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LGT Navigator: Start in die Bilanzsaison im Schatten der Corona-Krise

LGT Navigator: An den Kapitalmärkten ist und bleibt die COVID-19-Krise das bestimmende Thema. Während es in Europa zu gelingen scheint,…………..

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Alessandro Fezzi, Senior Investment Writer LGT Navigator


die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Pandemie durch die ergriffenen Massnahmen langsam einzudämmen, bleibt die Lage in den USA höchst angespannt. Angesichts des wirtschaftlichen Schadens des «Lockdowns» wächst der Druck in Washington, eine Exit-Strategie vorzulegen. Gestützt werden die Finanzmärkte andererseits durch ein erneutes Eingreifen der Fed sowie eine Einigung im Ölkonflikt. Im Zentrum steht nun auch die heute beginnende Unternehmensberichtssaison in den USA.

Start in die Bilanzsaison im Schatten der Corona-Krise

Vage Hoffnungen auf ein Abebben der Coronavirus-Pandemie sorgten an Asiens Aktienmärkten heute Morgen für einen positiven Grundton – in Tokio stieg der Leitindex um rund +2.6% – und die Futures-Märkte deuten auf eine freundliche Eröffnung an den europäischen Börsen nach den Osterfeiertagen hin. Vorausblickend stehen nun die Exit-Strategien aus dem «Lockdown» im Zentrum, denn der Druck der Wirtschaft auf die Regierungen wächst, zumindest eine gestaffelte Lockerung zuzulassen. Dies birgt aber natürlich auch immense Gefahren, wie neuste Berichte aus Asien zeigen. So kämpfen einige Länder wie beispielsweise Singapur mit einer «zweiten Welle» von Infektionen, und in Südkorea wurde beobachtet, dass rund 90 Personen, die bereits genesen waren, erneut an COVID-19 erkrankt sind. Weltweit sind derzeit offiziell knapp 1.9 Mio. Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert – wobei die Dunkelziffer enorm sein dürfte, angesichts der nach wie vor fehlenden breiten Tests – und rund 118 000 Personen haben die Krankheit nicht überlebt.

Im Schatten der Pandemie steht auch der Startschuss zur Unternehmensberichtssaison in den USA. Heute wird mit Spannung das Quartalsergebnis von JPMorgan erwartet. Morgen folgen dann Citigroup, Goldman Sachs und Bank of America. Mit grossem Interesse werden insbesondere bereits sichtbare Auswirkungen der Corona-Krise beobachtet werden.

Fed agiert in der Krise weiterhin «energisch, proaktiv und aggressiv»

US-Notenbankchef Jerome Powell betonte, dass die Fed weiter entschlossen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bekämpfen werde, bis sich die US-Wirtschaft fest auf dem Weg zu einer konjunkturellen Erholung befinde. Die Fed kämpfe «energisch, proaktiv und aggressiv» gegen die Krise, sagte Powell an einer Onlinekonferenz. Am letzten Donnerstag hatte die Fed angekündigte, über verschiedene Kreditprogramme insgesamt bis zu USD 2.3 Billionen in die Wirtschaft zu pumpen. Sorgen dürfte der Fed vor allem die schnelle Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation machen. So wurden in der letzten Woche erneut 6.6 Mio. neue Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (Initial Jobless Claims) registriert. Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts. In der Folge des «Lockdowns» haben demzufolge in den USA innerhalb von drei Wochen mehr als 16 Mio. Menschen ihre Stelle verloren. Die US-Notenbank und verschiedene Ökonomen haben bereits gewarnt, dass die Arbeitslosenrate in den USA als Folge der Corona-Krise bis über 10% oder sogar bis auf 20% klettern könnte. Im März war die Erwerbslosenquote bereits von einem Tiefstniveau vor der Krise von 3.5% auf 4.4% gestiegen.

Corona-Krise dämpft Inflation

Die Verbraucherpreise in den USA sind im März aufgrund der durch die Krise geringeren Nachfrage nach bestimmten Waren und Dienstleistungen um -0.4% zum Vormonat gesunken – der stärkste Rückgang seit fünf Jahren. Im Jahresvergleich betrug die Inflationsrate noch +1.5% nach +2.3% im Februar. Insbesondere die Energiepreise verbilligten sich im letzten Monat um -5.8%. Die Kerninflation, ohne Berücksichtigung der vielfach volatilen Energie- und Lebensmittelpreise, schwächte sich im März auf Jahressicht von +2.4% auf +2.1% ab. Der «Lockdown» weiter Teile der US-Wirtschaft dürfte den Preisdruck in den kommenden Monaten weiter abschwächen.

In China sind die Erzeugerpreise im März um -1.5% zur Vergleichsperiode im Vorjahr gesunken und verzeichneten damit den stärksten Rückgang seit fünf Monaten. Der Rückgang deutet darauf hin, dass Chinas Wirtschaft noch weiter von einer nachhaltigen Erholung entfernt ist.

OPEC+ erzielt Einigung im Ölkonflikt

Das Ölkartell OPEC sowie Russland (OPEC+) machten den Weg frei für eine Drosselung der Ölproduktion von historischem Ausmass. Die beteiligten Ölförderländer beschlossen eine Kürzung um 9.7 Mio. Barrel (je 159 Liter) am Tag für die Monate Mai und Juni. Mit der Kürzung wollen das Kartell und die Partner (OPEC+) versuchen, den dramatischen Einbruch der Ölpreise wieder zu stabilisieren. Angesichts des aufgrund der Corona-Krise erwarteten weltweiten Wirtschaftseinbruchs dürfte die angepeilte Stabilisierung oder gar Erhöhung der Ölpreise ein schwieriges Unterfangen sein.

Apple und Google spannen bei Corona-App zusammen

Apple und Google kündigten an, als Anbieter der beiden führenden Smartphone-Plattformen weltweit die Entwicklung von Apps zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen zu erleichtern. Das iOS-Betriebssystem von Apples iPhones und das Google-System Android sollen entsprechende Schnittstellen erhalten. Apple und Google betonten, dass sie die Kontaktdaten nur auf den Smartphones der Anwender speichern werden, und nicht auf einem zentralen Server. Das Konzept sehe vor, dass Smartphones unabhängig vom verwendeten Betriebssystem temporäre Identifikationsnummern austauschen können, so dass die Privatsphäre der Anwender gewahrt bleibe. Kritiker befürchten, dass die Krise dazu genutzt wird, die totale Datenkontrolle zu erlangen.

Wirtschaftskalender 14. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
14:30USAImportpreise (M/M)-0.5%
14:30USAImportpreise (J/J)-1.2%
Unternehmenskalender 14. April
LandUnternehmenPeriode
USJPMorgan ChaseQ1
USJohnson & JohnsonQ1

Quelle: BondWorld.ch