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LGT Navigator: Mit Zinssenkungen und Fiskalpolitik gegen die Virus-Krise

LGT Navigator: Hauptgesprächsthema an den Kapitalmärkten bleibt die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sowie die Massnahmen gegen die Krise………

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Nach der überraschenden und umstrittenen Zinslockerung der US-Notenbank haben sich die Indizes an der New Yorker Börse wieder gefangen und schlossen gestern +4.5% höher. Hintergrund sind weitere Zinssenkungen und die Aussicht auf erhöhte Staatsausgaben in Reaktion auf den Coronavirus-Ausbruch. Auch die Aktienmärkte in Asien folgten den positiven Vorgaben aus New York und Europa.

Aktienmarkt sucht nach Richtung

Das US-Repräsentantenhaus beschloss ein Milliardenpaket, das dreimal höher ausfiel als von Präsident Donald Trump vorgeschlagen, und der IWF stellt USD 50 Mrd. in Aussicht, um Länder bei der Bekämpfung von Infektionen zu unterstützen. Zudem folgte die kanadische Notenbank der US-Notenbank mit einer Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 1.25%. Am Kapitalmarkt wird damit rechnet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England ebenfalls nachziehen werden.

Weltweit haben sich unterdessen knapp 95 000 Personen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, und in Europa und den USA nehmen die Fälle nach wie vor stetig zu. Kalifornien rief gar den Notstand aus. Andererseits gingen in Südkorea die Neuerkrankungen den dritten Tag in Folge zurück.

Fed Beige Book unterstreicht Pandemie-Risiken

Gemäss dem regelmässigen Wirtschaftsbericht der US-Notenbank, dem sogenannten Beige Book, bleibt die US-Wirtschaft zwar nach wie vor auf einem moderaten Wachstumskurs, jedoch seien bereits negative Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft zu beobachten. Insbesondere sei es im Zusammenhang mit der Pandemie zu Verzögerungen in Lieferketten gekommen. Die Fed hatte am Dienstag überraschend ihren Leitzins um einen halben Punkt gesenkt und den Schritt mit den Risiken für die US-Wirtschaft begründet, die mit der Ausbreitung des Coronavirus verbunden sind.

Beschäftigung in US-Privatwirtschaft bleibt laut ADP solide

Die monatliche Statistik des amerikanischen Arbeitsmarktdienstleisters ADP zeigten einen Zuwachs von +183 000 neuen Stellen in der US-Privatwirtschaft. Damit entstanden mehr Jobs als von Analysten mit +170 000 prognostiziert. Andererseits wurde der für den Vormonat zunächst berichtete starke Zuwachs von +291 000 auf noch +209 000 korrigiert. Insgesamt kann aber weiterhin von einer soliden Verfassung des US-Arbeitsmarktes ausgegangen werden. So wird denn auch für den am morgigen Freitag zur Veröffentlichung anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht aus Washington mit einem Zuwachs von 175 000 Stellen (Vormonat +225 000) gerechnet.

Amerikanische Dienstleister noch auf Kurs

Die letzte Umfrage des Branchenverbandes ISM unter Einkaufsmanagern im Dienstleistungssektor der USA scheint die Coronavirus-Krise noch nicht wirklich zu berücksichtigen. Der Anstieg des wichtigen Barometers von 55.5 Punkten im Januar auf 57.3 Zähler im Februar dürfte daher wenig Aussagekraft haben. Der von der Londoner Marktforschungsfirma IHS Markit erstellte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft in den USA (PMI Composite) blieb hingegen im Februar unverändert bei 49.6 Punkten, unterhalb der 50er Wachstumsmarke.

Ungewisser Ausblick für Euro-Wirtschaft

Nach Einschätzung von IHS Markit hat sich aus dem aktuellen Blickwinkel die Wirtschaft in der Euozone trotz der Coronavirus-Krise recht gut behauptet, jedoch zeigten die Umfragewerte auch, dass Probleme auf die Unternehmen zukommen werden. So hätten sich die Aussichten der Unternehmen wegen der Ausbreitung des Coronavirus in weiten Teilen Europas eingetrübt und gleichzeitig verstärkten sich die Einbussen bei den Exporten von Gütern und Dienstleistungen wegen der virusbedingten Nachfrageausfälle, kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Eurozone, der die Geschäfte von Dienstleistern und Industrie zusammenfasst, legte dennoch im Februar um 0.3 auf 51.6 Punkte zu und notiert damit über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Bei der monatlichen Umfrage unter Einkaufsmanagern beteiligen sich rund 5 000 Firmen.

Italiens Wirtschaft steht wegen Coronavirus vor Rezession

Die italienische Wirtschaft ist im Schlussquartal 2019 geschrumpft. Im Vergleich zum Vorquartal sank das BIP der drittgrössten Volkswirtschaft in der Eurozone um -0.3%. Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft noch leicht um +0.1%. Schwach entwickelte sich in Italien im Q4 vor allem der Privatkonsum. Angesichts der Tatsache, dass Italien von der Coronavirus-Pandemie in Europa am stärksten betroffen ist, muss damit gerechnet werden, dass die Wirtschaft im ersten Quartal in die Rezession rutscht.

Wirtschaftskalender 5. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
14:30USProduktivität Q4 (Q/Q)+1.4%
14.30USArbeitskosten Q4 (Q/Q)+1.4%
16:00USAuftragseingang Industrie (M/M)+1.8%
Unternehmenskalender 5. März
LandUnternehmenPeriode
DEHugo BossJ19
DEMerck KGaAJ19
DEContinentalJ19
DEHenkelJ19
USKrogerQ4

 

Quelle: BondWorld.ch