LGT

LGT Navigator: Sektorrotation setzt Technologietitel unter Druck

LGT Navigator: Gewinnmitnahmen bei grossen Technologie-Aktien und eine Sektorrotation hin zu den bisherigen Verlierern der Coronakrise liessen Aktien wie Amazon, Facebook oder Microsoft einbrechen.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Unterdessen versucht die Administration Trump, die verlorene Präsidentschaftswahl anzufechten und mit juristischen Klagen in verschiedenen Bundesstaaten Einfluss zu nehmen. Angesichts von Bidens deutlichem Vorsprungs dürfte es für Trump extrem schwierig werden, das Resultat noch massgeblich zu beeinflussen. 

An der New Yorker Börse litten die Tech-Giganten wie Amazon (-3.7%), Facebook (-2.8%) oder Microsoft (-3.6%) unter Gewinnmitnahmen. Der Nasdaq 100 fiel um -1.74% auf 11 624.29 Punkte. Die Euphorie um den in Tests erfolgreichen Covid-19-Impfstoff von Pfizer und BioNTech sorgte für eine Rotation in den Sektoren, weg von Defensivwerten und hin zu zyklischen Aktien, also Unternehmen, deren Geschäft stärker vom Wirtschaftswachstum abhängt. Währenddessen hielten sich der Dow Jones Industrial (+0.9%, 29 420.92 Punkte) und der breite S&P 500 (-0.14%, 3 545.53 Punkte) auf Rekordniveaus. In den USA bleiben heute die Anleihenmärkte aufgrund des «Veterans Day» geschlossen, während die Aktienbörsen geöffnet bleiben.

In Asien setzte sich die grundlegend positive Stimmung fort, und die meisten Indizes verzeichneten Tagesgewinne. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index legte um +1.78% auf 25 349.60 Zähler zu. Währenddessen litten auch chinesische Technologieaktien unter den Verlusten ihrer amerikanischen Konkurrenten. Die Aktien von Alibaba oder Tencent verloren knapp -9%, resp. -5.3%. Für die europäischen Börsen signalisiert der Terminmarkt zum Handelsbeginn leichte Verluste.

Trump gibt sich nicht geschlagen und klammert sich an die Macht

Der amtierende US-Präsident Donald Trump und sein Wahlkampfteam haben gestern beim Bundesgericht in Pennsylvania Klage gegen die Stimmauszählung eingereicht mit der Begründung angeblicher Unregelmässigkeiten. Trump greift dabei erneut die Briefwahl an. Diese habe in Pennsylvania nicht die erforderliche Transparenz und Überprüfbarkeit, wie dies bei der Stimmabgabe im Wahllokal der Fall sei. Dieses zweigliedrige Wahlsystem führe dazu, «dass potenziell betrügerische Stimmen ohne ordnungsgemässe Überprüfung oder Kontrolle gezählt wurden». Damit versucht Trump, noch eine einstweilige Verfügung zu erreichen. Nach dem Sieg von Biden hatte Trumps Wahlkampfteam zahlreiche Klagen wegen angeblicher Wahlunregelmässigkeiten eingereicht, jedoch wurden in den Bundesstaaten Michigan und Georgia die Anträge von den zuständigen Richtern bereits abgewiesen.

Unterdessen haben sich die Demokraten Medienberichten zufolge erneut die Mehrheit im Repräsentantenhaus mit mindestens 218 Sitzen gesichert. Bis zum zertifizierten Schlussresultat könnten die Demokraten diese Mehrheit eventuell noch ausbauen, insgesamt aber eine geringere Mehrheit innehaben als bisher. Im Senat steht die Entscheidung hingegen noch aus. Bislang hatten die Republikaner eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze. Bei einem nun möglichen Patt hätte Vize-Präsidentin Harris die entscheidende Stimme. Sollten jedoch die Republikaner die Kontrolle im Senat verteidigen, könnten sie Bidens Politik massiv behindern oder blockieren.

EU-Spitze hofft mit der Administration Biden auf einen Neustart

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erhofft sich durch den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden in den USA einen umfassenden Neustart der Beziehungen. Laut von der Leyen soll versucht werden, mit den Amerikanern einen Konsens in allen wichtigen Fragen zu finden – von der Sicherheitspolitik über Nachhaltigkeit bis zu den Regeln für Technologie, Datenschutz und globale Wettbewerbsbedingungen. Prioritäten sieht die EU-Kommission aktuell beim gemeinsamen Kampf gegen die Corona-Pandemie und beim Klimaschutz.

ZEW-Konjunkturerwartungen brechen wieder ein

Die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich befragten Finanzexperten und institutionellen Investoren zeigten sich in der aktuellen Umfrage wieder deutlich pessimistischer. Vor dem Hintergrund der zweiten Pandemiewelle werden die Konjunkturperspektiven für die Eurozone negativer eingeschätzt. Der meist beachtete Erwartungsindikator fiel dabei um -17.1 auf 39.0 Punkte und verzeichnet damit den zweiten Rückgang in Folge. Laut ZEW sei die Euphorie der Sommermonate verflogen und die Daten deuten auf eine deutliche Verlangsamung des wirtschaftlichen Erholungsprozesses hin.

Wirtschaftskalender 12. November
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEVerbraucherpreise (Oktober, J/J)-0.5%
08:00GBIndustrieproduktion (September, J/J)-6.4%
11:00EZIndustrieproduktion (September, J/J)-7.2%
14:30USAVerbraucherpreise (Oktober, J/J)+1.4%
14:30USAKern-Verbraucherpreise (Oktober, J/J)+1.7%

 

Unternehmenskalender 11. November
LandUnternehmenPeriode
CHBarry CallebautJ
DEE.ONQ3
DEContinentalQ3

 

Quelle: BondWorld.ch