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LGT Navigator: Ölpreiskollaps – die Krise in der Krise

LGT Navigator: Als würden die Coronavirus-Pandemie und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Schäden die Investoren nicht bereits genug belasten, sorgt der Kollaps der US-Ölpreise seit Anfang der Woche für zusätzliche Verunsicherung…………..

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Angesichts der erwarteten Schwächung der Weltwirtschaft geht auch die Nachfrage nach Erdöl zurück. Für etwas Entlastung sorgen könnte das vom US-Senat beschlossene Hilfspaket über USD 480 Mrd., mit Fokus auf Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen. Weiterhin im Zentrum des Geschehens stehen die laufend publizierten Unternehmensergebnisse für das erste Quartal und die bereits sichtbaren Auswirkungen der Corona-Krise.

Ölpreiskollaps – die Krise in der Krise

Der dramatische Einbruch des WTI-Ölpreises um rund -45% auf noch etwa USD 10 je Barrel (159 Liter), womit das US-Öl auf dem tiefsten Niveau seit etwa 34 Jahren notiert, ist auch ein Zeichen dafür, dass nicht von einer baldigen Stabilisierung der Nachfrage, auch aufgrund der Corona-Krise, ausgegangen wird. Nach dem jüngsten Einbruch der WTI-Ölkontrakte ist am Mittwochmorgen auch die Nordseesorte Brent auf den niedrigsten Stand seit mehr als 18 Jahren abgerutscht. Neben der corona-bedingten geschwächten Energienachfrage, spielen auch volle Lagerkapazitäten in den USA eine Rolle, sowie der Umstand, dass die Förderkapazitäten der amerikanischen Schieferölproduzenten wegen des technisch aufwendigen Verfahrens nicht so schnell reduziert werden können. Einen weiteren Effekt wird der Ölpreisverfall in den USA haben, wo als Konsequenz nochmals viele Arbeitsplätze (und damit auch kaufkräftige Konsumenten) verloren gehen. Zur Eindämmung der Krise will nun US-Präsident Donald Trump die Rohöl-Vorräte des Landes aufstocken.

Washington beschliesst weiteres Hilfspaket

Die kleine Kammer des US-Parlaments in Washington, der Senat, brachte gestern ein weiteres Konjunkturpaket im Volumen von USD 480 Mrd. auf den Weg. Dieses soll noch in dieser Woche vom Repräsentantenhaus verabschiedet werden. Profitieren sollen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, um damit die bereits stark angestiegene Arbeitslosigkeit einzudämmen.

Börsen im Banne der Ölmarktturbulenzen – Quartalsausweise im Fokus

An der New Yorker Börse verlor der Dow Jones Industrial vor dem Hintergrund der Turbulenzen am Ölmarkt -2.67%, nachdem der US-Leitindex bereits tags zuvor -2.4% eingebüsst hatte. Der marktbreite S&P 500 ging mit einem Verlust von -3% aus dem Tageshandel und der Nasdaq 100 beendete den Tag -3.71% tiefer. Auch in Asien belastet der Absturz der US-Ölpreise die Börsen. In Tokio verliert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index -1.5%. Weiterhin im Fokus der Anleger steht die Quartalsberichtssaison der börsennotierten Unternehmen. In den kommenden drei Wochen werden fast 80% der Firmen im S&P 500 ihre Quartalsergebnisse vorlegen. Analysten rechnen mit Gewinnrückgängen, Dividendenkürzungen und wegen der Corona-Krise revidierten Ausblicken.

Weitere Schritte zurück in die neue Normalität

Österreich und Italien kündigten gestern weitere Schritte aus dem «Lockdown» an. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz kündigte an, dass ab Mai weitere Einschränkungen aufgehoben werden sollen, da die Zahl der Neuinfektionen stark zurückgehe. Ab dem 15. Mai sollen dann auch die Schulen wieder öffnen und sogar die Gastronomie soll unter Auflagen wieder starten dürfen. Italiens Regierung will bis Ende Woche Pläne für eine schrittweise Aufhebung der Corona-Beschränkungen ab dem 4. Mai vorlegen. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte warnte aber, dass der Übergang in eine «Phase 2» gut vorbereitet werden müsse. Italien war neben Spanien in Europa am stärksten von der Pandemie betroffen- Bis heute sind an der Lungenkrankheit rund 24 000 Menschen gestorben.

Finanzexperten blicken laut ZEW wieder optimistischer in die Zukunft

Der Index der Konjunkturerwartungen des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW mit Blick auf die nächsten sechs Monate hellte sich im April überraschend deutlich auf. Nachdem das Barometer im Vormonat angesichts des massiven Einbruchs an den internationalen Aktienmärkten auf -49.5 Punkte zurückfiel, stieg der Index nun um 77.7 auf plus 28.2 Punkte und schnitt damit deutlich besser ab als von Analysten im Schnitt mit minus 42.3 Zählern erwartet. Die befragten Analysten und institutionellen Anleger scheinen also durchaus wieder zuversichtlicher in die Zukunft zu blicken. Andererseits zeigt der Indikator für die Einschätzung der gegenwärtigen Lage, dass die Anspannung inmitten der Corona-Krise nach wie vor gross ist. So fiel der Index der aktuellen Lage um 45.4 auf minus 93.9 Punkte.

Japans Zentralbank warnt vor Negativspirale für das Finanzsystem

Die Bank of Japan (BoJ) befürchtet im Falle eines lang anhaltenden Ausnahmezustands wegen der Corona-Pandemie.eine Negativspirale für das Finanzsystem. Eine Wirtschaftskrise könnte das japanische Finanzsystem destabilisieren, warnte die Notenbank. Sorgen bereitet der BoJ der Umstand, dass japanische Banken wegen der ultra-tiefen Zinsen risikoreiche Kredite vergeben haben, beispielsweise auch an ausländische Unternehmen.

Wirtschaftskalender 22. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:00ITAuftragseingang Industrie (M/M)+1.2%
10:00ITAuftragseingang Industrie (J/J)-1.8%
Unternehmenskalender 22. April
LandUnternehmenPeriode
ChSchindlerQ1
USAAT&TQ1

 

Quelle: BondWorld.ch