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LGT Navigator: Noch nicht über dem Berg

LGT Navigator: Steigende Covid-19-Zahlen in einigen grossen US-Bundesstaaten und anderen Teilen der Welt sowie die Angst vor einer zweiten Pandemiewelle sorgen an den Aktienbörsen für eine verstärkte Risikoaversion …

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Die Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Corona-Krise überschatten auch die jüngst ermutigenden Konjunktursignale und die Hoffnung der Anleger auf eine schnelle Wiederbelebung der Weltwirtschaft.

Nachdem der Dow Jones Industrial am Freitag zeitweise kräftig um mehr als zwei Prozent zulegen konnte, rutschten die Kurse im Laufe des Handelstages wieder ab und das New Yorker Börsenbarometer schloss mit einem Tagesverlust von -0.8% bei 25 871.46 Punkten. In der Wochenbilanz verbuchte der Dow immerhin ein Plus von rund ein Prozent. Sorgen bereiten den Investoren insbesondere stark steigende Covid-19-Infektionszahlen in einigen amerikanischen Bundesstaaten. In Florida, Arizona oder auch Kalifornien werden teilweise rekordhohe Ansteckungszahlen gemeldet. Zudem betreffen die neu bestätigten Covid-19-Infektionen vor allem auch jüngere Menschen. So betrug in Florida das Durchschnittsalter der nachweislich infizierten Personen in der vergangenen Woche lediglich 37 Jahre. Von Freitag auf Samstag wurden in den USA 34 284 neue bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Insgesamt haben sich der Johns Hopkins University zufolge damit etwa 2.27 Mio. Amerikaner mit Covid-19 angesteckt und fast 120 000 haben die Krankheit bisher nicht überlebt.

Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge breitet sich die Pandemie inzwischen immer schneller aus. Während in Europa die Lage, zumindest für den Moment, unter Kontrolle erscheint, werden aus Nord- und Südamerika sowie aus Südasien und dem Nahen Osten eine Zunahme der Neuinfektionen gemeldet. Die Welt sei in eine neue und gefährliche Phase eingetreten, meinte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Bisher kostete die Pandemie weltweit rund 467 000 Menschen das Leben.

In Asien überwog zum Wochenauftakt an den Börsen ebenfalls eine zurückhaltende Stimmung. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zum Handelsschluss +0.25% höher bei 22 535.36 Punkten.

EU-Gipfel bringt keinen Durchbruch

Die Spitzen der Europäischen Union konnten sich am Videogipfel am Freitag noch nicht auf das geplante EUR 750 Mrd. schwere Konjunkturprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise einigen. Der Entscheid wurde nun auf Mitte Juli vertagt. Verhandelt wird über den Plan der EU-Kommission eines schuldenfinanzierten Konjunktur- und Investitionsplans im Rahmen des nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmens. Von den EUR 750 Mrd. sollen EUR 500 Mrd. als Zuschüsse an die EU-Staaten fliessen und EUR 250 Mrd. als Kredite vergeben werden. Unter den 27 EU-Staaten bleibt das Gesamtvolumen und die Bedingungen für die Vergabe der Gelder umstritten. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel fasst zusammen: Es gebe noch grosse Brücken zu bauen. Inzwischen mahnt die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der trüben Konjunkturaussichten zur Eile.

EZB fordert grosses, schnelles und flexibles EU-Konjunkturprogramm

EZB-Präsidentin Christine Lagarde pocht auf eine schnelle Einigung auf ein europäisches Konjunkturprogramm, um der Rezession in Folge der Corona-Krise entgegenzutreten. Das von der EU-Kommission vorgeschlagene EUR 750 Mrd. schwere Programm müsse «gross, schnell, flexibel sowie solide in wirtschaftlichen Reformen verankert sein», meinte die Notenbankchefin am EU-Videokonferenzgipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag. Die EZB geht in ihren Prognosen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone im zweiten Quartal um -13% gegenüber dem Vorquartal einbrechen wird. Im Gesamtjahr 2020 geht die Notenbank von einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts um -8.7% aus.

Britische Verschuldung erreicht in Folge der Corona-Krise historische Marke

Die öffentliche Gesamtverschuldung Grossbritanniens erhöhte sich aufgrund der Massnahmen der britischen Regierung zur Dämpfung der wirtschaftlichen Corona-Folgen erstmals seit 1963 auf über 100% der gesamten Wirtschaftsleistung des Königreichs. Ende Mai habe die Staatsverschuldung 100.9% des Bruttoinlandprodukts betragen.

Wirtschaftskalender 22. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
16:00USAVerkäufe bestehender Häuser (M/M)-17.8%
16:00USAVerkäufe bestehender Häuser (J/J)-4.3%
Unternehmenskalender 22. Juni
LandUnternehmenPeriode
USAKrogerQ1

 

Quelle: BondWorld.ch