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LGT Navigator: Risikoappetit an den Börsen hält sich in Grenzen

LGT Navigator: Zum Wochenstart blieb die Risikoneigung der Aktienanleger überwiegend verhalten. Hintergrund bleibt die hartnäckige Unsicherheit hinsichtlich des Zinsausblicks.

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Je stärker sich eine weitere Konjunkturerholung abzeichnet, desto wahrscheinlicher wird eine notwendige geldpolitische Anpassung der drei grossen Zentralbanken; Federal Reserve System (Fed), Europäische Zentralbank (EZB) und Bank of Japan. Noch betonen die Notenbankspitzen, dass die gestiegene Inflationstendenz nur ein kurzfristiges Phänomen darstellt. Aufschluss diesbezüglich erwarten sich Investoren in dieser Woche von der EZB, die am Donnerstag ihren Richtungsentscheid bekannt gibt.

An den Börsen dominieren weiterhin die Inflations- und Zinssorgen, nachdem US-Finanzministerin Janet Yellen mit einer relativ entspannten Haltung mit Blick auf höhere Zinsen für Aufsehen gesorgt hatte. An der Wall-Street hielten sich gestern aber Tech-Werte etwas besser als Standard-Aktien und so gab der Dow Jones Industrial um -0.36% auf 34’630.24 Punkte nach, während der Nasdaq 100 zum Schluss einen moderaten Tagesgewinn von +0.23% schaffte und bei 13’802.89 Zählern aus dem Handel ging. Der breite S&P 500 blieb bei 4’226.52 Punkten (-0.08%) praktisch unverändert. Ein Thema auf dem Börsenparkett waren auch die Auswirkungen einer weltweiten Mindestbesteuerung von Grosskonzernen wie Amazon, Apple und Google. Die G7-Finanzminister hatten sich auf einen globalen Mindeststeuersatz von 15% geeinigt. Die grossen Tech-Aktien reagierten bisher aber kaum auf die Nachricht.

Japans Wirtschaft hält sich zu Jahresbeginn besser als befürchtet

Das japanische Bruttoinlandsprodukt schrumpfte zum Jahresauftakt gegenüber dem Vorquartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von -3.9%. Nachdem sich die weltweit drittgrösste Volkswirtschaft im zweiten Halbjahr 2020 vom Corona-Schock erholt hatte, sorgten neuerliche Pandemie-Massnahmen für einen erneuten Einbruch, der nun aber geringer ausfiel als von der Regierung mit annualisiert -5.1% erwartet.

Sentix-Konjunkturbarometer erreicht Dreijahreshoch

Den neusten Umfrageergebnissen des deutschen Finanzmarktanalyseunternehmens Sentix zufolge hat sich die Einschätzung der Investoren hinsichtlich des Wirtschaftsausblicks der Eurozone im Juni deutlich aufgehellt. Der Konjunkturindikator kletterte dabei stärker als erwartet um 7.1 Punkte vom Vormonatswert auf 28.1 Zähler – den höchsten Wert seit Februar 2018. Zur Steigerung trug laut Sentix insbesondere die Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage dank der Lockerungen der Corona-Beschränkungen bei. Negativ zu Buche schlugen andererseits steigenden Inflationserwartungen und in der Konsequenz die Erwartung einer Anpassung der expansiven Zentralbankpolitik.

Wegweisendes Google-Urteil in Frankreich

Der amerikanische Technologiekonzern Google bezahlt in Frankreich in einem wegweisenden Vergleich mit den Regulationsbehörden EUR 220 Mio., was angesichts der Dimensionen des Konzerns keine nennenswerte Summe wäre. Bei diesem Fall ging es um den Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung von Google, konkret um die Bevorzugung eigener Dienste bei der Zuteilung von Online-Werbeplätzen. In der Folge will Google nun seine Methoden bei der Versteigerung von Werbeanzeigen weltweit anpassen, womit das Urteil eine hohe Tragweite erlangt. Das Geschäft mit der Vermittlung von Anzeigenverkäufen macht rund 13% des Umsatzes der Konzernmutter Alphabet aus, was einem Betrag von rund USD 180 Mrd. entspricht. Mit der von Google geplanten Anpassung wird es in Zukunft für die Konkurrenz leichter, Online-Werbetools zu nutzen.

Wirtschaftskalender 8. Juni

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Industrieproduktion (April, M/M) +2.5%
10:00 IT Einzelhandelsumsätze (April, J/J) +22.9%
11:00 DE ZEW-Konjunkturperspektiven (Juni) +84.4
11:00 EZ BIP Q1 (Q/Q) -0.6%
14:30 USA Handelsbilanz (April) USD -74.4 Mrd.

 

Unternehmenskalender 9. Juni

Land Unternehmen Periode
AUT Voestalpine J

 

Quelle: BondWorld.ch