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LGT Navigator: «Shutdown» in den USA vorerst abgewendet

LGT Navigator: Der US-Kongress in Washington hat in letzter Minute einen drohenden Teil-Stillstand der Regierungsgeschäfte abgewendet.

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Das Problem eines drohenden Zahlungsausfalls der USA ist damit aber noch nicht gelöst. An der Wall Street gaben die Kurse nach und der Dow verbuchte einen Monatsverlust von mehr als -4%. In Japan setzte der Tankan-Bericht der Bank of Japan einen positiven Akzent – grosse Unternehmen blicken optimistischer in die Zukunft.

In Washington konnten die Demokraten und Republikaner gestern kurz vor Fristablauf einen drohenden teilweisen «Shutdown» verhindern. Jedoch droht den USA nach wie vor der Zahlungsausfall, sollte es nicht gelingen, die Schuldenobergrenze anzuheben oder auszusetzen.  US-Finanzministerin Janet Yellen warnte, dass dadurch das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit der USA beschädigt werde und eine Finanzkrise und eine Rezession drohen könnte. Hinsichtlich des von US-Präsident Joe Biden vorgeschlagenen milliardenschweren Infrastrukturprogramms konnte nach wie vor keine Einigung erzielt werden.

Obwohl es gelungen ist, kurz vor Fristablauf einen teilweisen «Shutdown» der Regierungsgeschäfte abzuwenden, bleiben Anleger skeptisch, ob es den beiden zerstrittenen Parteien in Washington gelingen wird, das Problem der Schuldenobergrenze zu lösen. Vor diesem Hintergrund schlossen die Standardwerte gestern deutlich im Minus, während sich die Verluste bei den Tech-Werten in Grenzen hielten. Der Dow Jones Industrial schloss -1.59% tiefer bei 33’843.92 Punkten und der S&P 500 gab um -1.19% auf 4’307.54 Zähler nach. An der Nasdaq verloren die Indizes hingegen nur knapp ein halbes Prozent. Heute stehen nun eine Reihe von Konjunkturindikatoren, allen voran die Einkaufsmanagerumfragen, im Mittelpunkt.

Japan AG blickt optimistischer in die Zukunft

Die quartalsweise Unternehmensumfrage der japanischen Zentralbank, der sogenannte Tankan-Bericht, zeigte eine zuversichtlichere Stimmung in der japanischen Industrie. Der entsprechende Indikator stieg von 14 auf 18 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Die Umfrage zeigte aber auch, dass Engpässe bei Komponenten wie Computerchips die Erholung behindern. Als Folge haben viele Hersteller ihre Lagerbestände abgebaut und in einigen Fällen sogar die Produktion eingestellt. Es gebe aber auch Unternehmen, die in Fabrikausrüstungen investieren. So ergab die Umfrage, dass grosse Hersteller von einer Zunahme der Investitionsausgaben um +10% ausgehen – der höchste Wert seit 2018. 

US-Wirtschaftswachstum im Q2 leicht nach oben korrigiert

Die weltgrösste Volkswirtschaft ist im zweiten Quartal etwas stärker gewachsen als in vorherigen Schätzungen angenommen. Die Wirtschaftsleistung erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +6.7%. Die letzte Berechnung war von +6.6% ausgegangen.

Inflationsdruck in Euro-Kernländern nimmt weiter zu

In Deutschland kletterte die Jahresteuerungsrate der Verbraucherpreise im September erstmals seit fast 28 Jahren um über vier Prozent. Auf Jahressicht erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um +4.1%, getrieben vor allem durch die gestiegenen Energiepreise (+14% zum Vorjahr) und der seit Januar fälligen CO2-Abgabe. Zudem sorgt die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuersenkung für Preisdruck. Auch in Frankreich nimmt der Inflationsdruck weiter zu. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Konsumentenpreise um +2.7% – die höchste Rate seit dem Jahr 2011. Im August lag die Teuerungsrate noch bei +2.4%. In Italien stieg die Inflationsrate von 2.5% im August im September auf +3.0% und erreichte damit das höchste Niveau seit 2012.

Erholungsdynamik der Schweizer Wirtschaft schwächt sich weiter ab

Gemäss der neusten Ausgabe des KOF Konjunkturbarometers hat sich die Wirtschaftsentwicklung im September zum vierten Mal in Folge abgekühlt. Der Indikator gab um 2.9 auf 110.6 Punkte nach, bleibt aber zumindest weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt. Negativ zu Buche schlug sich insbesondere eine schwächere Nachfrage aus dem Ausland.

Britische Wirtschaft wächst im Q2 etwas kräftiger als erwartet

Die Wirtschaftsleistung in Grossbritannien hat sich im zweiten Quartal stärker von der Corona-Pandemie erholt als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber dem Vorquartal um +5.5%. Eine erste Schätzung des Statistikamts ONS war noch von +4.8% ausgegangen. Am stärksten wuchsen die Ausgaben der Privathaushalte dank der Aufhebung vieler Corona-Beschränkungen.

Wirtschaftskalender 1. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE  Einzelhandelsumsätze (August, M/M) -5.1%
09:15 SP IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 59.5
09:30 CH Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 67.7
09:45 IT IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 60.9
09:50 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 55.2
09:55 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 58.5
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 58.7
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 56.3
11:00 EZ Verbraucherpreise (September, J/J) +3.0%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (September, J/J) +1.6%
14:30 USA Konsumausgaben (August, M/M) +0.3%
14:30 USA PCE Kern-Preisindex (August, J/J) +3.6%
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 60.5
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 59.5
16:00 USA Konsumentenstimmung Uni Michigan (September) 71.0

 

Unternehmenskalender 4. Oktober

Land Unternehmen Periode
SP Repsol Q3 Umsatz

 

Quelle: BondWorld.ch