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LGT Navigator: Kurzatmige Erholung – Marktstimmung bleibt fragil

LGT Navigator: Nach einem desaströsen Wochenauftakt setzten die meisten Aktienindizes weltweit gestern zu einer Erholung an, die jedoch angesichts der anhalten negativen Nachrichtenlage nur von kurzer Dauer scheint………..

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So setzten die Börsen in Asien ihren Abwärtstrend bereits wieder fort. Die Anlegerstimmung bleibt angesichts der hohen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Coronavirus-Pandemie und dem Ölmarkt äusserst fragil.

Marktstimmung bleibt fragil

An den Finanzmärkten überwog heute Morgen erneut die Risikoaversion. Die Börsen in Asien und die US-Aktienfutures deuten auf neuerliche Verluste an Europas Aktienmärkten hin. Währenddessen bleiben als sicher geltende Anlagehäfen wie US-Staatsanleihen, Gold, Yen und Franken gefragt. Hoffnung setzen Anleger nun vor allem einmal mehr auf die Notenbanken und die von Regierungen versprochenen Konjunkturhilfen.

Italien stellt Anti-Virus-Massnahmen in Aussicht

Das an und für sich hoch verschuldete Italien will im Kampf gegen das Coronavirus rund EUR 10 Mrd. bereitstellen. Damit würde die staatliche Neuverschuldung im laufenden Jahr auf knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Angesichts der Tatsache, dass Italien von allen europäischen Ländern am stärksten unter der Pandemie leidet, dürfte Premierminister Conte wohl in Brüssel um eine flexiblere Auslegung des Maastrichtvertrags nachsuchen.

Auch Japan schnürt milliardenschweres Konjunkturpaket

Japans Regierung versucht sich mit einem weiteren milliardenschweren Konjunkturpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus zu wappnen. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe verabschiedete gestern ein Konjunkturpaket im Volumen von einer Billion Yen oder umgerechnet EUR 8.5 Mrd. Damit sollen vor allem betroffene Unternehmen mit zinslosen Krediten entlastet oder auch Privathaushalten bei der Betreuung von Kindern wegen Schulschliessungen geholfen werden. Bereits vor einem Monat hatte die Regierung ein erstes Massnahmenpaket über rund EUR 4 Mrd. gegen die Viruskrise beschlossen.

EZB-Chefin Lagarde ist gefordert

Die Coronavirus-Krise erhöht den Druck auf die Europäischen Zentralbank (EZB) und stellt für die neue Notenbankchefin Christine Lagarde eine erste Bewährungsprobe dar. Die Erwartungshaltung an den Kapitalmärkten ist hoch, dass die Zentralbank Massnahmen ergreift, um eine drohende Rezession aufgrund der negativen Folgen der Pandemie-Bekämpfung abzuwenden. Mit Spannung wird deshalb vor allem auch die Pressekonferenz der Notenbankspitze um 14:30 Uhr (MEZ) antizipiert. Eine etwaige Aktion der EZB hätte auch Folgen für den «sicheren» Schweizer Franken und dementsprechend auch für die Schweizerische Nationalbank (SNB), die am 19. März über ihre geldpolitische Ausrichtung entscheiden will.

Euro-Wirtschaft im Schneckentempo

Das Statistikamt Eurostat in Luxemburg bestätigte gestern, dass die Wirtschaft in der Eurozone im Schlussquartal 2019 revidierten Angaben zufolge um lediglich +0.1% zum Vorquartal zugelegt hat. Auf Jahressicht erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt im Q4 um revidierte +1.0%, leicht höher als die vorherige Schätzung von +0.9%. Das stärkste BIP-Wachstum verzeichneten Irland (+1.8%) und Malta (+1.7%). Einen negativen Wert wiesen Griechenland und Finnland mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -0.7% zum Vorquartal sowie Italien mit -0.3% und Frankreich mit -0.1% aus.

Biden setzt Siegesserie fort

Am sogenannten «kleinen Super-Dienstag», an dem die Demokraten in acht Bundesstaaten ihren Favoriten für die Präsidentschaftskandidatur suchen, hat sich erneut Joe Biden (77) durchgesetzt. Der ehemalige US-Vizepräsident konnte Hochrechnungen zufolge sechs Bundesstaaten, darunter das wichtige Michigan, für sich gewinnen. Konkurrent Bernie Sanders (78) hatte auf einen Sieg in dem wichtigen Vorwahlstaat Michigan gehofft, um das Rennen zu drehen. 2016 hatte er dort bei der Vorwahl noch gewonnen. Geholfen hat Biden vor allem auch, dass die ausgeschiedenen Kandidaten ihre Unterstützung für ihn aussprachen. Das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur ist damit aber noch nicht gelaufen. Bei den Vorwahlen wurden bisher die Stimmen von knapp 47% der 3979 regulären Delegierten für den Parteitag der Demokraten im Juli vergeben. Nächsten Dienstag steht erneut eine wichtige Vorwahlrunde mit Abstimmungen in vier Bundesstaaten an: Arizona, Florida, Illinois und Ohio. Der unbekannte Faktor im US-Wahlkampf ist nun das Coronavirus, dass sich in den USA immer stärker ausbreitet. Bisher war das Krisenmanagement von US-Präsident Donald Trump äusserst dürftig.

Wirtschaftskalender 11. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:30GBIndustrieproduktion (J/J)-1.8%
13:30USVerbraucherpreise (M/M)+0.1%
13:30USVerbraucherpreise (J/J)+2.5%
13:30USKern-Verbraucherpreise (J/J)+2.3%
Unternehmenskalender 11. März
LandUnternehmenPeriode
DEAdidasJ19

Quelle: BondWorld.ch