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LGT Navigator: Rezessionsangst wegen Virus-Krise greift um sich

LGT Navigator: Nach der schlimmsten Börsenwoche seit der globalen Finanzkrise 2008 starteten die Aktienmärkte in Asien mit einem wieder optimistischeren Grundton in die neue Woche……..

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Anleger hoffen einmal mehr auf Unterstützung von den Zentralbanken. Die Angst vor einer unkontrollierbaren Pandemie und einer sich potenziell daraus ergebenden weltweiten Rezession sorgt bei Anlegern für anhaltende Nervosität und prägt das Börsengeschehen.

Rezessionsangst wegen Virus-Krise greift um sich

Die wichtigsten Aktienindizes verbuchten bis letzten Freitag einen Wochenverlust von durchschnittlich -12% – der stärkste Börseneinbruch seit der Weltfinanzkrise 2008. Der Dow Jones Industrial schloss am Freitag -1.39% tiefer und notierte zeitweise deutlich unter 25 000 Punkten. Dank der Hoffnung auf geldpolitische Unterstützung im Fall einer Zuspitzung der Viruskrise konnten die heftigen Tagesverluste zumindest etwas eingedämmt werden. In Asien notieren die meisten Indizes heute Morgen im grünen Bereich, getragen von der Hoffnung auf Unterstützung der Zentralbanken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestand inzwischen ein, dass der neue Erreger «pandemisches Potenzial» habe und ohne die richtigen Massnahmen außer Kontrolle geraten könnte. Inzwischen sind weltweit mehr als 60 Länder betroffen, rund 10 Länder mehr als noch Ende letzter Woche. In Italien ist die Zahl der Infizierten auf knapp 1 700 Personen und die Zahl der Todesfälle auf 34 gestiegen. In den USA sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bei 15 Menschen Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen worden und am Wochenende ist eine zweite Person gestorben. In China hingegen ging die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit gut einem Monat zurück. Weltweit sind nun 89 073 Menschen infiziert und 3 048 Personen sind offiziell an der Krankheit gestorben.

In China ist unterdessen der Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft (PMI Composite) in Folge der Coronavirus-Krise von 53.0 Punkten im Januar auf 28.9 Zähler im Februar abgestürzt.

Fed: «Ein sich entwickelndes Risiko»

US-Notenbankchef Jerome Powell sieht in der Coronavirus-Pandemie ein «sich entwickelndes Risiko» für die amerikanische und die Weltwirtschaft. Die Fed werde die weitere Entwicklung sehr genau beobachten und falls notwendig mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die Wirtschaft unterstützen. James Bullard, Chef der Fed von St. Louis meinte, dass die US-Notenbank die Leitzinsen nochmals lockern könnte, falls sich der Ausbruch hin zu einer globalen Pandemie ausweiten sollte. Das Basisszenario der Fed sei aber, dass die Zinsen auf dem gegenwärtigen Niveau blieben, sollte es nur zu vorübergehenden Folgen für die Weltwirtschaft kommen. Unterdessen bleibt die Stimmung der amerikanischen Konsumenten anscheinend noch solide. So hat sich das Verbrauchervertrauensbarometer von der Universität Michigan von 99.8 Punkten zu Jahresbeginn auf 101.0 Zähler im Februar verbessert. Sollte sich aber das Coronavirus auch in den USA schnell ausbreiten, könnte sich die Konsumentenstimmung sicherlich schnell wieder eintrüben. An der Terminbörse CME wird inzwischen fest mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte an der nächsten Fed-Sitzung am 18. März gerechnet.

Nicht auszuschliessen ist auch die Möglichkeit einer koordinierten Zentralbankaktion, respektive eine gemeinsame Zinslockerung der grössten Notenbanken, inklusive China.

Mit Spannung erwarteter «Super-Dienstag»

Bei den Vorwahlen der Demokraten in den USA erwarten die Finanzmärkte mit höchster Spannung die Ergebnisse des sogenannten «Super Tuesday», an dem in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten gewählt wird und mehr als ein Drittel aller Delegiertenstimmen vergeben werden, die im Sommer den Kandidaten der Demokraten bestimmen. Nach dem überraschenden Kantersieg von Joe Biden in South Carolina am Wochenende, hat der jüngst als Spitzenkandidat etablierte Bernie Sanders wieder echte Konkurrenz erhalten.

Unveränderter Inflationstrend in Eurokernländern

In Deutschland blieb die Jahresteuerungsrate im Februar unverändert bei +1.7%, immerhin der höchste Stand seit April 2019. Beigetragen haben vor allem auch die Energie- und Lebensmittelpreise, welche sich im Jahresvergleich um +2%, resp. +3.3% erhöht hatten. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Lebenshaltungskosten in der grössten Volkswirtschaft der Eurozone um +0.4%. Das Münchener Ifo-Institut rechnet 2020 mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von +1.5%. In Frankreich hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Februar wie erwartet etwas abgeschwächt. Die jährliche Inflationsrate fiel von +1.7% im Januar auf +1.6%. Auf Monatssicht stagnierten die Verbraucherpreise. In Italien bleibt die Teuerung äusserst schwach. Die Konsumentenpreise stiegen im Februar gegenüber dem Vorjahr um lediglich +0.3%. Zu Jahresbeginn hatte die Teuerungsrate noch +0.4% betragen.

Wirtschaftskalender 2. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:15SPMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie48.5
09:30CHEinkaufsmanagerindex Industrie47.8
09:45ITMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie48.9
09:50FRMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie49.7
09:55DEMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie47.8
10:00EZMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie49.1
10:30GBMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie51.9
16:00USISM Einkaufsmanagerindex Industrie50.9
Unternehmenskalender 2. März
LandUnternehmenPeriode
CHOC OerlikonJ19
CHLindt & SprüngliJ19
DEBeiersdorfJ19
DEStroeerJ19

 

Quelle: BondWorld.ch