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LGT Navigator: Konjunktursorgen und geopolitische Spannungen

LGT Navigator: Eine sich weiter verschlechternde Lage am US-Arbeitsmarkt, Aussagen von US-Notenbankchef Powell der eine lange anhaltende Wirtschaftskrise befürchtet, …

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die Furcht vor einer möglichen zweiten Corona-Welle sowie anhaltende Spannungen zwischen den USA und China drücken die Marktstimmung vor dem Wochenschluss. Die Jagd nach ausverkauften Aktien hielt die Indizes an der New Yorker Börse aber dennoch über Wasser.

Neben den trüben Konjunkturaussichten aufgrund der verheerenden Auswirkungen des pandemie-bedingten «Lockdowns» sorgen erneut Aussagen von US-Präsident Donald Trump für Furore, wonach China für die Coronavirus-Pandemie verantwortlich sei. Trump sagte in einem Interview er sei sehr enttäuscht von China und wolle derzeit nicht mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sprechen. Dabei betonte Trump auch wieder die Ungleichgewichte zwischen den beiden Volkswirtschaften und heizte damit Sorgen vor einem erneuten Handelskrieg an.

An den US-Aktienmärkten sorgten die Aussagen Trumps und die negativen Nachrichten vom Arbeitsmarktdaten zunächst für weitere Abgaben, gegen Handelsschluss legten die Indizes dank einer verstärkten Nachfrage von Finanz- und Ölaktien aber zu und der Dow Jones Industrial schloss +1.62% fester und der S&P 500 gewann +1.11%. In Asien dämpften die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China ebenfalls die Anlegerstimmung. Dennoch gelang der Tokioter Börse zum Schluss noch ein Tagesplus von +0.69%. Auch die Futures-Märkte signalisieren für Europas Aktien einen positiven Start.

Arbeitsmarktlage in den USA immer dramatischer

Bei der dramatischen Lage auf dem US-Arbeitsmarkt ist vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Krise keine Besserung in Sicht. Den neusten Daten zufolge haben sich in der Woche bis einschliesslich 9. Mai nochmals knapp drei Millionen einen erstmaligen Antrag auf Arbeitslosenhilfe (Initial Jobless Claims) gestellt. Seit März, dem Beginn der Corona-Krise in den USA, haben damit bereits rund 36 Mio. Menschen ihren Job verloren – so viele wie nie zuvor in einer derart kurzen Zeit. Die US-Arbeitslosenquote lag im April bei 14.7%. Einer neusten Studie zufolge könnten mit dem Verlust des Arbeitsplatzes auch fast 27 Mio. Menschen ihre Krankenversicherung verloren haben, denn viele Amerikaner sind über den Arbeitgeber krankenversichert.

EZB: Rund zwei Jahre bis Vorkrisenniveau wieder erreicht wird

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht in ihrem neusten Wirtschaftsbericht davon aus, dass die Wirtschaft im Euroraum im zweiten Quartal drastisch einbrechen wird, sich dann aber im dritten und vierten Quartal dieses Jahres wieder erholen kann. Im ersten Quartal brach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um -3.8% gegenüber dem Vorquartal ein. Ausschlaggebend sei wie lange die Massnahmen gegen die Pandemie aufrechterhalten werden müssen und inwieweit Lieferkapazitäten und die Binnennachfrage dauerhaft beeinträchtigt sind. Bis sich die Wirtschaft wieder gänzlich erholt hat und das Niveau von vor der Corona-Krise erreicht, dürfte es laut Einschätzung der EZB rund zwei Jahre dauern.

Sollte die negative Marktdynamik zu einem ungerechtfertigten Anstieg der Anleiherenditen in einigen Euroländern führen, werde die EZB einschreiten, betonte EZB-Ratsmitglied und Chef von Frankreichs Notenbank Francois Villeroy de Galhau. Renditen und Risikoaufschläge sind für die Geldpolitik der EZB von Bedeutung, selbst wenn die Notenbank keine festen Niveaus anstrebe.

Heute (15:00 Uhr MEZ) berät die sogenannte Eurogruppe erneut über das bereits vereinbarte EUR 500 Mrd. schwere Hilfspaket. Dabei soll es um Details und Abstimmungen des Eurorettungsschirms ESM im Umfang von EUR 240 Mrd., dem Kurzarbeiterprogramm «Sure» über EUR 100 Mrd. und dem Programm der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Unternehmenskredite gehen. Verhandelt soll auch über den geplanten aber umstrittenen Wiederaufbaufonds werden.

Wirtschaftskalender 15. Mai
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEBIP Q1 (Q/Q)0.0%
10:00ITAuftragseingang Industrie (J/J)-2.6%
11:00EZHandelsbilanzEUR 25.79 Mrd.
14:30USAFed NY Empire State Industrieindex-78.2
15:15USAIndustrieproduktion (M/M)-5.4%
Unternehmenskalender 15. Mai
LandUnternehmenPeriode
CHRichemontQ1

Quelle: BondWorld.ch