nach unten, von bisher +4.4% auf +4.2%. Gleichzeitig wurde aber die Vorhersage für 2022 von +3.7% auf 4.1% angehoben.

Coronakrise reisst tiefes Loch in Grossbritanniens Staatshaushalt

Die Pandemie und die Gegenmassnahmen haben im Vereinigten Königreich im vergangenen Jahr für einen signifikanten Anstieg der Neuverschuldung gesorgt. Mit rund 303 Mrd. (EUR 349 Mrd.) erreichte die Neuverschuldung den höchsten Wert seit Beginn der Datenreihe 1947! Die Defizitquote (Neuverschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung) kletterte auf 14.5% und die Schuldenquote (Gesamtverschuldung zur Wirtschaftsleistung) stieg auf 97.7%, den höchsten Stand seit Anfang der 1960er Jahre. Gleichzeitig gingen die Steuereinnahmen um GBP 34.2 Mrd. auf GBP 523.6 Mrd. zurück, während die Staatsausgaben um GBP 203 Mrd. auf knapp GBP 942 Mrd. zunahmen.

Wirtschaftskalender 26. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 DE Ifo Geschäftsklima (April) 96.6
14:30 USA Auftragseingang dauerhafte Güter (März, M/M) -1.2%

 

Unternehmenskalender 26. April

Land Unternehmen Periode
CH Kühne & Nagel Q1 
FR Michelin Q1 
NL ING Q1 
NL Philips Q1 
USA Tesla Q1

Quelle: BondWorld.ch