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LGT Navigator: Lockerung der Pandemie-Massnahmen verleiht den Börsen Schwung

LGT Navigator: An der Wall Street kehrt nach zweimonatiger Zwangspause wieder Leben auf dem Börsenparkett ein. Die Aktienmärkte sind bei ruhigem Handel mit Gewinnen in die Woche gestartet …

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Für Zuversicht sorgt die Lockerung der Corona-Auflagen, die zahlreiche Regierungen beschlossen haben. Dennoch dürfte die Konsumlaune in Europa zunächst gedämpft bleiben.

Die Aktienmärkte sind mit Schwung in die neue Woche gestartet. Die asiatischen Börsen notieren am Dienstagmorgen fester. In Tokio gewinnt der Nikkei +2.6%, der Hang Seng Index legt in Hong Kong knapp +2% zu. Am Montag war das Handelsvolumen gering, da die amerikanischen und britischen Börsen feiertagsbedingt geschlossen blieben. In der Schweiz schloss der SMI +1,4% höher. In Frankfurt avancierte der Dax nach günstigen Konjunkturdaten +2.9%. Zu den Gewinnern zählten die Papiere von Lufthansa (+7.5%): Die Fluggesellschaft soll vom Staat mit einem milliardenschweren Hilfspaket gerettet werden – allerdings steht die Zustimmung der EU-Kommission noch aus.

Für Optimismus sorgen die Lockerungsmassnahmen, die Regierungen rund um den Globus beschlossen haben. An der Wall Street etwa kehren die Händler am heutigen Dienstag nach einer zweimonatigen Pause wieder auf das Börsenparkett zurück. Die New Yorker Börse hatte ihre Tore nach Ausbruch der Corona-Pandemie geschlossen. Von Normalität wird zunächst aber nicht viel zu spüren sein: Lediglich ein Viertel der üblichen Belegschaft wird vorerst vor Ort sein, die Händler sind verpflichtet, eine Maske zu tragen und müssen einen Haftungsausschluss unterzeichnen. In Japan hat die Regierung den Ausnahmezustand für das gesamte Land vorzeitig aufgehoben, die Massnahmen sollten ursprünglich bis Ende Mai gelten. Auch in Grossbritannien dürfen zahlreiche Geschäfte im Juni wieder öffnen, kündigte Premierminister Boris Johnson an.

Europas Haushalte sind auf dem Spartrip

Die europäischen Haushalte haben ihre Ersparnisse seit Ausbruch der Corona-Krise massiv erhöht. Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE) zeigen, dass die Sparquoten in Frankreich, Spanien, Italien und Grossbritannien deutlich gestiegen sind. So kletterten die Einlagen auf italienischen Sparkonten im März auf EUR 16.8 Mrd., der langjährige monatliche Durchschnitt liegt bei EUR 3.4 Mrd. In Deutschland sind die Bankeinlagen zwar gefallen, dies aber nur, weil die Bevölkerung in Krisenzeiten Bargeld bevorzugt. Die Europäische Kommission schätzt, dass die Sparquote im laufenden Jahr auf 19% steigen (gemessen am verfügbaren Einkommen, 2019: 12.8%) und zunächst auf hohem Niveau verharren wird. Die Entwicklung dämpft die Hoffnungen, dass kauffreudige Konsumenten die Konjunkturerholung antreiben werden.

Geschäftsklima in Deutschland hellt sich auf

In Deutschland haben besser als erwartete Konjunkturdaten für positive Stimmung gesorgt. Der Ifo-Index, der das Geschäftsklima in den Chefetagen deutscher Unternehmen misst, ist im Mai stärker gestiegen als prognostiziert. Im April hatte das Barometer ein historisches Tief erreicht. «Die ersten Lockerungen sorgen für einen Hoffnungsschimmer», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest mit Blick auf die Umfrage unter rund 9000 Managern. Der Ifo-Index ist einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Konjunkturentwicklung Deutschlands.

SNB-Sichtguthaben steigen deutlich

Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind in der vergangenen Woche auf einen neuen Rekord gestiegen. Die Entwicklung der Einlagen gilt als Indiz für die Interventionen der SNB am Devisenmarkt. Die Sichtguthaben beliefen sich am 22. Mai auf CHF 679,9 Mrd., nach CHF 673,5 Mrd. in der Woche davor. Seit Ende 2019 sind sie um rund CHF 95 Mrd. gestiegen. Wie aussagekräftig die Zahlen bezüglich der Aktivitäten der SNB in Zeiten der Corona-Pandemie allerdings sind, ist umstritten, da sie derzeit durch die Covid-19-Notkredite und die Erhöhung der Freigrenze der Sichtguthaben der Banken aufgebläht werden.

Wirtschaftskalender 26. Mai
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEGfK Konsumklima Deutschland-23.4
08:30CHBFS: Beschäftigungsgrad (Q1)5.13 Mio.
15:00USAS&P/ Case-Shiller-Hauspreisindex3.5%
16:00USAVerbrauchervertrauen86.9
16:00USAVerkauf neuer Häuser627’000
Unternehmenskalender 26. Mai
LandUnternehmenPeriode
CHAryzta Trading UpdateQ1

Quelle: BondWorld.ch