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LGT Navigator: Kurzfristige Stabilisierung, aber das Börsenumfeld bleibt fragil

LGT Navigator: An den Aktienmärkten scheinen sich die Kurse nach den jüngsten Verlusten wieder zu stabilisieren.

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Die Besorgnis über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und damit einhergehend die Befürchtung eines erneuten Einbruchs insbesondere der amerikanischen und europäischen Wirtschaften sorgt weiterhin für ein äusserst fragiles Börsenumfeld. Vor diesem Hintergrund halten auch die Zentralbanken an ihrer extrem expansiven Geldpolitik fest, wie auch die SNB gestern bestätigte.

An den Aktienmärkten scheint sich die Lage nach dem Kurseinbruch zur Wochenmitte wieder zu beruhigen. Der Dow Jones Industrial kletterte im Handelsverlauf zwar über die Marke von 27 000 Punkten, fiel dann aber wieder zurück und schloss mit einem moderaten Tagesplus von +0.2% bei 26 015.61 Zählern. Keine Entlastung lieferten dabei die neusten Daten vom US-Arbeitsmarkt. In der letzten Woche stellten 870 000 Personen erstmalig einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe und damit deutlich mehr als von Analysten mit 840 000 prognostiziert. Die Zahl der Erstanträge (Initial Jobless Claims) bleibt damit rund viermal so hoch wie zu Jahresbeginn. Der S&P 500 schloss daraufhin praktisch unverändert gegenüber dem Vortag (+0.02%). Das Technologiebörsenbarometer Nasdaq 100 konnte nach dem heftigen Vortagesverlust immerhin um +0.58% zulegen. In Asien schlossen sich die meisten Aktienindizes den freundlichen Vorgaben der Wall Street an. In Tokio stieg der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um rund ein halbes Prozent.

Ifo-Index signalisiert anhaltende Erholung des Geschäftsklimas in Deutschland

Die vielbeachtete Unternehmensumfrage des Münchener Ifo-Instituts verbesserte sich im September den fünften Monat in Folge und deutet damit auf eine anhaltende Erholung vom Corona-Schock hin. Der Geschäftsklimabarometer kletterte von 92.5 Punkten im August auf 93.4 Zähler und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar. Verbessert hat sich dabei die Einschätzung der aktuellen Lage wie auch der Ausblick der befragten rund 8000 Firmen. Angespannt bleibt die Lage aber anscheinend im Dienstleistungssektor, wo sich die Geschäftserwartungen im September wieder eingetrübt haben. Insgesamt stabilisiere sich die deutsche Wirtschaft trotz steigender Infektionszahlen, kommentierte das Ifo-Institut.

EZB-Monatsbericht: Fragile Konjunkturerholung

Aktuelle Wirtschaftsdaten deuteten zwar auf eine kräftige Erholung der Wirtschaft vom Corona-Schock hin, jedoch habe insbesondere im Dienstleistungssektor die Dynamik wieder spürbar abgenommen. Die Unsicherheit dämpfe die Konsumausgaben und die Unternehmensinvestitionen. Wie kräftig die Konjunkturerholung ausfällt, sei nach wie vor sehr unsicher und hänge immer noch stark von dem weiteren Verlauf der Pandemie und dem Erfolg der Eindämmungsmassnahmen ab, hielt die EZB in ihrem gestern veröffentlichten Wirtschaftsbericht fest.

SNB bleibt auf ihrem bewährten Kurs

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bestätigte wie erwartet ihre Negativzinspolitik und betonte weiterhin am Devisenmarkt aktiv zu werden, sollte der Franken infolge der Unsicherheiten in der Corona-Krise aufwerten. Der Leitzins beträgt damit weiterhin -0.75%. Die anhaltend expansive Geldpolitik sei notwendig, um angemessene monetäre Bedingungen in der Schweiz zu gewährleisten und die Wirtschafts- und Preisentwicklung zu stabilisieren, erklärte die SNB. In ihrer Konjunktureinschätzung zeigt sich die Notenbank zuversichtlich, dass die Covid-19-Pandemie ohne eine erneute starke Beeinträchtigung der Weltwirtschaft unter Kontrolle gehalten werden kann. Die SNB geht im laufenden Jahr von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von -5% aus. Die Inflationsrate dürfte bei -0.6% liegen und im kommenden Jahr dann mit +0.1% wieder knapp positiv werden.

Türkische Zentralbank überrascht die Märkte

Die Notenbank der Türkei hat gestern unerwartet ihren Leitzins um 200 Basispunkte auf 10.25% erhöht. Ökonomen hatten mit einem unveränderten Zinsniveau gerechnet. Hintergrund ist auch die unter starkem Abwärtsdruck stehende türkische Lira. Zuletzt war die Valuta gegenüber dem Euro und dem US-Dollar auf Rekordtiefstände gefallen. Zudem notiert die Jahresinflationsrate aktuell bei fast 12%.

Wirtschaftskalender 25. September
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:00EZWirtschaftsstimmung (September)80.8
14:30USAAuftragseingang dauerhafte Güter (August, M/M)+11.4%

 

Unternehmenskalender 6. Oktober
LandUnternehmenPeriode
CHAryztaJ

 

Quelle: BondWorld.ch