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LGT Navigator: Quartalsabschlüsse rücken in den Mittelpunkt

LGT Navigator: Donald Trump ist am Wochenende auf die Polit-Bühne zurückgekehrt. Die Verhandlungen über ein zweites Corona-Hilfspaket sind im US-Kongress erneut ins Stocken geraten.

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Neben den politischen Geschehnissen dürften in den kommenden Tagen und Wochen die Quartalszahlen der Börsenschwergewichte für Bewegung an den Märkten sorgen. Die US-Grossbanken machen diese Woche den Auftakt.

Die asiatischen Aktienmärkte sind uneinheitlich in die neue Handelswoche gestartet. Der Shanghai Composite (2.4%) und der Hang Seng Index (+2.4%) notieren am Montag deutlich im Plus, während der Nikkei in Tokio -0.3% verliert. Auch in Europa zeigt sich im vorbörslichen Handel ein gemischtes Bild. Analysten erwarten, dass die erneute Ausbreitung des Coronavirus auch die Börsenstimmung belasten dürfte. So hat etwa die Regierung in Spanien den Notstand über Madrid verhängt und Grossbritannien prüft die Verschärfung der Schutzmassnahmen.

US-Grossbanken legen Zahlen vor

Anleger richten ihren Blick in den kommenden Tagen auf die amerikanischen Börsen, wo die Berichtssaison diese Woche in Schwung kommt. Am Dienstag legen die ersten S&P-500-Konzerne ihre Zahlen für das dritte Quartal vor, den Auftakt machen die Grossbanken JPMorgan Chase, Bank of America und Wells Fargo. Analysten sind vorsichtig optimistisch: Zwar erwarten sie auf aggregierter Indexebene einen Gewinnrückgang von 20% gegenüber der Vorjahresperiode, doch haben sie die Prognosen in den vergangenen Wochen angehoben. Normalerweise sinken die Erwartungen, je näher die Quartalsresultate rücken. Allerdings ist die Visibilität wie schon im Vorquartal gering. Nur 69 S&P-500-Unternehmen haben einen Gewinnausblick für das dritte Quartal veröffentlicht, das liegt deutlich unter dem fünfjährigen Durchschnitt von 104, wie der Datendienstleister Factset berechnet.

Verhandlungen im US-Kongress stocken

Die Hoffnung, dass sich der amerikanische Kongress vor den Präsidentschaftswahlen doch noch auf ein neues Corona-Hilfspaket einigen werde, beflügelte die Aktienmärkte zum Wochenschluss. Doch am Sonntag kamen die Verhandlungen erneut ins Stocken. So hat die Regierung den Parlamentariern einen Kompromissvorschlag im Umfang von USD 1.8 Bio. unterbreitet – das liegt deutlich über dem Betrag, den die Republikaner sprechen wollen, und unter dem von den Demokraten vorgelegten Paket. Folglich zeigten sich beide Seiten unzufrieden mit dem Vorschlag. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat insbesondere die fehlende Strategie der Regierung im Umgang mit der Pandemie kritisiert. Donald Trump habe klargemacht, dass er den Kampf gegen das Virus nicht ernst nehme und das zeige sich auch beim Hilfspaket der Regierung, erklärte Pelosi. «Solange diese Probleme nicht geklärt sind, stecken wir in einer Sackgasse», erklärte sie.

Trump kehrt zurück auf die Wahlkampfbühne

Die Saga um Donald Trumps Corona-Erkrankung bestimmt derweil weiterhin den Wahlkampf in den USA. Das zweite TV-Duell zwischen dem amtierenden Präsidenten und seinem Herausfordere Joe Biden ist inzwischen offiziell abgesagt worden, nachdem Trump weder an einer virtuellen Debatte teilnehmen wollte, noch einen negativen Corona-Test vorgelegt hatte. Die beiden Kontrahenten hätten am 15. Oktober in Miami auftreten sollen. Die dritte Fernsehdebatte soll aber wie geplant am 22. Oktober in Nashville stattfinden. Nachdem sich Trump für einige Tage nicht mehr hatte blicken lassen, kehrte er am Samstag zurück auf die Polit-Bühne und zeigte sich auf dem Balkon des Weissen Hauses, wo er eine Rede vor seinen Anhängern hielt. Am Montag steht zudem eine Wahlkampfveranstaltung in Florida auf dem Programm. Trumps Arzt hat erklärt, der Präsident sei kein Ansteckungsrisiko mehr für andere. Ob dies auch von den entsprechenden Corona-Tests bestätigt wird, bleibt allerdings offen.

Italienische Industrieproduktion legt kräftig zu

Die italienische Industrie hat im August 7.7% mehr produziert als im Vormonat. Das verarbeitende Gewerbe erholt sich damit schneller als erwartet vom Einbruch, den die Coronakrise im Frühjahr ausgelöst hat. So haben Ökonomen lediglich mit einem Zuwachs von 1.4% gerechnet, nachdem die Industrie bereits im Juli 7% mehr hergestellt hatte. Auch verglichen zur Vorjahresperiode lassen sich die Zahlen sehen: So lag der Output nur 0.3% unter dem Niveau vom August 2019. Schleppender verläuft die Industrieerholung in Frankreich. Die Produktion ist im August binnen Monatsfrist noch um 1.3% gestiegen. Gegenüber den Vormonaten Juli (+3.8%) und Juni (+12.7%) hat das Wachstum damit erneut an Tempo verloren.

Konjunkturerholung in Grossbritannien verliert an Schwung

Die britische Wirtschaft erholt sich weniger schnell als erwartet. So ist das Bruttoinlandprodukt im August binnen Monatsfrist um 2.1% gewachsen – das ist die geringste Zunahme seit Mai, als die Wirtschaft nach dem Corona-Schock erstmals wieder auf den Wachstumspfad zurückgefunden hat. Marktbeobachter hatten ein Plus von 4.6% erwartet.

Wirtschaftskalender 13. Oktober
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00GBArbeitslosenrate (September)4.1%
11:00DEZEW-Erwartungsindikator (Oktober)77.4
11:00DEZEW-Aktuelle Situation-Indikator (Oktober)-66.2
11:00EZZEW-Erwartungsindikator (Oktober)73.9
14:30USAVerbraucherpreise (September, M/M)+0.4%
14:30USAVerbraucherpreise (September, J/J)+1.3%
14:30USAKern-Verbraucherpreise (September, J/J)+1.7%

 

Unternehmenskalender 13. Oktober
LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ3
USACitigroup Q3
USAJohnson & JohnsonQ3

 

Quelle: BondWorld.ch