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LGT Navigator: SPD mit Scholz in der Pole-Position – Deutschland vor schwieriger Koalitionsbildung

LGT Navigator: Die deutschen Bundestagswahlen sind entschieden und die Sozialdemokraten haben mit einer hauchdünnen Mehrheit gewonnen:

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Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kommt die SPD auf 25.7%, gefolgt von der Union, die jedoch auf ein Rekordtief abgestürzt ist. Deutschland steht nun vor einer schwierigen Regierungs-, respektive Koalitionsbildung.

Die SPD und ihr Kanzlerkandidat Olaf Scholz sind aus den Bundestagswahlen knapp als stärkste Partei hervorgegangen. Dem vorläufigen Endergebnis zufolge verbessern sich die Sozialdemokraten auf 25.7% (+5.2%). Die CDU/CSU stürzt nach 16 Jahren Regierung von Kanzlerin Angela Merkel mit Kanzlerkandidat Armin Laschet auf ein Rekordtief von 24.1% (-8.8%). Drittstärkste Kraft werden die Grünen, jedoch bleiben sie trotz dem besten je erreichten Resultat von 14.8% (+5.9%) unter den Erwartungen. Die FDP verbessert sich auf 11.5% (+0.8%), während die AfD, bisher auf Platz drei, noch auf 10.3% (-2.3%) kommt. Die Linke fällt auf 4.9% (-4.3%) zurück, kann aber drei ihrer zuletzt fünf Direktmandate verteidigen und dürfte deshalb trotz Verfehlen der 5%-Hürde in den Bundestag einziehen.

Die Sitzverteilung im Bundestag verändert sich den aktuellen Hochrechnungen zufolge wie folgt: SPD 205 bis 209 (2017: 153), CDU/CSU 194 bis 196 (2017: 246), Grüne 116 bis 118 (67), FDP 91 bis 93 (80), AfD 84 (94), Linke 39 bis 40 (69).

Deutschland steht nun wie erwartet vor schwierigen Koalitionsverhandlungen. Armin Laschet kündigte bereits wie Scholz ebenfalls seinen Anspruch auf das Kanzleramt an. Aus heutiger Sicht scheint die sogenannte «Ampel-Koalition» die besten Chancen zu haben. Möglich wäre aber auch eine «Jamaika-Koalition» oder sogar eine Wiederauflage der «Grossen Koalition».

An den Finanzmärkten dürfte das nicht wirklich überraschende Resultat der deutschen Wahlen ruhig aufgenommen werden und zu keinen starken Reaktionen führen. Zum Ende der letzten Woche trübte sich die Börsenstimmung wieder etwas ein und das Geschehen war von Zurückhaltung der Anleger geprägt. Einerseits bleibt die Verunsicherung hinsichtlich des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande spürbar und andererseits scheinen die Finanzmärkte sich auf die von der US-Notenbank angekündigte baldige Drosselung ihres expansiven Kurses einzustellen. Zudem wollten sich europäische Investoren im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland wohl nicht zu weit aus dem Fenster wagen.

Der Dow Jones Industrial schloss am Freitag um +0.1% höher bei 34’798.00 Punkten und erzielte damit auf Wochensicht einen Gewinn von +0.62%. Der S&P 500 legte zum Wochenschluss um +0.15% auf 4’455.48 Zähler zu. In Asien starteten die Aktienindizes vorsichtig in die neue Woche. Einerseits schürte der Anstieg der Ölpreise auf ein Dreijahreshoch die Inflationsängste und andererseits sorgt die anhaltende Unsicherheit um den chinesischen Immobilienkonzern «Evergrande» nach wie vor für Nervosität.

Geschäftsklima in Deutschland trübt sich laut Ifo-Umfrage den dritten Monat in Folge ein

Die Stimmung deutscher Unternehmer hat sich im September ein weiteres Mal verschlechtert. Dies ging aus den neusten Umfrageergebnissen des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo hervor. Das meistbeachtete Konjunkturbarometer Deutschlands fiel von 99.6 auf 98.8 Punkte zurück (Analystenkonsens 99.0) und gab damit den bereits zum dritten Mal in Folge nach. Hintergrund der pessimistischeren Einschätzung seien vor allem die anhaltenden Probleme bei den Lieferketten und insbesondere der Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten.

EZB-Präsidentin Lagarde bekräftigt ihre Einschätzung in Sachen Inflation

Christine Lagarde, oberste Währungshüterin Europas betonte anlässlich eines Interviews mit dem TV-Sender CNBC, sie sei weiterhin der Auffassung, dass der gegenwärtige stark erhöhte Inflationsdruck ein temporäres Phänomen ist. Der Anstieg der Inflation sei überwiegend auf vorübergehende Ursachen zurückzuführen – zum grossen Teil auf den Basiseffekt bei den Energiepreisen durch die Coronakrise. Das Gleiche gelte für die nun spürbaren Effekte der Mehrwertsteuersenkungen in einigen Ländern, insbesondere in Deutschland. Die EZB-Präsidentin sieht zudem derzeit keine Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale.

Probleme von «Evergrande» im Moment laut EZB-Chefin Lagarde auf China beschränkt

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank äusserte sich auch zu den Sorgen rund um den in Zahlungsschwierigkeiten geratenen chinesischen Immobiliengiganten «Evergrande». Im Moment sehe sie das Problem auf China konzentriert und für Europa könne sie sagen, dass es nur begrenzt direkt betroffen ist, meinte Christine Lagarde. Die EZB werde die weitere Entwicklung aber genau beobachten.

Wirtschaftskalender 27. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 EZ M3 Geldmengenwachstum (August, J/J)  +7.6%
14:30 USA Auftragseingang dauerhafte Güter (August, M/M) -0.1%

 

Unternehmenskalender 28. September

Land Unternehmen Periode
DE Hella Q1

 

Quelle: BondWorld.ch