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LGT Navigator: Lage am US-Arbeitsmarkt entspannt sich (vorerst) merklich

LGT Navigator: Nach den schnellen Lockerungen der Corona-Beschränkungen hat die Beschäftigung in den USA den zweiten Monat in Folge deutlich zugenommen …

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An den Aktienmärkten wurden die amerikanischen Job-Daten zunächst mit Euphorie aufgenommen, die jedoch nicht lange anhielt. Zu unsicher scheint die derzeitige Pandemielage in den USA. Zudem setzten sich auch Gewinnmitnahmen durch, da an der Wall Street heute aufgrund des morgigen Nationalfeiertages nicht gehandelt wird.

In den Vereinigten Staaten nahm die Beschäftigung kräftig zu und die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannte sich merklich. Ohne Berücksichtigung der Agrarwirtschaft wurden im Juni 4.8 Mio. Arbeitsstellen besetzt, wobei die Hälfte dieser Jobs im Gastronomiegewerbe entstanden sind. Die Arbeitslosenrate sank dabei von 13.3% im Mai auf 11.1%. Noch im April hatte die Arbeitslosenquote offiziellen Angaben zufolge 14.7% betragen – der höchste Wert seit Jahrzehnten. US-Präsident Donald Trump wertete die jüngste Entspannung auf dem Arbeitsmarkt als Zeichen für ein Comeback der amerikanischen Wirtschaft. Die Frage ist jedoch, wie sich die besorgniserregende neuerliche Zunahme an Coronavirus-Infektionen in den USA und die folgenden erneuten «Lockdowns» auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auswirken werden. Aktuellere Daten vom Arbeitsmarkt deuten denn auch auf eine nicht ganz so entspannte Entwicklung hin. So wurden in der der Woche zum 27. Juni nochmals rund 1.4 Mio. Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gemeldet.

An den Aktienmärkten sorgten die an und für sich positiven Arbeitsmarktdaten zunächst für Rückenwind, jedoch liess die Dynamik im Handelsverlauf nach. Der Dow Jones Industrial legte nach den Job-Daten um bis zu +1.8% zu, schloss dann aber mit einem deutlich moderateren Plus von 0.36% bei 25 827.36 Punkten. Der S&P 500 beendete den Donnerstag mit einem Tagesgewinn von +0.48%. Die Technologiebörse Nasdaq erreichte während des Handelsverlaufs erneut Rekordwerte. In Asien hielten positive Einkaufsmanagerumfragewerte die Börsen zum Wochenschluss im grünen Bereich. In China zeigte der PMI im Juni eine signifikante Erholung im Dienstleistungssektor.

Politikum Corona-Hotspot USA

In den USA steigen die Covid-19-Infektionszahlen weiter im Rekordtempo an. Mitte Woche wurden den Berechnungen der Johns-Hopkins-Universität zufolge erstmals mehr als 50 000 Neuinfektionen an einem Tag registriert. Der führende US-Immunologe Anthony Fauci warnte bereits, dass die Zahl der Neuinfektionen bald auf täglich 100 000 zunehmen könnten. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Florida, Texas, Arizona, Georgia und Kalifornien. Bereits mehrere dieser Bundesstaaten sahen sich kurz vor dem Nationalfeiertag am 4. Juli gezwungen, die bisherigen Lockerungen der Corona-Massnahmen wieder zurückzunehmen. Die USA zählen derzeit mehr als 2.6 Mio. infizierte Menschen und rund 128 000 Todesfälle. Die Pandemie hat auch immer stärkeren Einfluss auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl im November. Die Regierung von Präsident Donald Trump machte bisher sicherlich keine souveräne Figur, was sich auch in den derzeitigen Umfrageergebnissen widerspiegelt. Bis November ist aber noch ein langer Weg und die Wahl ist keineswegs entschieden.

Arbeitslosigkeit im Euroraum gestiegen

Die Zahl der Arbeitslosen in den Euroländern ist im Mai vor dem Hintergrund der Corona-Krise weiter gestiegen. Den Angaben des Statistikamts Eurostat zufolge erhöhte sich die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Personen um 159 000 auf 12.146 Mio. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote kletterte damit den zweiten Monat in Folge von 7.3% auf 7.4%. Die höchsten Werte weisen Griechenland mit 14.4% und Spanien mit 14.5% aus.

EZB hat laut Chefökonom Lane momentan keinen Handlungsbedarf

Nach Einschätzung vom Europäische Zentralbank (EZB)-Chefökonom Philip Lane haben sich die Finanzmärkte inzwischen stabilisiert und es zeichne sich eine wirtschaftliche Erholung in der Eurozone ab. Nachdem die EZB ihre geldpolitischen Hilfen angesichts des beispiellosen Konjunktureinbruchs bereits mehrmals ausgeweitet hat, gebe es für die EZB vorerst keinen weiteren Handlungsbedarf. Die Wirtschaftserholung könnte aber lange dauern und die Visibilität sei nach wie vor schlecht, warnte Lane. Im Hinblick auf die Inflationsentwicklung geht der EZB-Chefvolkswirt nicht davon aus, dass die Teuerungsrate während der nächsten Monate vor dem Hintergrund der gesunkenen Ölpreise auf unter null Prozent sinken könnte. Das Risiko einer negativen Inflation sei zwar real, aber in den Szenarien der EZB bleibe sie im positivem Bereich.

Wirtschaftskalender 3. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:15SPIHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite Juni29.2
09:45ITIHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite Juni33.9
00:00USAFinanzmärkte geschlossen wegen Nationalfeiertag

Unternehmenskalender 14. Juli
LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ2
USACitigroupQ2

 

Quelle: BondWorld.ch