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LGT Navigator: Legt der positive Impfstoff-News-Flow den Grundstein für eine Jahresendrally?

LGT Navigator: Positive Nachrichten von Seiten der Impfstoffentwicklung und erhoffte Rekordumsätze am «Cyber Monday» standen am letzten Tag des Monats November im Fokus der Börsen.

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Obwohl an der Wall Street zum Wochenauftakt Gewinnmitnahmen dominierten, notierte der Dow Jones Industrial im November den stärksten Monat seit 1987! Der positive Impfstoff-News-Flow und die Hoffnung auf ein Ende der Coronakrise könnten durchaus die Grundlage für eine Jahresendrally an den Börsen legen.

Der amerikanische Pharmakonzern Moderna reichte gestern in den USA und Europa Anträge auf Zulassung seines Impfstoffs mit einer Wirksamkeit von rund 94% gegen Covid-19 ein. Damit könnte Moderna, neben dem Pfizer/BioNTech als zweites Unternehmen noch vor Ende des Jahres in den USA eine Impfung auf den Markt bringen und damit die Coronakrise massgeblich entschärfen. Einen positiven Impuls erhoffen sich Anleger auch vom «Cyber Monday». Laut der Marktforschungsfirma Adobe Analytics könnte das Online-Shopping den Retailern einen Rekordumsatz von geschätzten USD 12.7 Mrd. beschert haben. Für Aufmerksamkeit sorgte zu Wochenbeginn auch die fortschreitende Konsolidierungswelle unter den grössten Datenanbietern in der Finanzbranche. So strebt S&P Global die Übernahme von IHS Markit für USD 39 Mrd. die an.

Zum Monatsende verbuchte der Dow Jones Industrial einen Tagesverlust von -0.91% und schloss bei 29 638.64 Punkte. Im November erreichte der Dow in der Folge der US-Wahlen und der verstärkten Hoffnungen auf einen schnell zur Verfügung stehenden Covid-19-Impfstoff eine eindrückliche Monatsperformance von fast +12%. Im Vorjahresvergleich erzielt der Dow ein Plus von knapp +4%. Zählern. Der positive News-Flow in Sachen Corona-Impfstoff sorgt heute Morgen bei den asiatischen Börsenindizes grösstenteils für Gewinne. In Tokio notiert der Nikkei-Index ein Plus von etwa +1.3%.

Fed verlängert einige ihrer Corona-Notfallprogramme

Die US-Notenbank (Fed) hat wegen der anhaltend angespannten Pandemielage in den USA einige ihrer Notfall-Krisenprogramme zur Geldversorgung der Wirtschaft verlängert. Dazu zählt beispielsweise das Aufkaufprogramm für kurzfristige Firmenanleihen (Commercial Paper Liquidity Facility), mit dem der Kreditfluss an Unternehmen gestützt werden soll. Die Hilfen der Fed sollen nun bis Ende März 2021 weitergeführt werden. Ursprünglich wären sie Ende dieses Jahres ausgelaufen. Ausgenommen von dieser Verlängerung sind jedoch die fünf Fed-Hilfsprogramme, denen US-Finanzminister Steven Mnuchin kürzlich die Unterstützung entzog und die nun zum Jahresende auslaufen. Heute treten nun Fed-Chef Jerome Powell und Finanzminister Mnuchin vor dem Bankenausschuss des US-Senats auf.

EZB-Chefin Lagarde unterstützt Schaffung eines digitalen Euros

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), hat sich für die Einführung eines digitalen Euro zur Ergänzung von Bargeld ausgesprochen. Laut Lagarde könnte ein digitaler Euro in bestimmten Zukunftsszenarien eine wichtige Rolle spielen, z.B. bei einem weiteren Rückgang der Nutzung von Bargeld oder um einer Nutzung digitaler Fremdwährungen im Euroraum zuvorzukommen. Die EZB könne mit einem digitalen Euro auch ihre monetäre Souveränität sicherzustellen, so Lagarde.

Inflationstrend im Euroraum bleibt schwach

In Deutschland sorgten die gesenkte Mehrwertsteuer sowie tiefere Energiekosten (-7.7%) im November für akzentuiert rückläufige Preise. Im Vergleich zur Vorjahresperiode gingen die Preise um -0.7% zurück, nach -0.5% im Oktober. Die Energiepreise verbilligten sich um 7.7% auf Jahressicht. Ökonomen waren von einer Teuerungsrate von -0.4% im November ausgegangen. Gegenüber dem Vormonat sanken die deutschen Konsumentenpreise um -1.0% (Konsens -0.8%).

In Italien hat sich der Abwärtstrend der Inflation im November hingegen etwas abgeschwächt. Die Teuerungsrate blieb aber mit -0.3% nach wie vor negativ, wie das Statistikamt Istat in Rom berichtete. Im Oktober hatte die italienische Inflationsrate noch -0.6% und im September sogar -1.0% betragen. Im Monatsvergleich stagnierten die Lebenshaltungskosten. Die Preisentwicklung bleibt aber auch in Italien vor dem Hintergrund der Coronakrise schwach.

Auch in Spanien blieb die Inflation im vergangenen Monat nach wie vor stark negativ. Die Verbraucherpreise gingen im November gegenüber dem Vorjahr um -0.9% zurück, womit die Teuerungsrate unverändert blieb gegenüber dem Vormonat.

Wirtschaftskalender 1. Dezember
MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH BIP Q3 (Q/Q) -7.3%
09:30 CH Einkaufsmanagerindex Industrie (November) 52.3
09:30 SP IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) 52.5
09:45 IT IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) 53.8
09:50 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) 49.1
09:55 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) 57.9
09:55 DE Arbeitslosenrate (Oktober) 6.2%
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) 53.6
10:00 IT BIP Q3 (Q/Q) -13.0%
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) 55.2
11:00 EZ Verbraucherpreise (November, J/J) -0.3%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (November, J/J) +0.2%
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) 56.7
16:00 USA ISM-Einkaufsmanagerindex Industrie (November) 59.3

 

Unternehmenskalender 3. Dezember 2020
Land Unternehmen Periode
USA Kroger Q3

 

Quelle: BondWorld.ch