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LGT Navigator: Startschuss zur Bilanzsaison zum Schlussquartal 2020

LGT Navigator: Die beiden New Yorker Grossbanken JP Morgan und Citigroup eröffnen heute den vierteljährlichen Reigen der Unternehmensberichte in den USA.

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Mit Spannung erwarten Börsianer und Anleger, wie sich die Firmen im letzten Quartal des Corona-Jahres 2020 geschlagen haben. Der designierte Präsident Biden stellte unterdessen weitere Milliardenhilfen zur Bekämpfung der Coronakrise in Aussicht und Fed-Chef Powell warnte derweil vor einem verfrühten Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Gleichzeitig wurde das in Washington eingeleitete Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Trump an den Finanzmärkten gelassen hingenommen.

Im Vorfeld der heute Nachmittag erwarteten ersten Quartalsberichten der grossen US-Bankinstitute zeigten sich die Anleger mehrheitlich zurückhaltend. Der Dow Jones Industrial erreichte zwar im frühen Handel eine neuerliche Rekordmarke, schloss dann aber unter dem Eindruck von Gewinnmitnahmen -0.22% tiefer bei 30’991.52 Punkten. Der S&P 500 ging bei 3’795.54 Zählern (-0.36%) aus dem Tagesgeschäft. Auch an Asiens Börsen kam es grösstenteils zu Gewinnmitnahmen.

Biden stellt weitere milliardenschwere Hilfspakete in Aussicht

Der designierte US-Präsident Joe Biden plädiert im Kampf gegen die Coronakrise nochmals bis zu USD 1.9 Billionen einzusetzen. Das Konjunkturpaket soll u.a. auch Gelder für die Verteilung von Corona-Impfstoffen vorsehen sowie Direktzahlungen von USD 1’400 an Privathaushalte. Biden schlägt auch vor, Arbeitslosenhilfen auszuweiten und erneut zu verlängern. Zudem plädiert der zukünftige US-Präsident auch für längerfristige Änderungen wie eine Anhebung des Mindestlohnes. Das vorgeschlagene Hilfspaket sei der erste Teil eines zweiteiligen Plans: Es gehe zunächst um die Rettung, dann um die Erholung der Wirtschaft. Im kommenden Monat werde die Regierung Pläne für eine langfristige Ankurbelung der Wirtschaft durch grosse Investitionen in die Infrastruktur des Landes vorstellen. Die Investitionen seien wichtig, um langfristigen wirtschaftlichen Schaden für das Land abzuwenden, so Biden. Erst Ende des letzten Jahres hatten sich die Demokraten und Republikaner im US-Kongress nach zähem Ringen auf ein Corona-Hilfspaket im Umfang von USD 900 Mrd. geeinigt.

Inzwischen hat sich in den USA die Situation auf dem Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie spürbar verschärft. So wurden in der vergangenen Woche 965’000 neue Anträge gestellt, verglichen mit 784’000 in der Woche zuvor. Damit ist die Zahl der Hilfsanträge jüngst so stark gestiegen wie seit August 2020 nicht mehr. Analysten hatten im Schnitt mit einem kaum veränderten Wert von 789’000 Erstanträgen gerechnet. Vor der Krise hatten die wöchentlichen Anträge bei rund 200’000 gelegen.

Deutsche Wirtschaftsleistung dürfte wegen Corona 2020 fünf Prozent eingebüsst haben

Die Corona-Pandemie und die gegen sie ergriffenen Eindämmungsmassnahmen haben die Wirtschaftsleistung Deutschlands im letzten Jahr so stark wie zuletzt während der Finanzkrise 2009 einbrechen lassen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) geht vorläufigen Berechnungen zufolge von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um -5% aus, nachdem die deutsche Wirtschaft 2019 noch um +0.6% expandierte. Im Schnitt haben Ökonomen bisher aber einen noch etwas kräftigeren Einbruch der Wirtschaftsleistung um -5.1-5.4% auf dem Radar.

OECD-Frühindikatoren deuten auf weitere Erholung hin

Die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) monatlich veröffentlichten Frühindikatoren signalisieren eine weitere Konjunkturerholung in den meisten grossen Volkswirtschaften, jedoch variiere die Dynamik der Erholung, kommentierte die OECD. In der Phase der ersten «Lockdowns» im Frühjahr 2020 brach der zusammengefasste Frühindikator (Composite Leading Indicator) von rund 99 Punkten auf knapp über 92 Zähler ein und erholte sich im Laufe des vergangenen Jahres wieder knapp auf das Niveau vor dem Corona-bedingten Absturz. Der Frühindikator der OECD dient dazu, früh Anzeichen für konjunkturelle Wenden festzustellen.

Ölnachfrage bleibt 2021 gemäss Opec unter Vorkrisenniveau

Die globale Nachfrage nach Öl wird nach Einschätzung der Opec im ersten Quartal 2021 aufgrund der anhaltenden Corona-Beschränkungen und der steigenden Infektionen gedämpft bleiben. In ihrem Monatsbericht hielt die Organisation der Erdölexportierenden Länder (Opec) an ihrer Prognose fest, dass die weltweite Ölnachfrage im Jahr 2021 nicht wieder das Niveau erreichen wird, das vor dem Ausbruch der Pandemie herrschte.

Wirtschaftskalender 15. Januar

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00GBIndustrieproduktion (November, J/J) -5.5%
08:45FRVerbraucherpreise (Dezember, J/J)+0.2%
09:00SPVerbraucherpreise (Dezember, J/J)-0.5%
11:00EZHandelsbilanz (November) +EUR 30 Mrd.
14:30USAErzeugerpreise (Dezember, J/J)+0.8%
14:30USANY Fed Empire State Industrieindex (Januar)+4.9
14:30USADetailhandelsumsätze (Dezember, M/M)-1.1%
15:15USAIndustrieproduktion (Dezember, M/M)-5.5%
16:00USAMichigan Konsumentenvertrauen (Januar)80.7

 

Unternehmenskalender 15. Januar

LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ4
USACitigroup Q4
USAWells FargoQ4
USAAlcoaQ4

 

Quelle: BondWorld.ch