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LGT Navigator: Schwacher US-Arbeitsmarktbericht enttäuscht, entschärft aber Zinssorgen

LGT Navigator: Die am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktstatistik enttäuschte die hohen Erwartungen, entschärfte aber gleichzeitig die Angst vieler Anleger vor steigenden Zinsen.

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Während sich die Reaktionen an den Börsen in Grenzen hielten, geriet der US-Dollar auf breiter Front unter Druck. Zumindest dürfte der schwache Arbeitsmarktbericht zu einer gewissen Beruhigung der in letzter Zeit immer stärker werdenden Zinssorgen beigetragen haben.

Der US-Arbeitsmarktbericht konnte die Erwartungen an den Kapitalmärkten bei weitem nicht erfüllen und dämpfte vorerst den Optimismus auf eine rasche Erholung von negativen Effekten der Coronakrise. An der New Yorker Börse kam die schwache Arbeitsmarktstatistik aber nicht schlecht an, sorgte dieser doch für eine gewisse Entschärfung der Inflations- und Zinssorgen aufgrund einer allzu schnellen Konjunkturerholung. Vor dem Hintergrund des nur schwachen Jobwachstums im April ist eine baldige Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank erst mal kein Thema mehr. Der Dow Jones Industrial erreichte am Freitag den dritten Tag in Folge einen Rekordstand und legte bis zum Handelsschluss um +0.66% auf 34’777.76 Punkte zu. In der Wochenbilanz erzielte der Leitindex damit ein Plus von rund +2.7%. Auch der S&P 500 erreichte erneut Rekordwerte und schloss +0.74% höher bei 4’232.60 Zählern. An der Technologiebörse Nasdaq legten die Indizes um rund +0.8% zu, wiesen jedoch auf Wochensicht ein Minus von rund -1% aus.

An Asiens Börsen setzte sich der positive Trend zumeist fort, und auch für die Aktienmärkte in Europa signalisieren die Futures einen freundlichen Wochenauftakt. Während in den USA die Unternehmensberichtssaison praktisch abgeschlossen ist, stehen in Europa in dieser feiertagsbedingt verkürzten Woche noch einige wichtige Quartalsergebnisse von Blue Chips aus. Heute rapportiert der Covid-19-Impfstoffpionier BioNTech und in den nächsten Tagen folgen beispielsweise E.ON, am Dienstag, Bayer, Allianz, Deutsche Telekom oder Merck am Mittwoch.

Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt zäher als erwartet

Im April wurden in den USA 266’000 neue Arbeitsplätze geschaffen, womit das Beschäftigungswachstum weit unter den Markterwartungen blieb. Analysten waren von einem Zuwachs von nahezu einer Million neuer Jobs ausgegangen. Verlangsamt hat sich das Stellenwachstum vor allem im Dienstleistungssektor, wo im letzten Monat deutlich weniger Jobs geschaffen wurden, als noch in den Monaten zuvor. Gleichzeitig erhöhte sich die in einer separaten Studie ermittelte Arbeitslosenrate von 6.0% auf 6.1%. Ökonomen hatten einen Rückgang auf 5.8% prognostiziert. Andererseits stiegen die Löhne deutlich kräftiger. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten auf Monatssicht um +0.7% zu, nachdem sie im März noch um -0.1% gesunken waren – eine Tendenz, welche die Inflation anheizen könnte.

Mehr als 250 Millionen Impfungen in den USA

Seit Beginn der Impfkampagne ist es in den USA gelungen, bereits 252 Mio. Dosen der Covid-19-Vakzine zu verabreichen. Damit sind nun der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge rund 57% aller Erwachsenen mindestens einmal und 42% bereits vollständig geimpft. Damit kann die US-Regierung unter Präsident Joe Biden einen nachweislichen Erfolg in der Pandemiebekämpfung ausweisen. Düster bleibt die Bilanz für die USA aber dennoch: bis dato haben sich mehr als 32.6 Mio. Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert und etwa 580’000 Menschen sind an der Lungenkrankheit gestorben.

Kupferpreis egalisiert Rekordhoch von 2011

Der von Ökonomen als Indikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft angesehene Kupferpreis kletterte am Freitag in London auf einen neuen Höchststand von rund USD 10’232 und übertraf damit den bisherigen Rekord von 2011. Im laufenden Jahr hat Kupfer bereits um mehr als +30% zugelegt, was auf eine starke Nachfrage angesichts der antizipierten globalen Konjunkturerholung hindeutet. Zudem sorgen Probleme in den Lieferketten vor dem Hintergrund der Coronakrise für Lieferverzögerungen, was den Rohstoff noch begehrter macht.

Wirtschaftskalender 10. Mai

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Unternehmenskalender 10. Mai

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Quelle: BondWorld.ch