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LGT Navigator: Powells Worte beruhigen Aktienmärkte fürs erste

LGT Navigator: Die globalen Aktienmärkte sind mehrheitlich mit Verlusten in die neue Woche gestartet und knüpften damit an die Entwicklung der Vorwoche an. Im Fokus der Anleger stehen weiterhin die Anleihenmärkte, wo die Renditen jüngst kräftig angezogen haben.

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Aussagen des US-Notenbankchefs Powell wonach die Inflation noch weit vom anvisierten Zielbereich entfernt sei und die Fed weiter bereit stehe ihr gesamtes monetäres Arsenal auszuschöpfen, sorgten an den Börsen nur kurzzeitig für eine gewisse Entlastung. Einen wieder grösseren Risikoappetit der Aktieninvestoren stützten auch positive Nachrichten in Bezug auf Covid-19-Impfungen und starke Daten vom US-Immobilienmarkt. Allerdings dürfte sich die Befürchtung an den Aktienmärkten festgesetzt haben, dass steigende Staatsschulden infolge der dualen Stimulierung zur Eindämmung der Coronakrise die Inflation stärker als erwartet anfachen konnte und damit die Renditen am Anleihenmarkt in die Höhe gedrückt werden könnte.

US-Notenbankchef Jerome Powell konnte anlässlich seiner halbjährlichen Anhörung im US-Kongress die Angst der Anleger vor weiter steigenden Anleiherenditen etwas zerstreuen. Zudem bekräftigte der Fed-Vorsitzende, dass die Notenbank auf absehbare Zeit an ihrer expansiven Geldpolitik und ihren Wertpapierkäufen festhalten werde, um die Wirtschaft aus der Coronakrise zu führen – einer der Grundpfeiler der Aktienmarktrally. Nachdem der Dow Jones Industrial zu Beginn des Handelstages noch unter Druck kam, erholte sich das Börsenbarometer und erreichte gar ein weiteres Rekordhoch bei knapp 32 010 Zählern. Bei Handelsschluss notierte der Dow mit einem soliden Tagesplus von +1.35% bei 31’961.86 Punkten. Der marktbreite S&P 500 schloss +1.14% höher bei 3’925.43 Zählern. Gesucht waren insbesondere Energie-, Industrie- und Finanzwerte. Der Bankenindex erreichte gestern den höchsten Stand seit 2007. An der Technologiebörse Nasdaq fiel die Erholung von den jüngsten Verlusten nicht so kräftig aus. Der Auswahlindex Nasdaq 100 büsste im frühen Handel noch -1.2% ein und beendete den Mittwoch dann +0.81% höher als am Vortag bei 13’302.19 Zählern.

Positiv auf die Stimmung an den Börsen wirkte sich auch die Nachricht aus, wonach der Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson, der nur eine Dosis benötigt, in den USA zugelassen wurde und der US-Gesundheitsbehörde FDA zufolge eine hohe Wirksamkeit zeigt. Gut aufgenommen wurden auch neuste Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt. So stiegen die Verkäufe neuer Häuser im Januar unerwartet stark an. Die Neubauverkäufe legten zu Jahresbeginn um +4.3% gegenüber dem Vormonat zu, während Ökonomen von einem deutlich geringeren Zuwachs um +1.7% ausgegangen waren.

In Asien legten die Börsen heute auf breiter Front zu und für die europäischen Aktienmärkte signalisieren die Futures einen positiven Handelsstart. Im Fokus steht heute auch der bis Freitag laufende EU-Video-Gipfel. Die Mitglieder des Europäischen Rates beraten u.a. über den Stand der Covid-19-Pandemie.

IWF-Chefin warnt vor gefährlicher Divergenz als Folge der Coronakrise

Es bestehe das Risiko, dass viele Entwicklungsländer durch die Pandemie auf Jahre hinaus geschwächt werden, während sich fortgeschrittene Volkswirtschaften und einige wenige Schwellenländer schneller erholen. Diese gefährliche Divergenz müsse unbedingt vermieden werden, meinte die geschäftsführende IWF-Direktorin Kristalina Georgieva. Deshalb müssten die G20-Staaten nun stärker zusammenarbeiten und politische Massnahmen ergreifen, um armen Ländern bei der Beschaffung und Verteilung von Covid-19-Impfstoffen zu helfen. Es müsse eine Umverteilung überschüssiger Impfstoffe von Überschuss- zu Defizitländern geben. Der IWF schätzt, dass bis Ende 2022 das kumulierte Pro-Kopf-Einkommen in Schwellen- und Entwicklungsländern (ohne China) um rund 22% unter dem Niveau von vor der Krise liegen wird.

Deutsche Wirtschaft kommt leicht besser als befürchtet durch das Q4 2020

Die gestern vom Statistische Bundesamt bestätigten BIP-Zahlen zeigten, dass die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal 2020 trotz des neuerlichen «Lockdowns» um +0.3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen ist. Gestützt wurde das Wachstum im vierten Quartal durch die Exporte und die Bauinvestitionen, während die privaten Konsumausgaben kräftig um -3.3% gegenüber dem Vorquartal nachgaben. Im Gesamtjahr schrumpfte die deutsche Wirtschaft um -4.9%, leicht weniger stark als zuvor mit -5% berechnet. Im letzten Jahr standen den Ausgaben für die milliardenschweren Corona-Hilfspakete sinkende Einnahmen gegenüber. Das Steueraufkommen verringerte sich deutlich, auch wegen der temporären Senkung der Mehrwertsteuer. Für das laufende Jahr geht die Bundesregierung in Berlin aktuell von einem Wirtschaftswachstum von +3% aus.

Frankreichs Unternehmen zeigen sich pessimistischer

Die Stimmung französischer Firmen hat sich im Februar aufgrund der anhaltend hohen Zahl von Covid-19-Neuinfektionen eingetrübt. Das Geschäftsklimabarometer gab dabei von 91 auf 90 Punkte nach. Vor dem Rückgang anfangs Jahr hatte sich die Stimmung der Unternehmen tendenziell vom Corona-Einbruch erholt. Pessimistischer äusserten sich insbesondere die befragten Betriebe in der Dienstleistungs- und Einzelhandelsbranche. Hintergrund ist die weiterhin angespannte Pandemielage in Frankreich. So erwägt die Regierung in Paris aktuell erneut Einschränkungen. Laut Regierungssprecher Gabriel Attal habe sich die Situation wieder verschlechtert und in etwa zehn Départements sei die Lage sogar sehr besorgniserregend.

Wirtschaftskalender 25. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE GfK Konsumklima (März) -15.6
08:45 FR Konsumentenstimmung (Februar) 92.0
10:00 IT Konsumentenstimmung (Februar) 100.7
10:00 IT Geschäftsklima (Februar) 95.1
11:00 EZ Wirtschaftsstimmung (Februar) 91.5
11:00 EZ Inflationserwartungen der Verbraucher (Februar) 15.4
14:30 USA BIP Q4 (Q/Q annualisiert) +4.0%
14:30 USA Konsumausgaben Q4 (Q/Q) +2.5%
14:30 USA Auftragseingang langlebige Güter (Januar, M/M) +0.7%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 861’000
16:00 USA Ausstehende Hausverkäufe (Januar, M/M) -0.3%

 

Unternehmenskalender 25. Februar

Land Unternehmen Periode
CH Adecco Q4
DE Bayer Q4
DE Munich Re Q4
FR AXA Q4
FR Veolia Q4
FR Saint Gobain Q4
BE Anheuser-Busch Inbev Q4
SP Telefonica Q4
GB Anglo American Q4
GB Standard Chartered Q4
GB Centrica Q4
USA Hewlett Packard Q4

 

Quelle: BondWorld.ch