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LGT Navigator: Mit Spannung erwarteter US-Arbeitsmarktbericht

LGT Navigator: Aus Washington erwarten Anleger heute mit Spannung die offizielle Arbeitsmarktstatistik für März………….

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Kurzfristige Jobdaten deuteten gestern bereits eine dramatische Verschlechterung am amerikanischen Arbeitsmarkt an und belasteten die Börsenstimmung. Es wird befürchtet, dass die Arbeitslosenrate – bis zur Krise noch auf historisch tiefem Niveau von 3.5% – infolge der Coronavirus-Pandemie und der zwangsweisen teilweisen Stilllegung der Wirtschaft auf über 10% oder sogar bis 20% ansteigen könnte. Inzwischen übersteigt die Zahl der Coronavirus-Infektionen, nur vier Monate nach dem ersten Auftreten des Virus in der chinesischen Stadt Wuhan, weltweit die Marke von einer Million Menschen.

Mit Spannung erwarteter US-Arbeitsmarktbericht

Die gestern publizierten wöchentlichen Arbeitsmarktdaten aus den USA zeigten, dass in der Woche zum 28. März 6.65 Mio. Amerikaner erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung (Initial Jobless Claims) ansuchten. Der Marktkonsens war von 3.5 Mio. Anträgen ausgegangen. Nachdem bereits in der Vorwoche mit knapp 3.3 Mio. Anträgen der bisherige Höchststand von 1982 überboten worden, bedeutet dies ein erneutes Rekordhoch. Die Erstanträge gelten als Indiz für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in den USA. Da angesichts der schnellen Covid-19-Ausbreitung das Leben nun auch in vielen Teilen der USA, insbesondere in Metropolen wie New York oder Los Angeles praktisch zum Erliegen kommt, müssen viele Betriebe schliessen und es drohen im ganzen Land Massenentlassungen. Dies auch, da in den USA die Kurzarbeit als Stabilisierungsfaktor in einer Krise fehlt. In welchem Ausmass die beschlossenen staatlichen Hilfspakete die Krise effektiv abfedern können, bleibt abzuwarten. Ob der heute Nachmittag um 14:30 Uhr (MEZ) zur Veröffentlichung anstehende Arbeitsmarktbericht bereits die Krisensituation widergibt, ist angesichts der verzögerten Datenerhebung unklar.

Trotz des bereits spürbaren Einbruchs im Arbeitsmarkt und der drohenden Rezession gingen die Aktienindizes an der New Yorker Börse gestern mit einem Gewinn von rund +2.2% aus dem Tagesgeschäft. Die Nervosität bleibt jedoch hoch. In Tokio ging der Leitindex Nikkei-225 mit einem Tagesverlust von rund -0.7% in das Wochenende und in Hong Kong notiert der Hang Seng-Index etwa -0.9% tiefer. Der MSCI AC Asia Pacific fiel zuletzt um -0.6% und notiert damit ein Wochenminus von rund -3.8%.

Hoffnung auf Einigung initiiert Ölpreisrally

Gestützt wurden die Kurse durch eine Erholung des Ölpreises, was auch Ölaktien einen Schub verlieh. Nachdem der US-Präsident die Hoffnung auf eine Beilegung des Konflikts zwischen den Ölproduzenten Saudi-Arabien und Russland und einer möglichen Einigung auf Produktionskürzungen genährt hatte, legte der Ölpreis kräftig zu. Die Rohöl-Sorte Brent verzeichnete zeitweise einen Preissprung von nahezu +50% auf rund USD 36.30 je Barrel und das US-Öl WTI verteuerte sich um +35% auf etwa USD 27.40. In der Folge legten auch die Aktien von Ölkonzernen kräftig zu: Chevron phasenweise um mehr als +15% und ExxonMobil zeitweise um fast +12%.

Fed sichert Kreditgeschäft in Krisenzeiten

Die US-Notenbank (Fed) kündigte eine vorübergehende Lockerung der Regelung für Geschäftsbanken in Bezug auf die Kalkulation der Verschuldungsquote (Supplementary Leverage Ratio) an. Damit soll es Grossbanken mit einer Bilanzsumme von mehr als USD 250 Mrd. u.a. möglich sein, ihre Bestände an Staatsanleihen aus der Berechnung der Kennzahl herauszulassen. Mit der Massnahme, die ein Jahr lang gelten soll, wolle die US-Notenbank sicherstellen, dass grosse Geschäftsbanken während der nun drohenden Rezession weiter Kredite vergeben könnten.

Corona-Krise, ein entscheidender Faktor im US-Wahljahr

Die Corona-Krise wird auch immer stärker den laufenden Präsidentschaftswahlkampf beeinflussen. Hatte US-Präsident Donald Trump anfangs das Ausmass der Pandemie eindeutig unterschätzt, versucht sich Trump nun als Krisenmanager. Derzeit zählen die USA mehr als 240 000 bestätigte Infektionen und über 6000 Todesopfer. Auch dank den jüngst gesprochenen staatlichen Hilfsprogrammen in Billionenhöhe weist der US-Präsident zurzeit noch relativ gute Umfragewerte aus. Unterdessen verlangt der wahrscheinliche demokratische Herausforderer Joe Biden angesichts der Corona-Krise eine Verschiebung des Nominierungsparteitags der Demokraten, der auf Mitte Juli angesetzt ist. Nach mehreren klaren Siegen bei den Vorwahlen in vielen Bundesstaaten gilt der ehemalige US-Vizepräsident Biden als klarer Favorit vor seinem parteiinternen Rivalen Bernie Sanders.

Wirtschaftskalender 3. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
03:45CNCaixin PMI (Composite) Privatwirtschaft27.5
09:00SPIndustrieproduktion (J/J)-3.6%
09:00SPMarkit PMI (Composite) Privatwirtschaft51.8
09:45ITMarkit PMI (Composite) Privatwirtschaft50.7
09:50FRMarkit PMI (Composite) Privatwirtschaft30.2
09:55DEMarkit PMI (Composite) Privatwirtschaft37.2
10:00EZMarkit PMI (Composite) Privatwirtschaft31.4
10:30GBMarkit PMI (Composite) Privatwirtschaft37.1
11:00EZEinzelhandelsumsätze (J/J)+1.7%
14:30USArbeitslosenrate (März)3.5%
14:30USBeschäftigungswachstum Gesamtwirtschaft+273’000
14:30USBeschäftigungswachstum Privatwirtschaft+228’000
14:30USDurchschnittliche Stundenlöhne (J/J)+3.0%
15:45USMarkit PMI (Composite) Privatwirtschaft40.5
16:00USISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleister57.3
Unternehmenskalender 14. April
LandUnternehmenPeriode
USJPMorgan ChaseQ1
USJohnson & JohnsonQ1

Quelle: BondWorld.ch