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LGT Navigator: Rückläufige Corona-Fallzahlen in den USA und sinkende Renditen geben Börsen Halt

LGT Navigator: Eine gewisse Entspannung, respektive leicht nachgebende Anleihenrenditen, ermöglichten den Aktienbörsen einen freundlichen Wochenauftakt.

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Positiv ins Gewicht fallen auch rückläufige Covid-19-Infektionszahlen und schneller als erwartete Fortschritte bei der Impfkampagne in den USA. Gleichzeitig könnten zunehmende geopolitische Spannungen die Stimmung an den Finanzmärkten aber trüben.

Sinkende Renditen bei US-Staatsanleihen und rückläufige Covid-19-Fallzahlen in den USA sorgten an der New Yorker Börse zu Wochenbeginn für Entspannung. Der Dow Jones Industrial geriet zwar zu Handelsbeginn unter Druck, schloss dann aber +0.32% höher bei 32’731.20 Punkte. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 stieg gleichzeitig um +0.7% auf 3’940.59 Zähler. Kräftigere Gewinne wies am Montag die Technologiebörse Nasdaq aus. So legte der Auswahlindex Nasdaq 100 um +1.71% auf 13’086.51 Punkte zu. Einen positiven Effekt auf die Stimmung auf dem Börsenparket hatte einerseits ein Rückgang der Renditen am US-Bondmarkt, wo die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihen wieder unter die Marke von 1.7% rutschte. Ebenfalls für Erleichterung sorgt ein Rückgang der Covid-19-Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten sowie die fortschreitende Impfkampagne. In den USA wurden seit dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden im Januar mittlerweile bereits mehr als 100 Mio. Impfdosen verabreicht – ein Ziel, dass sich die neue Administration erst für Ende April gesetzt hatte.

In Asien konnten die meisten Aktienindizes heute Morgen aber nicht an die positiven Vorgaben der Wall Street anschliessen und notieren zumeist im roten Bereich. Heute im Fokus: US-Notenbankchef Jerome Powell und US-Finanzministerin Janet Yellen stehen dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses Rede und Antwort. Powell wird laut dem bereits vorliegenden Redetext betonen, dass die wirtschaftliche Erholung zwar an Fahrt gewinne, doch bei weitem noch nicht vollständig sei.

Potenzial für geopolitische Spannungen – China und Russland stärken strategische Kooperation

Angesichts der neuerlichen Spannungen zwischen den USA und China will die Volksrepublik ihre strategische Partnerschaft mit Russland stärken. Zu diesem Zwecke trafen sich Russlands Aussenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi. Der auf zwei Tage angesetzte Besuch findet nur wenige Tage nach einem konfliktreichen Treffen zwischen Wang Yi mit dem neuen US-Aussenminister Antony Blinken statt. Angesichts der gegen Russland gerichteten Sanktionen des Westens meinte der russische Aussenminister, dass beide Länder im internationalen Handel unabhängiger werden müssten, beispielsweise durch Alternativen zum US-Dollar als Zahlungsmittel oder dem Zahlungssystem Swift.

Türkische Finanzmärkte in Aufruhr

Die Entlassung des Zentralbankchefs durch Präsident Recep Tayyip Erdogan sorgte in der Türkei für heftige Reaktionen an der Börse wie auch bei der Landeswährung. Die türkische Lira verlor zeitweise mehr als -15% und notierte damit nur knapp über dem im November 2020 verbuchten Rekordtief von 8.57 Lira für einen US-Dollar. Der türkische Aktienindex BIST National 100 brach stellenweise ebenfalls um fast -10% ein und auch türkische Staatsanleihen standen unter Druck. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erreichte ein Rekordhoch über der Marke von 17%. Erdogans direkter Eingriff in die Führung der Notenbank folgte auf die überraschend deutliche Leitzinserhöhung um 200 Basispunkte auf 19% in der letzten Woche.

Durchzogene US-Konjunkturdaten

Der monatlich publizierte Chicago Fed National Aktivitätsindex (CFNAI) hat sich im Februar erstmals seit April letzten Jahres wieder abgeschwächt. Der Indikator fiel dabei von plus 0.75 Punkten im Januar auf minus 1.09 Zähler zurück, während Analysten mit einem nur moderaten Rückgang auf minus 0.66 Punkte gerechnet hatten. Der aussagekräftigere gleitende Dreimonatsdurchschnitt verschlechterte sich damit im Februar auf minus 0.02 von plus 0.46 zu Jahresbeginn. Der CFNAI signalisiert bei null Punkten ein Wirtschaftswachstum auf historischem Trendniveau. Mit einem negativen Wert deutet der Indikator auf eine Expansion unterhalb des historischen Trendniveaus hin, resp. mit einem positiven Wert auf ein darüber liegendes Wachstum. Ein ebenfalls negatives Signal sendete der amerikanische Immobilienmarkt. So ging die Zahl der verkauften Eigenheime im Februar zurück, zumindest aber von relativ hohem Niveau aus. Der Absatz bestehender Häuser fiel um -6.6% gegenüber dem Vormonat. Analysten hatten mit einem Rückgang um -2.9% gerechnet. Insgesamt bleibe die Lage am Häusermarkt gemäss der National Association of Realtors aber robust.

Bundesbank geht von kräftigem BIP-Rückgang im Auftaktquartal aus

Die deutsche Bundesbank verweist in ihrem gestern publizierten Monatsbericht auf die negativen wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden «Lockdowns» und geht deshalb von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal aus. Eine erste Schätzung hierzu wird das Statistische Bundesamt am 30. April veröffentlichen. Nach Einschätzung der Notenbank leidet vor allem der Dienstleistungsbereich stark unter den Corona-Beschränkungen, während die deutsche Industrie, dank einer dynamischen Auslandsnachfrage, die Wirtschaftsentwicklung stützt.

Wirtschaftskalender 23. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Arbeitslosenrate  5.1%
10:00 IT Auftragseingang Industrie (Januar, J/J) +7.0%
15:00 USA Verkäufe neuer Häuser (Februar, M/M) +4.3%

 

Unternehmenskalender 23. März

Land Unternehmen Periode
USA Adobe  Q1

 

Quelle: BondWorld.ch