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LGT Navigator: Renditeanstieg drückt erneut auf die Aktienkurse

LGT Navigator: Die Aussicht auf eine weiterhin expansive Geldpolitik der Fed, EZB, Bank of Japan und der Bank of England sorgte einerseits an den Börsen zunächst für positive Reaktionen und teilweise gar neue Rekorde,

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beflügelte aber andererseits auch wieder die Inflationsängste und liess in der Folge die Renditen am Anleihenmarkt steigen. Erneut bekamen dies vor allem die Technologiewerte zu spüren. Während die vier grossen Zentralbanken ihre expansive Ausrichtung bestätigten, signalisieren andere Notenbanken, wie beispielsweise Norwegens Zentralbank, bereits ein absehbares Ende ihrer ultra-lockeren Geldpolitik, oder müssen wie im Falle der brasilianischen und türkischen Notenbanken bereits die Zinsen straffen.

Der neuerliche Anstieg der Renditen am Bondmarkt sorgte am Donnerstag für erneuten Druck auf die Aktiennotierungen. Nach dem US-Notenbankentscheid kletterten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen gestern bis auf 1.75%. Zu spüren bekam dies insbesondere der US-Technologiesektor. An der Technologiebörse Nasdaq wurden Verluste von rund -3% notiert, während der Dow Jones Industrial und der marktbreite S&P 500 ihre Tagesverluste noch in Grenzen halten konnten. Der Dow schloss nach einem neuerlichen Rekordversuch -0.46% tiefer bei 32’862.30 Punkten und der S&P 500 gab schlussendlich um -1.48% auf 3’915.46 Zähler nach.

Bank of Japan erweitert ihren Spielraum

Die japanische Zentralbank bestätigte ihren bisherigen geldpolitischen Kurs und beliess den Leitzins unverändert bei -0.1%, jedoch wird die Bank of Japan ihre Politik künftig noch flexibler gestalten und dafür den Schwankungsspielraum für langfristige Staatsanleihen auf plus und minus 0.25% ausweiten. Insgesamt kann die Notenbank damit eine grössere Schwankungsbreite bei den langfristigen Zinsen tolerieren und verschafft sich mehr Spielraum, die Wirtschaft aus der Coronakrise zu führen.

Bank of England hält am bisherigen expansiven Kurs fest

Die Bank of England bestätigte einstimmig ihre geldpolitische Ausrichtung und beliess ihren Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von +0.1%. Auch das Anleihenkaufprogramm wurde auf dem bisherigen Niveau von GBP 895 Mrd. belassen. Am Kapitalmarkt war mit diesem Entscheid gerechnet worden. Solange es keine eindeutigen Hinweise dafür gebe, dass signifikante Fortschritte bei der nachhaltigen Erreichung des Inflationsziels von 2% gemacht werden, sei nicht mit einer Straffung der Geldpolitik zu rechnen, kommentierte die BoE. Analog zu seinem amerikanischen Kollegen Jerome Powell ging auch der britische Zentralbankgouverneur Andrew Bailey nicht konkret auf den jüngsten Anstieg der Kapitalmarktzinsen ein.

EZB will einen verfrühten Anstieg der Staatsanleiherenditen verhindern

Nach Aussagen von Notenbankpräsidentin Christine Lagarde werde die EZB mit verstärkten Anleihekäufen im Rahmen des Pandemiekaufprogramms (PEPP) einen verfrühten Anstieg der Staatsanleiherenditen verhindern. Anlässlich der regelmässigen Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europaparlaments betonte Lagarde, dass die EZB einen Renditeanstieg frühestens im zweiten Halbjahr 2021 für angebracht hält. «Ein vorheriger Renditeanstieg sei unerwünscht».

Norges Bank zieht frühere Zinsstraffung in Erwägung

Norwegens Notenbank belässt zwar ihren Leitzins vorerst bei null, erwägt aber trotz der anhaltenden Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie eine Erhöhung der Zinsen noch in diesem Jahr. Eine erste Zinsstraffung sei in der zweiten Jahreshälfte 2021 vorstellbar, kommentierte die Norges Bank. Bisher war die Notenbank von einer ersten Anhebung erst Anfang 2022 ausgegangen. Die norwegische Krone reagierte mit deutlichen Kursgewinnen auf die in Aussicht gestellte restriktivere Gangart.

Türkische Zentralbank überrascht mit kräftigem Zinsschritt

Die türkische Notenbank hat ihren Schlüsselzins unerwartet deutlich um zwei Prozentpunkte auf +19% angehoben. Analysten hatten mehrheitlich mit einer Erhöhung um 100 Basispunkte gerechnet. Die Zentralbank verwies auf Aufwärtsrisiken bei der Inflationsentwicklung. Im Februar stieg die Jahresteuerungsrate in der Türkei auf über 15% und die türkische Lira war unter Druck geraten.

US-Konjunkturdaten mit Licht und Schatten

Der vom New Yorker Wirtschaftsforschungsbüro The Conference Board monatlich erstellte Frühindikator enttäuschte mit einem geringer als erwarteten Anstieg um +0.2% gegenüber dem Vormonat (Konsens +0.3%). Im Januar war der «Leading Indicator» noch um +0.5% gestiegen. Der aus zehn Indikatoren zusammengestellte Sammelindex gibt einen Hinweis auf die Entwicklung der US-Gesamtwirtschaft auf Sicht von drei bis sechs Monaten. Ein starkes Zeichen setzte hingegen das Industriebarometer der Fed von Philadelphia. Der sogenannte Philly-Fed-Index wies im März den höchsten Wert seit fast 50 Jahren aus. Der Indikator stieg deutlich stärker als erwartet von 23.1 Punkten im Vormonat auf 51.8 Zähler. Weniger gut ist hingegen der Umstand, dass die wöchentlich gemeldeten Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung entgegen den Erwartungen um 45’000 auf 770’000 zugenommen haben. Dem US-Arbeitsministerium zufolge nehmen derzeit 4.12 Mio. Amerikaner Arbeitslosenhilfe in Anspruch.

Wirtschaftskalender 19. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
03:30 JP Bank of Japan Pressekonferenz  
08:00 DE Erzeugerpreise (Februar, J/J) +0.9%
11:30 RUS Zentralbank Zinsentscheid  

 

Unternehmenskalender 22. März

Land Unternehmen Periode
DE Deutsche Post Vorstellung Nachhaltigkeitsplan  

 

Quelle: BondWorld.ch