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LGT Navigator: Optimismus überwiegt desaströse US-Wirtschaftsdaten

LGT Navigator: Während die Lockerungen der Corona-Beschränkungen in den USA und vielen europäischen Ländern sowie die jüngste Entspannung zwischen den USA und China …

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im Konflikt um den Ursprung des Virus und das Krisenmanagement für Optimismus an den Finanzmärkten sorgen, dürften die Rezessionssorgen die Anlegerstimmung wohl noch auf Dauer belasten. In den USA sorgen die Corona-Pandemie und der damit einhergehende wirtschaftliche Stillstand für eine rekordhohe Arbeitslosenrate. Dies dürfte drastische Auswirkungen auf den Konsum haben und die absehbare Rezession verstärken. Dennoch überwiegt zum Wochenstart die Hoffnung auf eine schnelle, v-förmige Wirtschaftserholung.

An der Wall Street verbuchten die Aktienindizes trotz der desaströsen Arbeitsmarktdaten am Freitag deutliche Kursgewinne. Im Vordergrund standen die Lockerungen der Corona-Massnahmen in vielen Ländern und die damit verbundene Hoffnung auf eine baldige Erholung der Weltwirtschaft sowie die Entspannungssignale im Konflikt zwischen den USA und China in Bezug auf die Herkunft des neuartigen Coronavirus und das Krisenmanagement. Der Dow Jones Industrial schloss zum Ende der vergangenen Woche mit einem soliden Plus von +1.91% bei 24 331.32 Punkten und der S&P 500 legte um +1.63% auf 2929.80 Punkte zu.

In Asien folgten die meisten Börsenindizes den positiven Vorgaben aus Übersee. In Tokio gewinnt der Benchmark Nikkei-225-Index +1.35% und in Hong Kong legt der Hang Seng-Index um knapp +2.0% zu. Die Futures-Märkte signalisieren auch für Europas Aktienmärkte einen positiven Wochenstart.

Corona-Krise trifft US-Arbeitsmarkt mit voller Wucht

Die US-Arbeitslosenquote erreichte im April vor dem Hintergrund der Pandemie und dem «Lockdown» einen Rekordwert von 14.7% (Konsens 16.0%). Damit wurde der bisher bestehende Rekord seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1948 von 10.8% egalisiert. Im März betrug die Erwerbslosenrate noch 4.4% und im Februar lediglich 3.5%. Den neusten Daten zufolge gingen in der Gesamtwirtschaft in der Berichtsperiode 20.5 Mio. Stellen verloren. Analysten hatten im Schnitt mit 21.5 Mio. gerechnet. Revidierten Zahlen zufolge gingen im März mit 870 000 nochmals deutlich mehr Stellen verloren als ursprünglich mit 701 000 berichtet. In der Realität dürfte die Arbeitslosenzahl in den USA im April aber noch höher gelegen haben, warnte das Arbeitsministerium in Washington. So seien rund acht Mio. Personen als «abwesend aus nicht näher benannten Gründen» gemeldet worden. Diese Zahl liege normalerweise bei etwa 600 000, erklärte das Ministerium. Wären diese Personen ebenfalls als effektiv arbeitslos eingestuft worden, hätte die Arbeitslosenrate im April 19.5% betragen.

EZB-Lagarde fordert gemeinsame europäische fiskalische Reaktion

Die europäische Notenbankpräsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bereit stehe, die wirtschaftliche Erholung im Euroraum weiterhin zu unterstützen. Die EZB werde im Rahmen ihres Mandats hierzu alles Notwendige tun. Niemand sei an dieser Krise schuld und  die politischen Reaktionen darauf dürften deshalb unnötig eingeschränkt werden. Jedes Land sei verschieden, und nicht alle Länder könnten in der gleichen Weise reagieren. Trotzdem müsse jedes Land in der Lage sein, so zu reagieren, wie es die Krise erfordere, meinte die Zentralbankchefin. Ansonsten riskiere die Währungsunion zunehmende Asymmetrien und werde mit noch grösseren ökonomischen Divergenzen aus dieser Krise kommen. «Eine gemeinsame europäische fiskalische Reaktion ist deshalb sehr erstrebenswert», betonte Lagarde.

Deutsche Exporte brechen zu Beginn der Corona-Krise ein

Die deutschen Ausfuhren sind im März gegenüber dem Vormonat um -11.8% eingebrochen – ein Rekordwert. Die Importe verringerten sich binnen Monatsfrist um -5.1%. Die Exporte in die Europäische Union (EU) brachen im Vergleich zum Vorjahresmonat um -11.0% ein und die Importe verringerten sich um -8.0%. Die Corona-Krise habe im Aussenhandel beispiellose Spuren hinterlassen und es sei in den kommenden Monaten mit zweistelligen Rückgänge zu rechnen, kommentierte der Präsident des deutschen Aussenhandelsverbandes BGA Holger Bingmann.

Wirtschaftskalender 11. Mai
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:00ITIndustrieproduktion (M/M)-1.2%
10:00ITIndustrieproduktion (J/J)-2.4%
Unternehmenskalender 11. Mai
LandUnternehmenPeriode
DEHenkelQ1
USAMarriott InternationalQ1

Quelle: BondWorld.ch