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LGT Navigator: Sorge vor Coronavirus-Auswirkungen belastet Börsen weltweit

LGT Navigator: Unter Anlegern geht die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus um, was der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft einen Dämpfer versetzen könnte..

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Aus Furcht vor einem Rückgang der wichtigen Nachfrage in China ziehen sich Investoren aus Sektoren wie Reisen und Unterhaltung sowie Konsumgüter zurück. Profitieren konnten Unternehmen der Gesundheitsbranche sowie Konsumgüter mit Reinigungs- beziehungsweise Desinfektionsmitteln. So verlor der Dow Jones gestern zu Handelsbeginn 500 Punkte (-1.8%), der Dax und EuroStoxx50 sackten um -2.3% beziehungsweise -2.1% ab auf 13 271 beziehungsweise 3 669 Zähler. Auch der Anleihemarkt reagierte heftig: Nachdem zehnjährige US-Treasuries am Freitag noch bei 1.76% handelten, rentierten sie gestern nur noch bei rund 1.6%.

In den Fokus der Anleger rückten nun verstärkt «sichere Häfen» wie Gold, dessen Preis so hoch wie zuletzt während der USA/Iran-Krise vor drei Wochen war. Auch die Schweizer Währung war gefragt. Die «Coronovirus-Krise» drückte den Kurs des Euro auf CHF 1.07 und damit auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren.

Die Behörden verlängerten die Feiertage zum chinesischen Neujahrsfest um drei Tage, um die Ausbreitung des neuen Erregers einzudämmen. Üblicherweise sind die Neujahrstage eine Hauptreisezeit in China. Diese und mögliche weitere Vorsorgemassnahmen könnten temporär auf dem Industriesektor lasten. Mittlerweile gibt es einen ersten Infektionsfall in Europa. Breitet sich der Erreger hier weiter aus, könnte der hiesige Markt ähnlich reagieren. Europäische Fluglinien zählten gestern bereits zu den grössten Verlierern im STOXX 600.

OPEC diskutiert über Reaktionen auf Virus in China

Der Ausbruch des Coronovirus hat in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) Gespräche über weitere Förderkürzungen in Gang gebracht. Auch zwischen der OPEC und Russland gebe es einen Austausch darüber, wie auf die Krise reagiert werden könne, sagten Beamte des Rohstoffkartells. Mit dem Coronavirus haben sich weltweit mittlerweile mehr als 4 500 Menschen infiziert. Aktuellen Angaben der chinesischen Regierung zufolge stieg die Zahl der Todesopfer in dem Land auf mindestens 106, was auch zu einer geringeren Nachfrage des weltgrössten Ölimporteurs führen könnte.

WHO korrigiert internationales Gefährdungsniveau durch Coronavirus nach oben

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eigene Angaben zum internationalen Gefährdungsniveau durch das neuartige Coronavirus korrigiert. Weltweit sei die Gefährdung «hoch», erklärte die Organisation und korrigierte damit bisherige Angaben. Zur Begründung sagte eine Sprecherin am Montag der Nachrichtenagentur AFP, es habe einen «Formulierungsfehler» gegeben. Die WHO schätze das Risiko «sehr hoch in China, hoch in der Region und hoch auf weltweitem Niveau» ein.

Unerwarteter Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas im Januar

Das Barometer für das Ifo-Geschäftsklima ist im Januar entgegen der Erwartungen auf 95.9 (Dezember: 96.3) Punkte gefallen, wie das Münchner Ifo-Institut nach seiner monatlichen Umfrage unter rund 9 000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 97.0 Punkte gerechnet. Der nunmehr verhaltene Optimismus in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft dürfte vor allem an Entwicklungen im Dienstleistungssektor und in der Bauwirtschaft liegen. Der Strukturwandel in der Automobilwirtschaft und der ungewisse Ausgang der Verhandlungen mit Grossbritannien über ein Freihandelsabkommen belasten. Zudem stellt aktuell der Coronavirus einen weiteren temporären Belastungsfaktor dar. Dem entgegen ist der entscheidende Index für das exportorientierte verarbeitende Gewerbe merklich gestiegen. Der Trend weist hier wie auch beim Einkaufsmanagerindex zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder nach oben.

Aufatmen in Rom und an den Finanzmärkten

Die von Lega-Chef Matteo Salvini zum «Härtetest» für die italienische Regierung stilisierte Regionalwahl in der Emilia-Romagna konnten die regierenden Sozialdemokraten für sich entscheiden. Trotz grosser Stimmverluste des Koalitionspartners Fünf-Sterne-Bewegung ist die Wahrscheinlichkeit für Neuwahlen damit zunächst gesunken. Aktien italienischer Banken legten daraufhin gegen den schwachen Trend am Gesamtmarkt leicht zu. Der italienische Aktienmarkt litt damit weniger deutlich unter der zunehmenden Risikoaversion infolge der Verbreitung des Coronavirus als andere Aktienmärkte in Europa. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sank um 0.2 Prozentpunkte. Mit sechs weiteren Regionalwahlen, den parteiinternen Streitigkeiten in der Fünf-Sterne-Bewegung und dem Dauerthema Staatsdefizit bleibt die Gefahr für Kursrücksetzer am Anleihemarkt allerdings gross.

Wirtschaftskalender 28. Januar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00CHExporte (M/M)-0.8%
08:00CHImporte (M/M)0.5%
14:30USGebrauchsgüter (neue Aufträge, M/M)-2.1%
14:30USIndustriegüter (neue Aufträge, ohne Verteidigungsindustrie)0.2%
Unternehmenskalender 28. Januar
LandUnternehmenPeriode
CHSGSJ19
DESAPJ19
FRLVMHJ19
USAppleQ1
USPfizerQ4
US3MQ4
USStarbucksQ1

 

Quelle: BondWorld.ch