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LGT Navigator: Märkte setzen auf Biden als Garant für politische Stabilität und weitere Konjunkturhilfen

LGT Navigator: Nach der Bereitschaft Trumps zur Machtübergabe hoffen Investoren auf ein stabileres politisches Umfeld und eine neuerliche Ausweitung der Konjunkturhilfen in den USA zur Überwindung der Coronakrise unter der neuen Führung der zukünftigen Administration Biden.

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Obwohl die neusten US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen enttäuschten, setzten die Börsenindizes in New York ihre Rekordjagd am Freitag teilweise fort. Neben der allgegenwärtigen Corona-Pandemie dürfte nun die Ende Woche beginnende Unternehmensberichtssaison in den Fokus der Anleger rücken.

An den Aktienmärkten werden die Kurse von der Hoffnung auf weitere Staatshilfen und eine mögliche Ausweitung der geldpolitischen Massnahmen der Zentralbanken sowie einer erfolgreichen Impfkampagne zur Eindämmung von Covid-19 getrieben. Der Dow Jones Industrial schloss am Freitag nach der jüngsten Rekordjagd mit einem moderaten Tagesgewinn von +0.18% und ging bei 31’097.97 Punkten ins Wochenende. In der ersten Jahreswoche 2021 verbuchte der US-Leitzindex damit einen Gewinn von +1.6%. Der marktbreite S&P 500 legte gleichzeitig um +0.55% auf 3’824.68 Zähler zu. Nachgefragt waren insbesondere Technologietitel und so stieg der Nasdaq 100 um +1.28% auf 13’105.20 Punkte. In Asien war zum Wochenstart an den Aktienmärkten kein einheitlicher Trend ersichtlich. In Japan blieb die Börse zu Wochenbeginn feiertagsbedingt geschlossen.

In dieser Woche wird sich der Fokus der Finanzmärkte auf die am Freitag beginnende Unternehmensberichtssaison richten. Den Startschuss machen die Grossbanken JPMorgan und Citigroup mit den Zahlen für das Schlussquartal 2020. In Deutschland rückt diese Woche zudem die Wahl eines neuen CDU- Vorsitzenden in den Fokus. Gesundheitsminister Jens Spahn dementierte gegenüber der Welt am Sonntag, dass er kurzfristig als Kanzlerkandidat für die Union antreten will. Ins Rennen gehen somit Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen. Der Parteitag beginnt am Freitag.

Zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump auf dem Prüfstein

Die durch den unerwarteten Wahlsieg in Georgia gestärkten Demokraten könnten im US-Kongress in den nächsten Tagen ein erneutes Amtsenthebungsverfahren gegen den noch bis zum 20. Januar amtierenden Präsident Donald Trump auf den Weg bringen. Da die Zeit für ein Impeachment-Verfahren zu knapp ist, dürfte es darum gehen, nach der gewaltsamen Stürmung des US-Parlaments durch Trump-Anhänger ein Zeichen zu setzen und den Präsidenten in die Verantwortung zu nehmen. Noch heute wollen die Demokraten im Kongresserste Schritte zur Amtsenthebung des abgewählten US-Präsidenten einleiten. Gemäss der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, solle zunächst eine Resolution eingebracht werden, mit der Vizepräsident Mike Pence aufgefordert wird, binnen 24 Stunden Schritte zur Amtsenthebung Trumps einzuleiten. In einem nächsten Schritt werde das Repräsentantenhaus ein parlamentarisches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einleiten. Ob ein derartiges Verfahren auch nach dem effektiven Abgang Trumps und der Vereidigung des demokratischen Nachfolgers Joe Biden am 20. Januar weitergeführt werden könnte, bleibt derzeit unklar. Sollte Trump tatsächlich des Amtes enthoben werden, könnte er 2024 wohl nicht erneut antreten.

Erholung auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt bleibt fragil

Wie anfällig die Konjunkturlage bleibt zeigte Ende letzter Woche die neuste US-Arbeitsmarktstatistik. Nachdem sich die Lage am Arbeitsmarkt sieben Monate in Folge verbessert hatte, ging die Beschäftigung im Dezember belastet durch die Coronakrise zurück. Entgegen den Erwartungen wurden Ende des letzten Jahres 140’000 Arbeitsstellen abgebaut. Ökonomen hatten einen Zuwachs von 50’000 Jobs prognostiziert. Andererseits entstanden aber in den beiden Vormonaten insgesamt 135’000 mehr Stellen als zunächst ermittelt. Die Arbeitslosenrate verharrte im Dezember hingegen bei 6.7%.

Deutscher Exportmotor verliert wegen Corona deutlich an Kraft

Obwohl sich die deutschen Exporte in den letzten Monaten schrittweise vom Corona-bedingten Einbruch erholt hatten, zeichnet sich ein deutlicher Rückgang im Gesamtjahr 2020 ab. Zwar legten die Ausfuhren im November gegenüber dem Vormonat um +2.2% zu, jedoch sanken die Exporte in den ersten elf Monaten auf Jahressicht um -10.3%. Der Branchenverband BGA geht im Gesamtjahr von einem Exportrückgang von mindestens -12% aus.

Wirtschaftskalender 11. Januar

MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:30EZSentix-Anlegervertrauensindex (Januar) -2.7

 

Unternehmenskalender 15. Januar

LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ4
USACitigroup Q4
USAGoldman Sachs Q4
USAAlcoaQ4

 

Quelle: BondWorld.ch